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Religion versus Behinderung

In London, Australien und Norwegen sind Fälle bekannt geworden, in denen sich muslimische Taxifahrer geweigert haben, blinde Kunden mit Führhund zu transportieren. Die Hunde seien in ihren Augen „unrein“ verteidigen sich die Fahrer.

Ich habe dazu eine ziemlich klare Meinung (und die mit einigen Fällen befassten Gerichte offensichtlich auch): Wer als Taxifahrer keine Blindenhunde transportieren will, sollte sich einen anderen Job suchen.

Via Deafbiz.com

7 Kommentare

  1. Dieses Problem kenne ich. Gibt es auch in Marburg. Gibt auch hier ne Menge Taxifahrer, die sich weigern, uns mit einem Führhund zu transportieren. In solingen is mal ne Freundin mit Blindenhund von einem Taxifahrer schlich stehengelassen worden, der hat gar nicht angehalten, als er sah, dass da ein Hund war. Er hat aber auch nicht für Ersatz gesorgt. Das ist ein Unding.

  2. deafbiz sagt:

    I’ve approved your comment on my website and I hope you don’t mind me providing an English translation.

    Thank you for contributing,

    JSG
    Webmaster, deafbiz.com

  3. Gerhard sagt:

    Menschen, die auf die Haare dieser Viecher allergisch reagieren, würden ein generelles Mitfahrverbot sicher befürworten…

  4. Christiane sagt:

    @Gerhard
    So ein Quatsch. Der Hund wohnt ja nicht im Taxi und verliert ja auch nicht sein ganzes Fell, während er im Fußraum sitzt. Ich habe noch nie einen Hundeallergiker gegen Blindenhunde argumentieren hören, immer nur Leute, die das nutzen, um gegen Blindenhunde Stimmung zu machen.

  5. Dorothea sagt:

    Wobei das auch noch schlichtweg falsch ist.

    Ein Moslem kann nicht dort _beten_, wo Hundehaare sind – wer betet denn in seinem Taxi, ganz davon abgesehen, dass da ein paar praktische Erwägungen (Niederwerfungen) dagegenstehen.

    Des weiteren ist es für Moslems undenkbar, Schoßhunde zu halten.

    „Arbeits“-Hunde aber -also Hüte-, Wach- und eben auch Blindenhunde- sind überhaupt kein Problem. Die dürfen auch mit Fell um sich werfen bei der Arbeit ;-).

    Es ist, wie so häufig, ein Bildungsproblem. Viele Moslems halten Tradition für Religion, mangels besseren Wissens.

    Und hier erklärt keine Christin den Moslems ihre Religion – bin Insiderin ;-)

  6. Das es Moslems geben soll, die keine Blindenführhunde in ihren Taxis mitnehmen wollen, geistert in regelmäßigen Abständen immer wieder durch die Medien. Das mag sein, dass es den einen oder anderen Moslem gibt, der keinen Blindenführhund mitnehmen möchte. Es stellt sich aber die Frage, dass wenn es die Religion verbietet, ein Mensch der auf einen Blindenführhund angewiesen ist, das nicht respektieren muss? Wissen Menschen mit Behinderung nicht allzu genau was Respektlosigkeit bedeutet? Ich weiß es jedenfalls!

    Zu meiner Erfahrung mit Taxifahrern die dem moslemischen Glauben angehören kann ich nichts negatives Berichten. Mein Blindenführhund ist ein kanadischer Schäferhund (größer als der deutsche Schäferhund) . Wenn es nicht gerade ein Kombi ist, oder ein Auto mit dem Stern, wird es sehr eng, wenn der Hund vor dem Beifahrersitz sitzt. Dieser Umstand wäre Grund genug mir die Mitnahme zu verweigern (Stichwort Verkehrssicherheit).

    Das andere FührhundehalterInnen schon Probleme hatten, will und kann ich nicht anzweifeln. Ich kenne das Problem mit Taxifahrern, die der „zivilisierten Welt“ angehören. Obwohl der Hund in unserer Gesellschaftsform als „Freund des Menschen“ sehr beliebt ist, wurde mir die Mitnahme des Hundes in den vergangenen 10 Jahren hin und wieder verweigert.

    Interessant wäre, wie TaxifahrerInnen auf das Begehren reagieren würden, wenn eine blinde Person ein Blindenführpferd mitnehmen will. Ich bin davon überzeugt, dass die betroffene Person Glück hat, wenn man sie in öffentlichen Verkehrsmitteln einsteigen läßt.

    Zur Erläuterung Blindenführpferd:

    Ein Zwergpferd, das eine Höhe von ca. 80 cm erreichen kann. Erste Führpferde wurden in Amerika ausgebildet. Meines Wissens nach gibt es nur ein Blindenführpferd im deutschsprachigem Raum.

  7. Christiane sagt:

    @Andreas
    Es gibt nur sehr wenige Moslems, die sich weigern einen Blindenfuehrhund zu transportieren, weil es die Religion gar nicht so eindeutig verbietet. Und selbst wenn es so waere: Wer in England und auch Deutschland Taxi faehrt, braucht eine Lizenz. Diese ist an bestimmte Bedingungen geknuepft. Und eine der Bedingungen ist der Transport von Blindenfuehrhunden. Und das, finde ich, hat fuer jeden Taxifahrer zu gelten, sonst ist er im falschen Job. Taxis sind in England eines der wichtigsten Transportmittel fuer behinderte Menschen.

    Der gesellschaftliche Konsens in England und Deutschland lautet, dass sich behinderte Menschen genauso problemlos fortbewegen sollen wie Menschen, die keine Behinderung haben. Und wer gegen diesen Grundsatz verstoesst, muss mit Strafen rechnen. Ich kann daran nichts schlimmes finden und das hat auch nichts mit Respektlosigkeit zu tun, zumal britische Taxis wirklich Raumwunder sind und es auch noch eine Trennwand zwischen Kunden und Fahrer gibt.