Schild mit der Aufschrift "Disabled bays"

Persönliche Assistenz

Viele behinderte Menschen greifen zur Unterstützung auf persönliche Assistenz zurück. Ich habe auch jemanden, die mir einmal in der Woche gegen Geld zur Hand geht und all das macht, was ich nicht kann oder mir zu mühsam ist. Hin und wieder muss man sich auch neue Assistenten suchen. Wenn der Assistenznehmer allerdings Stephen Hawking heißt, ist das den Medien schon mal eine Meldung wert.

Und diese Meldung kann man dann auch nicht schreiben, ohne den Lesern mitzuteilen, dass „der Geistesgigant“ „von einer schweren Krankheit gezeichnet“ ist und „seit Jahrzehnten“ im Rollstuhl sitzt (danke, dass wenigstens die „an den Rollstuhl gefesselt“-Floskel weggelassen wurde). Weiter erfahren wir, dass er seit einem Luftröhrenschnitt nicht mehr sprechen kann und sich „über einen Sprachcomputer verständigen muss“. Kann man nicht einfach schreiben, dass er im Rollstuhl sitzt und einen Sprachcomputer nutzt? Diese Dramatisiererei nervt und hat nur einen Zweck: Mitleid erzeugen.

Die wichtigste Information fehlt übrigens in dem Text: Wer sich bewerben will, die Stellenanzeige ist online abrufbar. ;-)

4 Gedanken zu „Persönliche Assistenz“

  1. In meiner Zeitung, wo ich das erst heute gelesen habe ist er leider noch „gefesselt“ :(

  2. Wobei „im Rollstuhl sitzen“ m.E. genauso falsch ist.

    „Sitzt“ irgendjemand „auf dem Fahrrad“? Zumindest nicht wirklich lange, denn sonst fällt sie um ;-).

    Rollstuhl ist wie Fahrrad ein Fortbewegungsmittel. Mensch benutzt es, um zu _fahren_. Ergo: eine Rollstuhlnutzerin _fährt_ Rollstuhl. Passiv „drin sitzen“ tut sie höchstens, wenn sie geschoben wird.

  3. Nee, eher ArbeitsPLATZgeber. Die Assistenz wird ja tatsächlich durch die Assistenzperson geleistet, also „gegeben“.

    Ist ähnlich wie mit den Arbeitgebern und -nehmern. Die ersteren „geben“ nur den ArbeitsPLATZ, wärend zweitere ihre ArbeitsKRAFT geben und den PLATZ besetzen, also „nehmen“.

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