Schild mit der Aufschrift "Disabled bays"

Das iPhone und die Barrierefreiheit

Ich bin seit ein paar Monaten Besitzerin eines iPhones und habe Zugriff auf Informationen, die für mich im Alltag hilfreich sind. Nicht zuletzt, über die vielen Applikationen lassen sich immer und jederzeit Informationen einholen, die mir helfen, meinen Alltag zu organisieren. Auch mein Freund hat ein iPhone und nutzt es mit einer Sprachausgabe, die Apple standardmässig mitliefert. Wer es mal ausprobieren will, einfach auf –Settings – General – Accessibility gehen und Voice Over einschalten. Eine Liste mit Apps, die mit der Sprachausgabe nutzbar sind, gibt es auch.
Wie die Sprachausgabe funktioniert, kann man hier in diesem Apple-Video sehen (sorry, ohne Untertitel):

Natürlich gehören zum iPhone auch die kleinen Programme, die man zusätzlich installieren kann, die so genannten Apps.
Ich will mal die auflisten, die ich nutze und die zu mehr Barrierefreiheit beitragen:

Qype Radar – Die App zum gleichnamigen Portal mit Bildern und Bewertungen und teilweise Einträgen, die darüber informieren, ob die bewertete Lokalität barrierefrei ist oder nicht. Zumindest der Eingang ist aber auf den Bildern oft zu sehen, auch wenn die Angabe fehlt. Und wenn nicht, bekommt man die Telefonnummer ja eh immer gleich mitgeliefert.

Toiluxe – Eine App, die die nächste öffentliche Toilette anzeigt, leider noch ohne Angabe, ob es eine barrierefreie Toilette ist, aber dennoch relativ hilfreich.

Starbucks – Wo ein Starbucks, da ist auch fast immer eine barrierefreie Toilette. Die App zeigt unter anderem an, wo der nächste Starbucks ist. Sehr praktisch!

Foursquare – Mein Freund nutzt Foursquare in unbekannter Umgebung, um zu schauen, welche Geschäfte um ihn rum sind, in dem er die Plätze bei Foursquare aufruft. Und wenn er mir mitteilen will, wo er gerade ist, loggt er sich einfach ein. Das geht schneller als mit dem iPhone eine SMS blind zu schreiben.

WhatsApp – Die ideale App für gehörlose Nutzer. Man kann kostenlos SMS hin- und herverschicken, auch wenn das Programm geschlossen ist (funktioniert seit dem Update nicht immer reibungslos).

Tube Deluxe – U-Bahn-Karte für London mit Angaben zur Barrierefreiheit der Stationen.

London Bus – Da die U-Bahn-Stationen ja nur zu einem Viertel zugänglich sind, geht manchmal nur der Bus. Alle 6000 Londoner Busse sind barrierefrei. Die App findet die nächste Bushaltestelle, kennt die Fahrpläne und Strecken.

Tesco Clubcard – Tesco ist eine große britische Supermarktkette, die natürlich ihre eigene Kundenkarte hat. Die muss man aber nicht mehr mit sich rumschleppen, wenn man ein iPhone hat, sondern die App generiert aus der Kundennummer einen Barcode, den man an der Kasse hinhalten kann. Gerade für Menschen, die motorische Behinderungen haben, finde ich das sehr bequem. Die müssen die Karte nicht raussuchen. Jetzt ist das bei so einer Kundenkarte nicht so tragisch, aber ich hoffe, dass so künftig alle Karten verschwinden werden und man mit einem Fingertipp die Karte abrufen kann.

35 Gedanken zu „Das iPhone und die Barrierefreiheit“

  1. Ja, das iPhone.

    Waehrend Apple mit dem Telefon klar gegen Behinderten-Gesetzgebung in den USA verstoesst (Linkshaender-Bedienung etwa beim Versuch, das Ding wenns laeutet rasch abzunehmen, gar nicht vorgesehen, weswegen ich es auch immer wieder kaum in der Zeit abgenommen kriege) hat es so als Spielzeug tatsaechlich einige nette Features.

    Besonders relevant denke ich ist die Integration des Schweizer Telefonbuchs (SWISS PHONE BOOK), Fahrplans (SBB MOBILE) und des eingebauten Adressbuchs und Google Maps Karte. Diese erleichtert das Zurechtfinden sehr gut.

    TOM TOM D-A-CH – Zusammen mit dem Car-Kit (was einen eingebauten GPS-Verstaerker und Audio-Anschluss hat) ist das iPhone ein sehr gut brauchbares Navigationssystem. Fuer mich wichtig ist, dass ich nicht (einhaendig) im Auto dran rumfummeln muss, sondern den Trip vorher vorbereiten kann und es dann im Auto nur noch aufrufen muss. Ein Autonavigationssystem im Handy drinzuhaben erleichtert das Handhaben dieser Art System fuer mich enorm.

    SWIM PLANNER [TRI FASTER] – Da ich gerne gelegentlich baden gehe, ist das Badeprogramm zum Zusammenstellen einiger unterhaltsamer Schwimm-Laengen ganz praktisch.

    DLAWS [Reference] – Einige der relevanten amerikanischen behindertenspezifischen Gesetzgebung zum schnellen Nachschlagen.

    PARKING ME – Parkhausbelegung in Schweizer Staedten live abfragen.

    SLEEP CYCLE – Schlafphasen aufzeichnen und zum richtigen Zeitpunkt in der REM-Phase wecken, sehr cool.

  2. Nur eine doofe Frage: Wozu bei einem Video über Sprachausgabe Untertitel? Wer schwerhörig bzw. taub ist und daher Untertitel braucht, kann doch dementsprechend wenig mit einer Sprachausgabe anfangen, oder?

  3. @Carsten: Weshalb sollte sich jemand der schwerhörig ist nicht allgemein dafür interessieren? Ich interessiere mich auch für Olympia, obwohl ich daran niemals teilnehmen werde *zwinker*

  4. @Carsten
    Ich habe einige gehörlose Leser, die sich vielleicht auch dafür interessieren, wie blinde Menschen das iPhone benutzen.

    Ich hoffe, dass man bei YouTube bald auch als Nichtbesitzer des Videos untertiteln kann.

  5. Hallo,

    schau Dir mal Google Latitude an: damit kann man seinen Standpunkt (und den anderer) auf einer Karte sehen.

    Anna

  6. Barrierefreiheit fehlt bei Youtube sehr. Ich hab einen guten Freund der taub ist und während wir bei den Videos lachen, muss es immer nur Bier trinken.

  7. Soviele „Probleme“ das iPhone auch hat. Es ist für alle Nutzergruppen interessant. Was das iPhone alleine durch den AppStore für möglichkeiten hat, ist atemberaubend. damit ist das handy wohl für wirklich JEDEN nutzbar, ganz im gegensatz zu modellen der konkurrenz

  8. Ich betrachte das iphone mit gemischten Gefühlen. Es hat unnötige aber auch sehr nette Features. Besonders gut gefällt mir die Implementierung eines Fahrplans. Bin mal gespannt welche Geschütze die anderen Hersteller demnächst auffahren.

  9. @Michi, Grade heute habe ich einen Blogpost von Google gelesen: http://googlenexusoneboard.blogspot.com/2010/04/update-on-nexus-one-partnerships.html
    Hier wird schon ein baldiges erscheinen des neuen Googlephones „Nexus One“ bestätigt. Ich denke, dass wir in diese Richtung schauen müssen wenn wir Innovationen suchen wollen. Auch wenn mir der weiße Riese nicht wirklich immer zusagt ;)

    Natürlich kann Google noch lange nicht die Fülle an Apps bieten und ist somit bestimmt auch noch nicht so nützlich wie das IPhone aber ich sage mal, warten wirs einfach ab.

  10. Natürlich ist das iPhone nicht perfekt, aber es demonstriert besser als andere Smartphones wie Barrierefreiheit, zumindest ansatzweise, auszusehen hat. Was bei Apple sicherlich vorbildlich ist, ist die Integration vieler verschiedener Features, was die Bedienung sehr intuitiv macht.

  11. Das Iphone ist und bleibt das Iphone. Es gibt so viele Apps, nützlich oder nicht, und es kommen täglich neue dazu. Andere Smartphone Hersteller bieten zwar auch Apps an, haben aber nur einen geringen Bestand da die meisten Entwickler es für das Ipohone machen. Gerade die, die auch kostenpflichtige Apps anbieten wollen.

  12. Das iPhone ist die „eierlegende Wollmilchsau“ unter den Smartphones – besonders bei der Vielzahl der Apps. Ich habe mein Büro also ständig dabei. Das hat dann auch seinen Preis und damit eignet es sich immer weniger als ständiger Begleiter auf der Baustelle, wo ich eben in erster Linie telefonieren muss und hier dann in erster Linie die Empfangsqualität zählt – daran muss Apple noch arbeiten.

  13. Also ich finde, dass das Iphone an und für sich sehr gut. Doch teilweise verfügt es über viel zu viele Funktionen, die den eigentlichen Sinn eines Handys blockieren. Da sind definitiv noch ein paar Überarbeitungen fällig.

  14. Ich glaube (und hoffe) dass mit dem iPhone (oder deren Weiterenwicklungen) zukünftig noch viel mehr möglich sein wird. Ich denke es wird viele Dinge des täglichen Lebens erleichtern und uns ganz neue Möglichkeiten schaffen. Schauen wir nicht skeptisch auf solche Entwicklungen, sondern freuen uns lieber auf das was noch kommt. Das ist zumindest meine Einstellung zu dem Thema.

  15. Inzwischen bin ich vom IPhone auf ein HTC Handy mit Android umgestiegen.
    Da ich nur mit links bedienen kann, ist das HTC der klare Gewinner. Dank zusätzlicher kostenloser Apps aus dem Market gibt es nun keinerlei Barrieren mehr für mich.

    Man sollte sich, auch wenn man vom IPhone und seinen Fähigkeiten begeistert ist, trotzdem mal z.B. ein HTC Desire HD vorführen lassen.
    Mancheiner wird es sich vielleicht nochmal überlegen.

  16. Hallo, eine gute Freundin von mir hat mich auf diesen Beitrag verwiesen. Sie hat sich das neue iPhone vor 2 Wochen geholt und fand es vorallem wegen Barrierefreiheit Funtkionier wie z.B. der Qype Funktion sehr hilreich. Sie hat schon mehrere Handys ausgestet aber fand ,dass für sie und ihre Behinderung das IPhone am geeignetsten sei.

  17. Ich finde die Vergleichswerbung von LG super. „Kann Flash, kann kein Flash“ Das wäre vor Jahren noch undenkbar gewesen. Coole Sache mit Apple. Ich stehe da skeptisch gegenüber. Und für alles braucht man eine App. Ich hab kein iPhone mehr.

  18. Ich habe mich in meiner Abschlussarbeit an der Uni mit dem Thema Barrierefreiheit befasst und finde das Thema sehr wichtig. Doch die Sprachausgabe des iphones treibt mich irgendwie immer in den Wahnsinn. Kann mir nicht vorstellen, dass die tatsächlich für irgendjemanden hilfreich ist.

  19. Natürlich ist nicht alles Gold was glänzt.
    Auch die Sprachausgabe von Iphone und Co. ist natürlich noch! nicht immer das gelbe vom Ei.
    Allerdings hat das Iphone durch seine Apps und seinen Store einen Boom ausgelöst der den Handy-Markt revolutioniert hat.
    Und sie lernen dazu…
    Mittlerweile sind doch tausende Programmierer und Entwickler mit immer neuen kleinen Programmen und Helferlein beschäftigt.
    Alles sehr spannend was denen immer noch so einfällt.
    Viel unnützes und einiges was wirklich Sinn macht.

  20. Da wird sich noch einiges tun, selbst die ganzen Apps sind noch in der Startphase. Mal schauen was so 2015 alles auf dem Markt ist.

  21. Man könnte ja jetzt auch sagen das noch alles in der Entwicklung ist. Aber wann is es das nicht!

  22. Das IPhone 5 sollte dann mit NFC (Near Field Communication) ein großer Schritt in Richtung Apps für jede Lebenslage sein. Ich kann mir gut vorstellen, dass man dann bald Türen mit dem IPhone aufsperren kann, oder dass z.b der Aufzug weiss, in welchen Stock ich immer fahre.

    Auch personalisierte Einstellungen etwa am Arbeitsplatz oder bei Heimelektronik (automatisch größerer Schrift, lauterer Ton, etc. könnte dann möglich werden)

  23. Hallo Wolf,
    ein Jahr spaeter aber immer hin. Ich habe es gerade gelesen und kann es nicht so stehen lassen.

    Ich bin auch linkshaeder und möchte wisen ob ich damit (oder nur deswegen) auch behindert bin?
    Nebenbei erwähnt, iPhone finde ich immernoch besser als viele andere Smartphones. Es sind viele andere Sachen (Apps und Datenschutz) die mich beim iPhone stören…

  24. @nuno – Bereits die Moeglichkeit, dass Du das Telefon mit rechts zuverlaessig halten kannst, und mit links bedienen, ist ein grosser Vorteil den Du hast gegenueber mir, zu dem ich Dich ganz herzlich beglueckwuensche!!! Meist schaffe ich es gar nicht, aufgrund des Unlock-Feature beim iPhone Anrufe beizeiten anzunehmen, und zwar exakt deswegen. Gaebe es in der Schweiz so eine Gesetzgebung wie den Disabilities Act in den USA, hatte ich Apple laengst auf Rueckerstattung meiner gesamten Rueckrufgebuehren verklagt. Das Design des Unlock-Features zu aendern ist fuer Programmierer allerbilligster Pipifax, aber Apple hat sich bisher stoerrisch geweigert, ganz sicher weil sie dort eben exakt das sind, was man sie oeffentlich nicht nennen darf, da dies eine sehr grosse Beleidigung waere. – – – Aber Du sprichst ein wichtiges Thema an: es kommt immer wieder vor, dass mir nicht-behinderte Leute ihre Vorlieben oder Praeferenzen als „Behinderung“ darstellen, aber ich versichere Dir, dass ich dafuer nicht verantwortlich bin und somit auch nicht als Auskunftsstelle tauge. Viel Glueck beim Versuch, Dein iPhone mit rechts zu halten ; ) Du kannst es bestimmt, ich glaube an Dich ; )

  25. @nuno – mir fehlen rechts Hand und Handgelenk. Vielleicht hilft Dir das, Deine eigene „Behinderung“ besser einzuordnen?

  26. Das IPhone 5 sollte dann mit NFC (Near Field Communication) ein großer Schritt in Richtung Apps für jede Lebenslage sein. Ich kann mir gut vorstellen, dass man dann bald Türen mit dem IPhone aufsperren kann, oder dass z.b der Aufzug weiss, in welchen Stock ich immer fahre.

  27. Das IPhone 5 sollte dann mit NFC (Near Field Communication) ein großer Schritt in Richtung Apps für jede Lebenslage sein. Ich kann mir gut vorstellen, dass man dann bald Türen mit dem IPhone aufsperren kann, oder dass z.b der Aufzug weiss, in welchen Stock ich immer fahre

  28. The IPhone 5 should then be equipped with NFC (Near Field Communication) is a major step towards apps for every situation. I can well imagine that we will soon be able to unlock doors with the iPhone, or know that eg the elevator, in which floor I always

  29. Auch ich bin frischgebackene neue und stolze Besitzerin eines iPhones ;-) bei suchen in iTunes bin ich über ein tolles App gestolpert !!! Hierbei werden einem Behindertentoiletten angezeigt … Mir als Rollifahrerin immer ein großes Übel und jetzt ein leichtes ;-) … Schaut mal in iTunes unter „HandicapX“ … Hoffe ein wertvoller Tipp für alle Rollis … Viele Grüße, Anna aus Erfurt

  30. Mittlerweile ist übrigens durch die Applikation ,,Siri“ bei Apple die Sprachsteuerung auch wieder erweitert worden.
    Ich betreue selber (EDV-Fachmann)einige Kunden mit leichten “Handicap“
    Was mich freut ist der Umstand das auch normale Computernutzer langsam davon profitieren.
    Die von Google entwicklte Benutzeroberfläche Android hat als Konkurrent nachgezogen und eine
    eigene Sprachsteuerung im App-Store seit einigen Wochen bereitgestellt.Dazu muss man wissen das Android als freie Software auch auf immer mehr Tablets, Computern und Smartphones eingesetzt wird.
    Durch diese Konkurrenz wird die Entwicklung sogar noch beschleunigt.
    Die Entwicklung ist wirklich zu begrüßen und wird wahrscheinlich in den nächsten Jahren nach meiner Meinung noch noch interessant werden :-)
    Lieben Gruß-Michael

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