Share on FacebookShare on Google+Flattr the authorTweet about this on Twitter

(Nicht behinderte) Kinder sind Zukunft

In der ARD-Themenwoche „Kinder sind Zukunft“ geht es in erster Linie um nicht behinderte Kinder. Behinderte Kinder werden zu unmöglichen Sendezeiten und / oder in Wiederholungen abgefrühstückt. Moni hat dem RBB-Rundfunkrat in einem ausführlichen Brief mitgeteilt, was sie als Mutter eines behinderten Kindes davon hält. Sehr lesenwert!

So lange bei diesen Planungssitzungen nicht mehr behinderte Journalisten sitzen, wird sich daran nichts ändern. Und da nutzt es auch nichts, auf die Schwerbehindertenquote der Öffentlich-Rechtlichen zu verweisen. Die Poststelle, die Verwaltung und die Kantine entscheiden nun mal nicht über den Programminhalt. Die öffentlich-rechtlichen Sender in Deutschland müssten dringend mal etwas für die Vielfalt ihrer Belegschaft tun. Und das betrifft nicht nur behinderte Menschen.

Stattdessen haben ARD und ZDF aber im November 2006 eine gemeinsame Medienakademie gegründet – unter anderem finden die Schulungen in nicht barrierefreien Räumlichkeiten in Wiesbaden statt. So wird das nix mit der Vielfalt.

2 Kommentare

  1. Ina sagt:

    Inzwischen ist die Themenwoche vorbei und ich wollte mich nun doch nochmal äußern. Vielleicht findet ja doch jemand den Kommentar über „zuletzt geparkt“.

    In der Praxis meiner Frauenärztin hängt ein großes Poster – „Trisomie 21, wir gehören dazu!“ Ich sehe das Poster und wundere mich über die gegensätzlichen Ideen auf engem Raum:
    Ich bin inzwischen in der 22. Woche schwanger und hatte meiner Frauenärztin von Anfang an gesagt, ich wolle keine Pränataldiagnostik. Jedesmal wenn ich kam (schon beim allerersten Besuch) wurde ich trotzdem nochmal drauf angesprochen – fast ein wenig penetrant. Beim Ultraschall in der 10. Woche stellte sie auf einem – sehr undeutlichen Bild – fest, dass unter Umständen die Nackenfalte verdickt sein könnte, was auf eine Trisomie hindeuten könne. Ich solle auf alle Fälle zumindest eine Ultraschalluntersuchung bei einem Spezialisten machen lassen. Auf meine Frage, was das denn bringe, ich wolle auf keinen Fall abtreiben, hatte sie keine plausible Erklärung.

    Auch wenn wir uns sicher waren, das Kind bekommen zu wollen – ein behindertes Kind geWÜNSCHT haben wir uns nicht. Die Verunsicherung und die Sorge waren also da, so dass v.a. mein Mann irgendwann sagte, es kann ja nicht schaden, vielleicht hat sie sich ja geirrt, lass uns doch einfach den Ultraschall noch machen. Falls man nichts sieht, könnten wir die weiteren Monate mehr genießen.

    Also gut – wir zum Ultraschall und siehe da, sie hatte sich nicht geirrt und der Arzt errechnete ein „Trisomie-Risiko“ (Wortwahl „Risiko“ nicht von mir) von 1:11 (statt 1:500 wie in meinem Alter normal). Eine invasive Untersuchung, bei der man (z.B. aus dem Fruchtwasser) Zellen des Kindes gewinnt und unterswuchen kann, wurde uns empfohlen. Von meiner Ärztin, trotz Fehlgeburtrisikos und trotz der Tatsache, dass wir einen Abbruch absolut ausgeschlossen haben, sogar „dringend“. Wir haben es natürlich nicht gemacht und wurden ziemlich schief angesehen.

    Was ich damit sagen will: In unserer Gesellschaft wird ein Paar, das in einer stabilen Beziehung lebt, das sich genau und frühzeitig mit dem Thema auseinander gesetzt hat, das finanziell und beruflich keine Probleme erwartet, das so flexibel ist, dass einer oder beide sich intensiv mit Kind/Schulsuche/eventuellen Krankenhausaufenthalten etc. befassen könnte, das ein gesundes soziales und familiäres Umfeld hat, das die Entscheidung mitträgt, für naiv gehalten, wenn es sich kompromisslos für ein (unter Umständen!) behindertes Kind entscheidet und es daher nicht für notwendig hält, das Kind durch Untersuchungen zu gefährden.

    Wie muss es Frauen gehen, die allein stehend sind? Paaren, die anderweitig belastet sind, sei es finanziell, psychisch oder sonstwie? Würden die sich gegen die geballte Ärzteschaft auflehnen?

  2. Jeanne sagt:

    sorry, ich muss lachen! und zwar deshalb, weil ich mich an meine erste schwangerschaft errinnert fühle, als ich „nur“ den Triple-Test ablehnte…und zwar mit folgenden worten: „wissen sie was, ich werde mein kristall-pendel fragen. da hab ich eine aussage von 50/50 und mir den hunderter gespart. ich habe gerade 5 finger gezählt, das herz schlagen gesehen und ich habe ihnen bereits mitgeteilt, dass eine abtreibung für mich nie in frage kommen würde!“ ich bekam danach einen stempel mit dem vermerk „test nicht erwünscht“ und der bemerkung „mutter trägt jegliches risiko allein“ in meinen mutterpass geknallt. wohl gleich vorab zur info für die krankenkassen bzgl. der kostenübernahme falls etwas „verrutschen“ sollte…*tsss….ich hab danach den arzt gewechselt, was sonst! leider gibt es nicht viele so selbstbewußte schwangere, die auf ihre intuition vertrauen und den halbgöttern in weiß nicht blind alles glauben…traurig aber wahr: wir sind selbst, oder gerade in diesem „zustand“ eine gute abrechnungsnummer! zum glück gibts das internet und es liegt bei jedem allein sich ausreichend vorab zu informieren…ich kanns nur jedem raten! wissen ist macht und macht ist geld! geld, dass man sich sparen kann ;-)!
    licht und liebe für euch und den baldigen nachwuchs :-)