Schild mit der Aufschrift "Disabled bays"

I think you’re very brave

Ich bin vor kurzem gefragt worden, was die Ursache dafür sein könnte, dass viele Leute in England anders mit mir umgehen als in Deutschland. Ich habe geantwortet, ein Grud dafür könnte sein, dass viele Briten nicht meine Behinderung als die Ursache für Probleme ansehen, sondern die Umstände, also bauliche Gegebenheiten beispielsweise, die geändert werden müssen.

Jetzt habe ich einen Film entdeckt, der genau diese Einstellung propagiert, in dem er die Realtität einfach umdreht. Hier die Kurzversion:

Und hier der ganze Film in zwei Teilen:

19 Gedanken zu „I think you’re very brave“

  1. Es ist natuerlich ganz toll zu hoeren dass mein adoptiertes heimatland das etwas besser abschneided als mein geburtsland, aber wo ich da nun ueber meinen taeglichen alltagsverlauf nachdenke, fallen mir doch schon viele barrieren auf.
    Fuer mich mit meinem fahrrad oder einkaufswaegelchen sind sie nur irritierend, aber wenn ich mir vorstelle ich muesste mich taeglich mit den physischen UND mentalen barrieren herumschlagen von denen du in deinem blog erzeahlst, waere ich wahrscheinlich wegen meinem aerger entweder im knast oder im irrenhaus.
    Fuer mich ist dann immer die frage ob einmischen oder nicht? Was mache ich nun wenn ich bei Aldi morgen duch das drehcaroussel gehe und die viel zu engen gaenge? Wuerde as helfen oder waere es patronizing die geschaeftsleitung auf die bautechnischen maengel hinzuweisen? Darf ich mich da ueberhaupt einmischen als able bodied person die noch nicht mal behinderte freunde oder familienmitglieder vorweisen kann?
    Tricky question and apologies for the rusty German. Really interesting blog and congratulations on the award!

  2. Ja, irgendwie haben wir das alles schon erlebt, was da im Film gezeigt wurde.
    Auch das schöne Vorurteil, dass ich als nichtbehinderter Mann, ja der Pfleger sein müsste, oder der, der keine andere abbekommen hat oder der Held, der das alles auf sich nimmt…
    Aber auch die unverschämte Frage, wie und ob Sex zwischen meinen behinderten Frau und mir funktionieren würde, ist uns schon begegnet. Ich frage doch „normale“ Menschen auch nicht nach ihrem Sexleben!
    Wir haben aber auch festgestellt, dass es gerade in Deutschland ein Problem ist. Wenn wir Urlaub in den skandinavischen Ländern machen, sind wir erstaunt, wie einfach es doch sein kann. Beispielsweise eine Zugfahrt zwischen Kopenhagen und Malmö klappt ohne Voranmeldung, da die Bahnsteige auf Einstiegshöhe sind. Da kommt dann von alleine ein Bahnmitarbeiter und legt über die kleine Lücke eine Metallplatte, damit man wirklich ebenerdig den Zug betreten und verlassen kann. Aber auch die Mentalität ist dort anders; Behindertenparkplätze werde nicht von anderen belegt (und wenn, dann sind es deutsche Touristen), das gehört sich einfach nicht. Man wird überall mit offenen Armen begrüßt und man bemüht sich evtl. Probleme (wenn es dann noch welche gibt) sofort zu lösen.

    mfg
    Frank

  3. Danke für die Clips. Ich habe mich (bzw. meinen Freund) des öfteren darin wiedergefunden.

    Die Frage, ob bei uns denn Sex überhaupt funktionieren würde, ist mir schon ab und zu begegnet. Mein Freund muss sie sich natürlich noch öfter anhören.

    Am fiestesten empfinde ich es aber, wenn Leute anfangen zu schwärmen, was ich doch für ein guter Mensch sei, weil ich mit nem Behinderten zusammen bin, oder wenn jemand meinem Freund sagt: „Weisst du, wenn _ich_ nicht mehr gehen könnte – ich glaube, ich würde mich umbringen.“

    Danke für Dein Blog und gratuliere zum gewonnenen Preis. ;-)

    M.

  4. Hi!
    Auch von mir herzlichen Glückwunsch zur Auszeichnung!

    Das Video finde ich übrigens sehr gut.

    Dazu noch mal eine Sache, die mir beim lesen vieler Artikel auf dem Herzen lag, und die durch das Video mal wieder „getriggert“ wurde:
    Ich bin nicht auf einen Rollstuhl angewiesen und halte mich für einen sehr offenen, toleranten und hilfsbereiten Mitmenschen. Aber mir ist es jetzt zum zweiten Mal passiert, dass ich helfen wollte, aber es irgendwie „verpeilt“ habe.
    Beide male waren es Menschen im Rollstuhl denen ich hätte helfen können eine Barriere zu überwinden.
    Beide male habe ich aber zu spät / nicht reagiert und die beiden hat es dann alleine geschafft.

    Vielleicht liegt es daran, dass man ja nicht genau weiss, wo man an einem Rollstuhl anfassen sollte, um ihn anzuheben.
    Vielleicht ist das aber auch nur eine Rechtfertigung, die sich mein schlechtes Gewissen automatisch hat einfallen lassen :-)

    Ich werde dein Blog auf jeden Fall weiter mit Spannung verfolgen. Keep up the good writing und grüß mir meine dreckige Lieblingsstadt!

    MfG
    Jan

  5. Hi!
    Auch von mir herzlichen Glückwunsch zur Auszeichnung!

    Das Video finde ich übrigens sehr gut.

    Dazu noch mal eine Sache, die mir beim lesen vieler Artikel auf dem Herzen lag, und die durch das Video mal wieder „getriggert“ wurde:
    Ich bin nicht auf einen Rollstuhl angewiesen und halte mich für einen sehr offenen, toleranten und hilfsbereiten Mitmenschen. Aber mir ist es jetzt zum zweiten Mal passiert, dass ich helfen wollte, aber es irgendwie „verpeilt“ habe.
    Beide male waren es Menschen im Rollstuhl denen ich hätte helfen können eine Barriere zu überwinden.
    Beide male habe ich aber zu spät / nicht reagiert und die beiden hat es dann alleine geschafft.

    Vielleicht liegt es daran, dass man ja nicht genau weiss, wo man an einem Rollstuhl anfassen sollte, um ihn anzuheben.
    Vielleicht ist das aber auch nur eine Rechtfertigung, die sich mein schlechtes Gewissen automatisch hat einfallen lassen :-)

    Ich werde dein Blog auf jeden Fall weiter mit Spannung verfolgen. Keep up the good writing und grüß mir meine dreckige Lieblingsstadt!

    MfG
    Jan
    (der grade Probleme mit dem Kommentarschreiben hat, hoffentlich klappts)

  6. Durch meine Arbeit sehe ich oft was fuer Problemen die behinderten Leute haben.
    Der Film ist cooll…endlich mal die andere Seite!

  7. Behinderte unter den Menschen dabei käme es vorallem
    auf das MITGEFÜHL der Umgebung an die oft,meist
    im „Westen“bei denen dies Geld haben gar nicht oder
    kaum vorhanden ist,fahrt mal zu denen die arm an
    money sind die sins reich an Mitgefühl und
    MENSCHLICHKEIT……………………
    bye
    kann ich als Schwerbehindeter aus Erfahrung
    behaupten!

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