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Tag Archiv für Sueddeutsche

Im Zweifel allein

In der Süddeutschen ist ein sehr guter Artikel über eine Frau, die im sechsten Monat ihr behindertes Kind abgetrieben hat. Das Kind hatte Spina Bifida und offensichtlich niemanden, der ihr beigestanden oder sie gut beraten hätte. Warum so viele Männer sich dünne machen, wenn es Probleme gibt, werde ich nie verstehen.

Es kommen kaum noch Kinder mit Spina Bifida auf die Welt. Das hat zum einen mit einer besseren Vorsorge zu tun (Schwangere nehmen genug Folsäure zu sich), aber auch weil fast alle Kinder nach der Diagnose „Spina Bifida“ in Deutschland abgetrieben werden. Ich bin ziemlich sicher, dass das nicht sein müsste, wenn die Eltern besser beraten würden und im Entscheidungsprozess mit jemandem mit Spina Bifida reden könnten. Ich kenne viele Menschen, die Spina Bifida haben. Das Wort „Leid“ kommt mir bei keinem der Leute in den Sinn. Dass das Kind nicht leidet war aber der Hauptgrund für die Abtreibung der Frau, unter der sie jetzt selber leidet.

Die Süddeutsche und das Web2.0

Die Onlinechefin der WAZ, Katharina Borchert, alias Lyssa, hat endlich mal wieder gebloggt. Sie ärgert sich über einen Artikel der Süddeutschen über ihre Person.

„Aber wissen Sie, worin der entscheidende Unterschied zwischen damals und heute besteht? Nein? Ich verrate es Ihnen. Der Mann von der BamS hat damals ehrlich gesagt: „Kind, setz dich mal fürs Foto ans Klavier und tu wenigstens so, als würdest du spielen.“ Sie hingegen haben mit keinem Wort darauf hingewiesen, daß wir nur so tun, als würden wir ein ernsthaftes Interview führen.“

Großartig!
Es gibt ja Leute, die meinen, so ein Blogeintrag zieme sich nicht als Chefredakteurin. Ich finde, es sollten mal viel mehr Leute den Mund aufmachen, wenn sie falsch zitiert werden. Und das muss auch erlaubt sein, wenn man einen entsprechenden Posten inne hat. Wer in Interviews falsch zitiert wird, darf das ruhig öffentlich äußern, finde ich. Interessiert mich ja auch als Leserin.

Und wo wir schon beim Thema Transparenz sind: Ich hätte gerne eine Korrekturspalte in jeder Zeitung oder zumindest ein Korrekturblog. Und ein Korrekturblog von jeder Nachrichtenagentur mit den Berichtigungen der letzten 48 Stunden. Und ich würde gerne die Süddeutsche online lesen können ohne gleich abonnieren zu müssen. Ich kann nicht einmal nachlesen, was Irmela Schwab jetzt eigentlich genau geschrieben hat. Das ist nicht Web2.0, das ist bescheuert.

Blogstipendium – die Gewinner stehen fest

jetzt.de hat ja vor ein paar Monaten ein Blogstipendium ausgelobt. Nun stehen die Gewinner fest. Behindertenparkplatz hat zwar keinen Preis bekommen, aber ist als „Empfehlung der Redaktion“ gelistet. Herzlichen Dank dafür!

Ich habe noch ein paar Vorschläge für die nächste Runde:
Die Abstimmung und die Seiten sind nicht sehr benutzerfreundlich, geschweige denn barrierefrei. Mich haben viele blinde Leser dieses Blogs angesprochen, dass sie nicht abstimmen konnten.

Aber auch sehende Leute hatten ihre Probleme, weil die Abstimmbuttons nicht sofort sichtbar sind (man musste scrollen) und man sich anmelden musste.

Vielleicht lässt sich das ja für die zweite Runde verbessern.

P.S.: Einer der Gewinner ist Nils Bokelberg. Er bloggt für den Welfrieden. Die Älteren erinnern sich vielleicht noch an die Zeit als auf Viva noch nicht für Klingeltöne geworben wurde. Aus dieser Ära kommt er und ich bin mit ihm groß geworden (naja, jedenfalls volljährig).