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Mein Recht auf Kino oder „Isch protestiere“

Seit Wochen habe ich mich darauf gefreut, in Frankfurt ins Kino zu gehen. Ich wollte unbedingt Hape Kerkerlings neuen Film „Horst Schlämmer – Isch kandidiere“ sehen. Ich bin gerade für zwei Tage in Frankfurt und hatte das fest eingeplant.

Ich fuhr also zur Hauptwache mit dem Ziel Kino. In Frankfurt ins Kino zu gehen ist als Rollstuhlfahrerin sowieso eine kleine Mission. Es gibt nicht so viele barrierefreie Kinos, das weiß ich noch aus Jugendzeiten als ich mit Freunden öfter nach Frankfurt gefahren bin.
Jemand empfahl mir das CineStar-Kino am Eschenheimer Turm. Es ist ein relativ modernes Kino in einem alten Gebäude. Ich kam dort an und es war Kinotag. Dementsprechend war der Andrang. Aber die Anzeige sagte mir, es seien noch 107 Karten für Horst Schlämmer verfügbar. Ich war also optimistisch, noch eine zu bekommen.
An der Kasse angekommen, fragte mich die Kinokassenfrau, ob ich alleine ins Kino ginge. Ich sagte „Ja“ und sah an ihrem Gesicht, dass das ein Problem war.

Sie sagte mir, alle Kinos, in denen der Film laufe (an dem Abend gab es vier Vorstellungen) seien nicht barrierefrei – mit einer Ausnahme. Ein Saal sei zugänglich. Dort gebe es nur einen Rollstuhlplatz und der sei vergeben an einen anderen Rollstuhlfahrer. Mit Begleitung sei es aber kein Problem. Ich ahnte schon, dass es weniger ein Platzproblem als irgendeine bescheuerte Vorschrift war und sagte ihr: „Wissen Sie, ich lebe in England. Dort läuft der Film nicht. Ich habe mich seit Wochen darauf gefreut, den Film zu sehen, wenn ich für zwei Tage in Frankfurt bin.“ Ihre Antwort: „Schauen Sie doch einen anderen Film.“ Ich: „Ich glaube, Sie haben mich nicht verstanden. Ich möchte diesen und keinen anderen Film sehen und verstehe nicht, warum ich mit Begleitung plötzlich Platz da wäre. Sie murmelte irgendwas von Sicherheitsvorschriften.

Aha, wieder was gelernt: Ich darf also in Deutschland Alkohol trinken, Auto fahren, an den Wahlen des Deutschen Bundestags teilnehmen und mich wählen lassen. Ich könnte sogar Bundeskanzlerin werden. Aber ich darf in Frankfurt nicht alleine ins Kino. Ja nee, is klar.

Meine Empörung erweichte die Frau und sie sagte, sie würde mir eine Karte verkaufen, aber sie glaube nicht, dass mich die Security in den Saal lassen würde. Sie kenne aber die Regeln nicht so ganz genau.

Ich habe zwar nur ein paar Semester Jura im Nebenfach studiert, aber ich wusste, ich hatte gewonnen. Kam doch mit dem Verkauf der Karte ein Vertrag zustande. Soviel wusste ich. Und selbstverständlich nahm ich mir vor, auf Vertragserfüllung zu bestehen und den Aufstand des Jahrhunderts zu machen, sollte man mich nicht in den Saal lassen.

Als ich bei der Security ankam, interessierten die sich gar nicht für mich. Fragten mich nur, ob sie mir die Tür zum Saal aufmachen sollten.

Als ich reinkam, traute ich meine Augen nicht: Es gab überhaupt keinen Rollstuhlplatz. Nicht einen einzigen. Auch die andere Rollstuhlfahrerin stand mitten im Gang zwischen den zwei Notausgängen. Es war einfach eine leere Reihe, in die 10 Rollstühle gepasst hätten. Hätte ich übrigens eine nicht behinderte Begleitung gehabt, hätte diese weit über- oder unterhalb in einer anderen Reihe Platz nehmen müssen, so wie jetzt der Mann der Rollstuhlfahrerin neben mir.

Aber am Ende zählt ja – frei nach Helmut Kohl – was hinten raus kommt und ich habe ich den Film gesehen. Horst Schlämmer wäre stolz auf mich. Weisse bescheid!

43 Kommentare

  1. Lars sagt:

    Schöne (traurige) Geschichte. Leider gibt es viele Orte in Deutschland und auch dem Rest der Welt, an denen es so her geht. Dafür, dass Du so hartnäckig geblieben bist, möchten wir, die Constantin Film, Dich belohnen. Du bekommst von uns ein Horst Schlämmer Plakat als Erinnerung an den Film. Nimm dazu bitte per Mail Kontakt mit mir auf.

    LG,
    Lars Fanter
    Constantin Film Verleih GmbH

  2. lachgas sagt:

    ja … cinestarkinos … das war das kino das mir mitteilte sie seien im 1. stock (und dort gäbe es dann einen aufzug) aber ich könne meinen rollstuhl ja hochtragen…
    seitdem habe ich ein gespaltenes verhältnis zu cinestar kinos…

  3. Mela sagt:

    Wenn ich mir die Lage der Behindertenplätze hier im größten Kino in Karlsruhe ansehe, dann bin ich jedesmal der Meinung man könne genauso gut ein Schild „Bitte bleibt doch zuhause, euer Geld brauchen wir nicht“ hinstellen.

    Entweder liegen sie ganz hinten seitlich an der Wand wo man den Film aus einem ganz blöden Winkel ansehen darf oder in der ersten Reihe mit garantierten Nackenschmerzen.

    Zählt man dann noch den Stress mit den Zugängen und dem Personal dazu, ist das Geld ein eine gute Heimkinoanlage und die DVD wohl weit besser investiert.

  4. Thomas Tschuchnig sagt:

    Respekt von Dir !!!
    Es gibt viele die wären Umgedreht und Schnauze voll von Kino`s. Zum Glück gibt es Leute die zwar am Anfang Stur sind aber irgendwo in sich drinnen ans Herz fassen !!! Es könnte ja auch der Kassiererin passieren das Sie von heut auf Morgen auch mal in die Lage kommt wo man Sagt nur mit Begleitung !! Wenn meiner einer sowas hört das nur mit Begleitung und derjenige sagt hab Ich keine dann Stell ich mich gern zur Verfügung denn nur Gemeinsam ist man Stark !! Oha Wickie kommt ja auch noch lol
    Gruss Thomas

  5. Michi sagt:

    Einfach unglaublich, was einem als Rollstuhlfahrer immer wieder für Steine in den Weg gelegt werden.

    Warum so viele Menschen sich so verhalten, wie von dir im Blog beschrieben, dass kann ich gar nicht nachvollziehen.

  6. Clemens sagt:

    Fremdschäm, das kann ja wohl nicht wahr sein!!!!! Mensch, es kann doch nicht sein, dass in unserem Land der Ingenieure es nicht möglich ist ein verdammtes Kino, das anscheinend schon neu ist, behindertengerecht einzurichten!! MANN!!

    Sorry, etwas ausgerastet, hoffe der Film war auch gut, was ich gelesen habe, soll die erste halbe Stunde klasse sein und dann wie ein in die Länge gezogener Sketch wirken.

    Was sagst du?

  7. […] link is being shared on Twitter right now. @christiane, an influential author, said Mein Recht auf Kino […]

  8. Frank sagt:

    Ein Jammer :-( Schön das du dich trotzdem durchgesetzt hast! Vorschriften hurra

  9. Dorothea sagt:

    Irgendwann werd ich es tun … ich werd mir ne begabte Zeichnerin packen und einen „Krüppel an der Leine“ zeichnen lassen – genau in dem Stil der Hunde von „wir dürfen hier leider nicht hinein“.

    Und genau DAS werd ich überall dahin pappen, wo „wir“ nicht rein DÜRFEN – denn genau darum handelt es sich hinter den watteweichen Worten von Vorschriften und Sicherheit: um ein KRÜPPELZUGANGSVERBOT.

    Am besten sollen wir in den AusSONDERungsanstalten oder den lieb-lieben Familien versauern, zu Weihnachten hervorgeholt und zum Betatschen oder Bemitleiden ausgestellt.

    Aber LEBEN? Ein Krüppel? Wie ein Mensch?

    Geht nicht. Der ist doch „behindert“

  10. Maren sagt:

    Das ist echt so unglaublich, was man sich gefallen lassen muss, wenn man sich nicht durchzusetzen weiß.
    Und wie ahnungslos man als Nichtbetroffene(r) ist …

  11. suz sagt:

    Klasse! Nur immer weiternörgeln, dass die Menschen in diesem Land endlich beginnen, umzudenken! Freiwillig wäre es mir ja lieber, aber so lernen sie’s ja nie.

    Okay, etwas off-topic, aber ich musste letztens an dich und dein Blog denken, und weil du das Viertel mit Sicherheit kennst, wollte ich es nicht unerzählt lassen…

    Ich war letztens in der Sedanstrasse in Hamburg unterwegs, und suchte einen Parkplatz – natürlich war der einzige freie Parkplatz ein Rollifahrerplatz (wär‘ ja auch zu schön gewesen, um die Mittagszeit im Grindelviertel ;)). Ich fuhr also weiter (und hatte Glück, neben der Polizei war noch was frei) und bin zwei Minuten später am besagten Rolliparkplatz vorbeigelaufen, als ein fetter Geländewagen drauf fuhr. Die Fahrerin blickte zu mir und ich zeigte auf das Behindertenparkplatzschild. Sie guckte mich nur doof an, zuckte mit den Schultern, parkte und lief davon. Okay, dachte ich, ein büschen naiv ist das schon im Politessenviertel so zu parken. Als ich eine Viertelstunde später zurückkam, hing der fette Wagen am Haken. Die Frau wird wohl so schnell nicht mehr dort parken.

    Um wieder aufs Thema zu kommen: ich find’s schon fast grauenvoll, dass man manchen Leuten nur über Gesetze, Verbote und Geldstrafen beikommt. Deshalb: mach weiter ;)!!

  12. Anne sagt:

    Ich wurde letzte Woche in Freiburg/Breisgau im Kino „Harmonie“ (auch eher modern ausgestattet) Zeugin einer ähnlichen Situation. Hier war eine „laufende“ Begleitung mit, es ging auch um Sicherheitsvorschriften etc. Der Chef wurde vergeblich angerufen, keiner wollte irgendwas entscheiden. Es ging dann irgendwie doch. Aber sogar bei öffentlich als besonders integrativ und barrierefrei geförderten und gefeierten Projekten erlebt man Ähnliches, z.B. bei einem internationalen Theaterworkshop mit behinderten Darstellern und ca. 20% Rollstuhlfahrern im Publikum mussten diese alle nebeneinander in der ersten Reihe sitzen, ohne jede Möglichkeit, mit ihrer jeweiligen Begleitung tuscheln oder wenigstens Blickkontakt aufnehmen zu können. Freie Platzwahl für Alle ist in Räumen mit Gefälle sicherlich schwer zu realisieren, eine flexiblere Bestuhlung ließe sich aber allemal einrichten.

  13. MacSpi sagt:

    „es kann doch nicht sein, dass in unserem Land der Ingenieure es nicht möglich ist ein verdammtes Kino, das anscheinend schon neu ist, behindertengerecht einzurichten“

    Natürlich kann man in D komplett behindertengerechte Kinos bauen. Man muss dabei nur so viele Kompromisse einegehen des es entweder sehr teuer oder unatraktiv wird.
    Um mal nur ein Beispiel zu nennen: In D dürfen öffentliche Rampen kein Gefälle > 6% haben. der typische Höhenversatz in Kinos ist aber >10%. Treppen scheiden für Rollstuhlfahrer eher aus.
    Also entweder den Höhenversatz reduzieren -> unatraktiver da schlechtere Sicht. Oder deutlich aufwändigere bauliche Konstruktion -> teurer, bezahlt keiner.

    Auf der anderen Seite könnte man ganz einfach Hörgeschädigten helfen in dem man Untertitel einblendet. Wer das schon mal im Kino erlebt hat wird sich über den anschließenden Kundenschwund nicht wundern.

    Für Blinde könnte man dann noch zusätzliche Beschreibungen in den Tonkanal legen, ist bestimmt auch mal lustig.

    Am Ende hätte man ein Kino das keiner will und extrem teuer ist.

  14. Liz sagt:

    Wie ich immer sach: Wer sich nicht wehrt, macht’s anderen einfach nur zu leicht, es sich bequem zu machen.
    Irgendwie geht mir grad durch den Kopf, dass das Wort „durchgesetzt“ sich in dem Zusammenhang multipelbedeutsam zeigt….
    vG Liz

  15. Christiane sagt:

    @MacSpi
    Sorry, aber Du hast keine Ahnung wie zugängliche Kinos aussehen. Das Problem mit der Steigung stellt sich meist gar nicht, weil der Eingang oft auf der Hälfte des Zuschauerbereichs liegt. Man also in der Mitte sitzt und weder nach oben noch nach unten muss. Es muss lediglich genug Platz da sein, also ein paar Stühle müssen weg sein.
    Ist der Zugang von unten, sitzt man meist in der 3. oder 4. Reihe, Zugang über eine kurze Rampe. Ist der Zugang von oben, sitzt man ganz oben.
    Es gibt bereits Vorstellungen mit Untertitel, die speziell ausgewiesen sind und auch Vorstellungen mit Audiodiskription, die über Kopfhörer gesendet wird. Stört überhaupt niemanden. Ein Kino in Greenwich bietet sogar Vorstellungen für autistische Menschen an, in denen man rumlaufen und aufstehen kann. Ist alles machbar, man muss nur wollen.
    Mein Kinobesuch wäre ja auch nicht an der baulichen Situation gescheitert, sondern an dem Verhalten der Mitabeiterin.

  16. Clemens sagt:

    Ich bin nicht behindert und würde mich freuen, wenn taube und blinde Menschen die Möglichkeit hätten ins Kino zu gehen und ich würde weiterhin ins Kino gehen.

    Die Untertitel stören überhaupt nicht, wäre also möglich! Für die Beschreibungen im Tonkanal könnte man den Blinden extra Kopfhörer geben.

    Beim Kino geht es um ein gemeinschaftliches Event. Man geht hin um einen Film zu schauen, zusammen, und anschließend darüber zu reden (Natürlich auch wegen der besseren Sound und Bildsituation). Warum nochmal soll man hierbei manche Menschen ausschließen. Verstehe ich nicht!

    Und wenn zusätzliche Konstruktionen teuer sind, dann müsste man eben hier mal eben den Staat um Subvention bitten. Und nein, er würde sich nicht in Unkosten stürzen.

    „Natürlich kann man in D komplett behindertengerechte Kinos bauen. Man muss dabei nur so viele Kompromisse einegehen des es entweder sehr teuer oder unatraktiv wird.“

    Und solch ein Satzs strahlt für mich nur von Arroganz, Ignoranz und Unwissen! Du kannst Rohlstuhlplätze überall im Kino anbringen, das scheitert doch nicht an der Neigung. Ich habe mal im Kino gearbeitet und ja, was war sowas von möglich – plus – geh mal nach England!!!

  17. MacSpi sagt:

    @Christiane

    Das sich die Rollstuhlplätze entweder ganz vorn oder ganz hinten befinden wurde in einem Beitrag schon kritisiert (#3, Mela).
    Zudem musst du da beachten das der Notausgang auf der selben Ebene liegt wie der normale Ein/Ausgang _und_ Behindertengerecht ist (keine Treppe, Fahrstuhl verbietet sich auch).
    Bei solchen Notlösungen wie „Wir nehmen in der ersten/letzten Reihe mal ein paar Sitze raus“ drückt man halt ein Auge zu. Wenn man aber wirklich das Predikat barierefrei haben will und regelmäßig Veranstaltungen mit vielen Behinderten hat muß man aber auch auf barierefreie Notausgänge achten.

    „Es gibt bereits Vorstellungen mit Untertitel, die speziell ausgewiesen sind und auch Vorstellungen mit Audiodiskription, die über Kopfhörer gesendet wird.“

    Ja, und wie viele „normale“ besuchen solche Vorstellungen? Tragen die sich finanziell?
    Wir haben hier auch ein Programkino das so etwas anbietet, aber z.B. für alle Vorstellungen Untertitel einzuspielen geht einfach nicht (Schon weil die Verleiher da nicht drauf achten).
    Und ohne die „normalen“ Besucher (die eben nicht in solche Vorstellungen gehen) wäre ds Kino längst pleite. Mit 10-12 Leuten im Saal verdient man halt kein Geld.
    So wie ich dich verstanden hatte ging es dir doch gerade darum normal am Leben teilzunehmen (also zu jeder Zeit in jedes Kino gehen zu können), und da muss man halt auch die gängigen Begebenheiten betrachten.

    @Clemens
    „Und solch ein Satzs strahlt für mich nur von Arroganz, Ignoranz und Unwissen!“

    Ah ja, gutes Argument.

    „Du kannst Rohlstuhlplätze überall im Kino anbringen, das scheitert doch nicht an der Neigung. Ich habe mal im Kino gearbeitet und ja, was war sowas von möglich“

    Klar kann man das machen. Wenn einem Bauvorschriften, Versicherungsschutz und Brandschutz egal sind. Wenn man darauf achtet und den Standard eines modernen Multiplexes anlegt sieht das schon wieder ganz anders aus.
    Kleiner Hinweis: Die Notausgänge müssten auch in der 3. Etage noch ohne Treppen und Fahrstuhl auskommen.

    „– plus – geh mal nach England!!!“

    Vor ein paar Jahren hieß es nocht „Geh doch nach drüben“ wenn man argumentativ am Ende war.
    Btw, da wo mein Haus wohnt scheint es eine Einrichtung zu geben wo (geistig) Behinderte gepflegt werden von denen viele im Rollstuhl sitzen.
    Wenn sie hier in die Kneipe kommen sind das manchmal 40-50 Leute, davon ca. 50% im Rollstuhl. Wo in England kann man denn mit der Gruppe einfach mal in Kino gehen? Also in den selben Film zur selben Zeit?

    Und wie reagieren da die Gäste wenn ab un zu mal einer Schreit (Tourette)?

  18. Clemens sagt:

    Nein, der Satz mit England war ernst gemeint, war hier gestern erst im Kino, da springen einem die Rohlstuhlsitze nur so ins Gesicht, aber egal!

    Ich denke nicht, dass CineStar Bauvorschriften missachtet. Sah eigentlich ganz gut aus, wenn man den Rohlstuhlfahrer durch eine extra Tür ins Kino gelassen hat, an einen Rollstuhlplatz, ganz oben!

    Ich weiß nicht aus welche Resignationskiste sie dich rausgezogen haben, aber du bist für mich das exakte Gegenteil von Fortschritt und Innovation – schade eigentlich! Und mit den deutschen Totschlagargumenten zu kommen „das rechnet sich nicht“, ist billig und ist ignorant und bevor ich jetzt anfange wie man das ganze finanzieren könnte werde ich es hierbei belassen und hoffe, dass auch du noch in unserem Jahrtausend ankommst.

  19. Christiane sagt:

    @MacSpi
    Sorry, ich verstehe jetzt wirklich nicht mehr, worum es Dir eigentlich geht. Das, was Du als unmöglich umschreibst, gibt es bereits – auch in Deutschland. Ich kann die Notausgänge erreichen, neben meinem Partner sitzen und sehe gut auf die Leinwand (nicht vor der erste Reihe etc.) und vor allem, man lässt mich auch ins Kino, wenn ich alleine bin.
    In London laufen sogar viele Theatervorstellungen und Musicals mit Audiodiskription, Schriftdolmetscher oder Gebärdensprachdolmetscher. Und das im kapitalistischen England! Ich bleibe dabei, es ist eine Frage des Willens behinderte Menschen zu integrieren und keine Frage der Machbarkeit.

  20. MacSpi sagt:

    @Christiane

    „Sorry, ich verstehe jetzt wirklich nicht mehr, worum es Dir eigentlich geht. Das, was Du als unmöglich umschreibst,“

    Ich schrieb nichts von unmöglich. Nur halt unverhältnissmäßig aufwendig bzw. nicht wirklich befreidigend.

    „gibt es bereits – auch in Deutschland. Ich kann die Notausgänge erreichen, neben meinem Partner sitzen und sehe gut auf die Leinwand (nicht vor der erste Reihe etc.) und vor allem, man lässt mich auch ins Kino, wenn ich alleine bin.“

    Klar, so etwas gibt es. Es gibt auch Millionäre die ganz unten angefangen haben.
    Jetzt jedem Arbeitslosen zu sagen: „Du willst blos nicht“ ist trotzdem Schwachsinn.

    „In London laufen sogar viele Theatervorstellungen und Musicals mit Audiodiskription, Schriftdolmetscher oder Gebärdensprachdolmetscher. Und das im kapitalistischen England! Ich bleibe dabei, es ist eine Frage des Willens behinderte Menschen zu integrieren und keine Frage der Machbarkeit.“

    Es ist eine Frage der finanzierbarkeit.
    Man könnte so ziemlich alles Behindertengerecht machen wenn man nur dafür bezahlen wöllte.
    Ab einem bestimmten Punkt wird es aber Unsinn.
    Oder anders Ausgedrückt, wenn eine Betreiber Mehraufwand hat um seinen Laden behindertengerecht zu gestalten wird er es tun wenn es sich rentiert, sonnst nicht.

  21. Christiane sagt:

    Oder wenn er dazu verpflichtet wird. Das Cinestar in Frankfurt treibt man sicher nicht in den Ruin, wenn man von ihnen verlangt, ihre Mitarbeiter ordentlich zu schulen und eine angemessene Zahl an ausgewiesenen und erreichbaren Rollstuhlplätzen in ausreichender Anzahl zur Verfügung zu stellen. Man muss es nur wollen, ich bleibe dabei.
    Ich habe nicht den Eindruck, dass es der Kinowirtschaft in den USA oder UK wahnsinnig schlechter geht, weil sie mehr barrierefreie Kinos haben. Auch Rollstuhlfahrer zahlen für ihre Kinokarte…

  22. Der Punkt ist, dass sie sich nicht so anstellen, sondern dem Mensch mal zuhoeren, der da kommt, und dann was gescheites mit der Situation anfangen, da in dem Kino da. Lars von Constantin Film hat ja in etwa begriffen, um was es hier geht. Das begreifen viele andere nicht. Es ist eine taegliche Herausforderung!!! Es saugt Dir die Energie ab! Es ist so unnoetig!

    Es gibt aber auch sehr viele Leute, die ohne groessere Vorschriften zuvorkommend, tolerant, sehr freundlich, hilfreich und offen fuer kreative Loesungen sind. Mir begegnen auch viele solche. Das vergisst man gelegentlich beim (wichtigen aber negativen) Herumbitchen. Ein grosses liebes Hallo an alle diese Leute :-) Danke :-)

  23. bp sagt:

    Auf der anderen Seite könnte man ganz einfach Hörgeschädigten helfen in dem man Untertitel einblendet. Wer das schon mal im Kino erlebt hat wird sich über den anschließenden Kundenschwund nicht wundern.

    Man könnte für die Untertiteln auch einfach eine kluge Lösung suchen wie z.B. das, in amerikanischen Kinos weit verbreitete, Rear Window Captioning System. Hiervon bekommt niemand etwas mit der es nicht möchte. Und, oh Wunder, der Kundenschwund bleibt aus.

  24. MacSpi sagt:

    @bp

    „Few movie exhibitors or theater chains choose to provide Rear Window captioning. One of the reasons often stated for not providing Rear Window captioning is the cost of the hardware (as of 2004, approximately US$12,000 per screen).“

    Hm, irgend wie unterstützt das meine Argumentation.
    Wenn man bedenkt das ein Kino in D (am reinen Film) etwa 2EUR verdient (Gewinn, nicht Umsatz) müssten nur ca. 4100 Leute mehr kommen, pro Sitz.

    Und ein Unternehmen wie Cinemax müsste ca. 33 Millionen EUR ausgeben um 5% der Sitze auszurüsten.
    Wenn man bedenkt das sie pro Sitz und Jahr einen Umsatz (_nicht_ Gewinn) von ca. 1800EUR haben klingt das etwas unrealistisch.

  25. Clemens sagt:

    @MacSpi, das war ein Beispiel von @bp, das impliziert das „z.B.“.

    Doch ich sehe hier schon das gesellschaftliche Problem. Wenn man sich einfach gegen neue Lösungungen sträubt bleibt man wie in der Energiepolitik im Atomstromzeitalter. Man Argumentiert, es gäbe keine anderen Lösungen, alles ist zu teuer und ruht sich bequemst auf diesen Standpunkt aus, anstatt einfach mal nach vorne zu sehen und nach neuen Lösungen zu suchen.

    Neben all den anderen Kommentatoren, die versuchen hier einen Fehler im System zu entdecken oder es bereits getan haben, das für jeden, außer für dich, augenscheinlich da ist, und sogar hier und da Lösungsvorschläge anbieten, lehnst du dich zurück und kritisierst, ohne auch nur einen Funken nach vorne zu schauen. Anscheinend, weil sich nach deinen Augen nichts ändern lässt – etwas fatalistisch, was? Vielleicht ist es auch bequemer!?

    Meine Welt sieht anders aus. Meine Welt sieht so aus, dass man in einer so modernen Gesellschaft wie unserer es sich absolut leisten kann solche Dinge wie Barrierefreiheit voraus zu setzen. Dass man verlangen kann, dass alle Menschen am gesellschaftlichen Leben teilnehmen kann. Dass unsere Gesellschaft so etwas stämmen kann. Und da wird es auch Lösungen für Kinos geben. Dieses Rear Window Captioning System ist wahrscheinlich auch so teuer, weil es so selten genutzt wird, wie mit allem, das keiner kauft. Würde es anfangs (ACHTUNG: Gedankenspiel!!) staatlich gefördert werden, um durch eine erhöhte Nachfrage billiger zu werden, wäre es wahrscheinlich auch realistischer für Kinobetreiber zu installieren. Aber ich nehme an, das wäre jetzt zu viel denken, nicht wahr?

  26. Thomas sagt:

    Ich war gestern in Viernheim im Kinopolis. Ich hatte TELEFONISCH eine Karte reserviert und mich dann auf den Weg (30km Autofahrt) gemacht. Als ich da ankam, wollte mir die Verkäuferin erst sogar noch die Karte verkaufen, bis dann nen Securitytyp kam und sagte „das geht doch gar nicht“. Ergebnis war, dass sie zwar Rollstuhlfahrerplätze haben (die auch im Internet so angezeigt werden), dass diese aber nur über Treppen erreichbar sind (!!!) und dass man die Rollstuhlfahrer dann halt hochträgt. Nur geht das mit nem E-Rollstuhl halt nicht…

  27. the-sun sagt:

    @MacSpi: In anderen Ländern laufen ALLE Filme mit Untertiteln, weil ganz stumpf ALLE Filme im Original gesendet werden und das stört die Besucher gar nicht.
    F.eks.: Norwegen, Dänemark usw. :-_)

    Lg, Britta

  28. suz sagt:

    @MacSpi: normalerweise widerstrebt es mir, auf einem Kommentator, der allein auf weiter Flur steht, auch noch „rumzuhacken“, aber du scheinst ja überhaupt keine Weitsicht zu haben.

    Du folgst einer gefährlichen Argumentationslogik. „Was sich nicht rentiert, wird auch nicht gemacht!“ – wo führt uns das hin? Da kann ich für dich nur hoffen, dass du mit 65 keine Rente willst, mit 70 kein Hörgerät benötigst, mit 75 kein neues Hüftgelenk und in Zeiten von Arbeitslosigkeit kein staatliches Überbrückungsgeld. Und wenn das noch nicht reicht – weil Generationenvertrag – dann müssen wir Menschen verbieten, sich gegen ein Leben mit Kindern zu entscheiden und dann müssen wir die Homosexualität verbieten, weil sie ja – in den meisten Fällen – nicht dazu führt, den Generationenvertrag zu erfüllen.

    Menschlichkeit und selbstbestimmtes Leben ist und darf keine Frage der finanziellen Mittel (sein). Es ist eine grundlegende Frage, in welcher Gesellschaft wir leben wollten.

  29. Thomas sagt:

    Jetzt, wo ich MacSpi’s Kommentare gelesen habe, muss ich auch nochmal:

    Ich finde es falsch bzgl. der Forderung nach Barrierefreiheit nach dem Grenzgewinn zu fragen. Wenn Barrierefreiheit eine gesetzliche Vorschrift wäre (wie z.B. Brandschutzvorschriften, die solange es nicht brennt auch keiner braucht), dann würde sich ein potentieller Kinobetreiber nur noch fragen, lohnt sich das Gesamtprojekt oder nicht. Darin sehe ich kein Problem und die unternehmerische Entscheidungsfreiheit wird auch nicht eingeschränkt, lediglich auf neue gesetzliche Füße gestellt.

    Du stellst deine Argumentation unter das Deckmäntelchen der Rentabilität. Das tun viele und ständig, aber die Frage ist, ob das so sein muss. Sollten Menschenrechte, wie z.B. Gleichbehandlung, nicht mehr gelten als Rentabilität? (vorausgesetzt, dass der Gewinn größer Null ist…)

    Ich habe BWL studiert und bin mir der heutigen Rendite- und Margengläubigkeit bewusst. Allerdings sieht man auch immer wieder unternehmerische Entscheidungen, die ganz klar sozial begründet sind, weil sie langfristig für das Unternehmen mehr Sinn machen. Das erfordert natürlich Mut, eine gesunde Unternehmenskultur und ein gewisses finanzielles Polster, aber ich bin mir sicher, dass bei einer grundsätzlich sozialen Haltung der finanzielle Erfolg nicht ausbleiben wird.

  30. Susie sagt:

    Ich finde es super wie du reagiert hast, den Mut oder vielmehr soviel Selbstbewusstsein haben nur wenige und genau dies wird in Deutschland ausgenutzt. Du kannst echt stolz auf dich sein, Horst Schlemmer wäre es bestimmt auch.

  31. MacSpi sagt:

    @the-sun

    „In anderen Ländern laufen ALLE Filme mit Untertiteln, weil ganz stumpf ALLE Filme im Original gesendet werden und das stört die Besucher gar nicht.
    F.eks.: Norwegen, Dänemark usw. :-_)“

    Richtig, von da weiß ich ja wie nervig das ist. Noch besser ist nur Polen wo _ein_ Synchronsprecher oft alles spricht.

    @suz

    „Du folgst einer gefährlichen Argumentationslogik. “Was sich nicht rentiert, wird auch nicht gemacht!” – wo führt uns das hin?“

    Mehr oder weniger zu unserer heutigen Gesellschaft.
    Bzw. auch nicht. Die extreme Staatsverschuldung ist ja auch darauf zurückzuführen das man nicht wirtschaften kann.

    “ Da kann ich für dich nur hoffen, dass du mit 65 keine Rente willst, mit 70 kein Hörgerät benötigst, mit 75 kein neues Hüftgelenk und in Zeiten von Arbeitslosigkeit kein staatliches Überbrückungsgeld.“

    Sorry, ich bin Selbststäniger, um die ganzen Sachen muss ich mich alleine kümmern. Das einzige was ich bekäme wäre HIV, nach dem ich irgend wann mal meine Erspaarnisse aufgebraucht habe.

    „Menschlichkeit und selbstbestimmtes Leben ist und darf keine Frage der finanziellen Mittel (sein). Es ist eine grundlegende Frage, in welcher Gesellschaft wir leben wollten.“

    So ein Unsinn, wenn ich das Geld nicht habe um alle optimal medizinisch zu versorgen dann geht es halt nicht. Was nicht heißt das man gar keine Versorgung mehr bekommen soll, nur das was tehcnisch noch möglich wäre ist halt 1. selten sinnvoll und 2. oft zu teuer.

    @Thomas
    „Ich finde es falsch bzgl. der Forderung nach Barrierefreiheit nach dem Grenzgewinn zu fragen. Wenn Barrierefreiheit eine gesetzliche Vorschrift wäre (wie z.B. Brandschutzvorschriften, die solange es nicht brennt auch keiner braucht), dann würde sich ein potentieller Kinobetreiber nur noch fragen, lohnt sich das Gesamtprojekt oder nicht. Darin sehe ich kein Problem und die unternehmerische Entscheidungsfreiheit wird auch nicht eingeschränkt, lediglich auf neue gesetzliche Füße gestellt.“

    Richtig, ähnlich wie beim Rauchverbot. Da muss sich dann jede kleine Kneipe eine Behindertentoilette installieren. Das das je nach begebenheit fast unmöglich ist (in DD Neustadt sind viele Kneipen ehemalige Wohnungen, die Toilette sind im Keller) und finanziell den Ruin bedeutet ist ja egal, hauptsache der eine Rollstuhlfahrer im Jahr kann sein kleines Wasser trinken.

    „Du stellst deine Argumentation unter das Deckmäntelchen der Rentabilität. Das tun viele und ständig, aber die Frage ist, ob das so sein muss. Sollten Menschenrechte, wie z.B. Gleichbehandlung, nicht mehr gelten als Rentabilität?“

    Gleichbehandlung ja. Gleichbehandlung ist aber jedem das selbe Angebot zu machen und nicht für jede Gruppe irgend eine Extrawurst zu braten.
    Genau das wird hier aber gefordert.

    „(vorausgesetzt, dass der Gewinn größer Null ist…)“

    Ach, na gucke da.

  32. Christiane sagt:

    @MacSpi
    Bei allen Vorschriften muss in Deutschland das Gebot der Verhältnismäßigkeit gewahrt werden. Ich sehe nicht, wie da ein Mini-Cafe im Keller verpflichtet werden sollte, einen barrierefreien Zugang zu bauen und eine Behindertentoilette, die die Hälfte des Platzes wegnimmt. Ich kenne kein einziges Unternehmen, das in den Ruin getrieben wurde, weil es zur Barrierefreiheit verpflichtet wurde. Ganz im Gegenteil, die Behörden pochen ja oft nicht einmal auf die Einhaltung der bereits vorhandenen Regelungen.

    Es gibt in England übrigens 600 Jahre alte Pubs, die barrierefrei sind mit entsprechender Toilette. Ich habe nicht in den Eindruck, dass das die Besitzer in den Ruin getrieben hat. Im Gegenteil, die freuen sich über die vielen älteren Menschen, die auch noch kommen, wenn sie nicht mehr gut laufen können.

    Übrigens gerade Dresden hat im Bereich Barrierefreiheit ziemlich viel gemacht in den letzten 10 Jahren – trotz des alten Baubestands etc.

    Aber ich glaube, ich weiß jetzt, was Dein Standpunkt ist. Ich hoffe, der ändert sich spätestens dann, wenn Du Deine Eltern im Rollstuhl durch die Gegend fährst oder selber mal nicht mehr so gut laufen / hören / sehen kannst.

  33. ich fand es immer ok, meine versicherungsbeitrage zu zahlen und ich finde es auch ok, wenn dann der zeitpunkt kommt, dass man etwas davon benoetigt, das verantwortungsvoll zu tun. es ist fuer mich ok, kinoeintritte so teuer zu machen, dass viele leute reinkoennen, und ich bin sehr froh, wenn an der supermarktkasse jemand mir manchmal etwas beim einpacken hilft. ich habe auch anderen leuten schon geholfen, es is ein geben und ein nehmen. so ist es eine gemeinschaft. es geht vor allem ums menschenbild, das man so hat. und ich lebe gerne in einer welt, in der das recht viele leute begriffen haben :-) umgekehrt sehe ich es als kollektive aufgabe, sich hier nicht aus dem skript schreiben zu lassen. originalsprache mit untertiteln im kino ist das beste, was es gibt. @macspi, was bist du denn fuer einer.

  34. the-sun sagt:

    @MacSpi:

    Ja, du findest es vielleicht nervig weil es für dich ungewohnt ist.

    Für Norweger ist die Schrift einfach ein Teil des Bildes. Abgesehen davon, dass man in skandinavischen Ländern null Verständnis dafür hat, dass in Deutschland alles synchronisiert wird, bzw. es ist nur schwer rüberzubringen, dass die eigentliche Qualität darunter nicht oder nur selten leidet. Das Totschlagargument ist dann ‚aber da bewegen sich doch die Lippen anders als das Gesprochene‘. Richtig. Da lässt sich nicht mehr gegenargumtieren.

    Und was Norweger nicht kennen, wird eben misstrauisch beäugt. Wie das halt so überall in der welt ist ;-)

  35. Frank sagt:

    Ich kann zur Abwechlsung mal Positives berichten. Hier in einer kleinen Großstadt haben vor einigen Jahren alle Kinos dichtgemacht. Dann hat ein kleines Kino wieder eröffnet und explixit dafür geworben, dass es billig, rollstuhlgerecht und für Begleitpersonen kostenlos ist.
    Etwas später wurde hier ein großer Kinoneubau eröffnet und da sitzt der Rollstuhlfahrer in fast alle Sälen im Logenbereich (zahlt aber nur der Normalpreis) und die Begleitperson (ich!) sitzt kostenlos daneben im Logensessel (mit Kopfstütze und Armlehen) ;-) Nur in den beiden kleinen Säälen gibt es keine Loge (aber trotzden Rollstuhlplätze).
    Da meine Frau im Rollstuhl sitz und ich als Begleitperson dabei bin, ist das für uns ein relativ günstiges umd komfortables Vergnügen.

  36. Thomas sagt:

    @Macspi:

    „Ach, na gucke da.“

    Ne, nix „gucke da“. Ich sage, dass Barrierefreiheit Voraussetzung sein soll. Und wenn sich das gesamte Kino dann rechnet, wird’s umgesetzt. Nur wenn es sich nicht lohnt, kann man über Abweichungen nachdenken.

    Dein Weg bedeutet, dass ein Kinobetreiber darüber nachdenkt und eine Kalkulation aufstellt der Art „20000€ Investition bei 1, 2 Rollstuhlfahrern im Monat lohnt sich nicht“. Und dieser Weg ist falsch, weil er nicht auf Fakten basiert sondern auf dem Bauchgefühl des Betreibers.

  37. Petra sagt:

    Ich finde es echt schade, dass Behinderte vor Notausgängen „abgestellt“ werden. Warum kann in einem Kino nicht auch für Behinderte Platz geschaffen werden? In öffentlichen Einrichtungen, wie Ärztehäusern müssen sogar Behindertentoiletten zugänglich sein. Kann man sowas nicht auch für Kinos fordern? Platz für Behinderte? Hat doch auch was mit dem Grundgesetz und den Menschenrechten zu tun, meiner Meinung nach. Ob es den Vorschriften eher entspricht, wenn der Behinderte samt Rollstuhl Notausgänge versperren muss?

  38. Marko sagt:

    Einfach nur traurig, ich schäme mich richtig für die Frau an der Kasse.
    Deutschland müsste insgesamt Rollstuhlgerechter werden.
    Habe gestern eine Reportage gesehen über die Zustände an Hamburger S-Bahn Stationen, eine Schande!
    Ich hoffe, dass dir der film wenigstens gut gefallen hat ;-)

  39. bp sagt:

    Die Frau an der Kasse oder allgemein das Personal mit direktem Kundenkontakt hat in Deutschland viel zu oft im Kopf: „Ich und mein Arbeitgeber können richtig Ärger bekommen, wenn ich diese oder jene Versicherungs-, Brandschutz- oder sonstige Vorschrift nicht beachte.“

    In den USA hat Personal an der Front (trotz interessanter Haftungsgesetze!) als erstes im Kopf: „Ich und mein Arbeitgeber können richtig Ärger bekommen, wenn ich jemanden aufgrund einer Behinderung etwas verweigere.“

  40. blu-ray sagt:

    also im Cinestar Saarbrüclen haben Sie auch einen Aufzug und in den Kinosäälen habe die auch extra Rollstuhlfaher logen.

  41. Burberg sagt:

    soll jetzt eine Behindertentoilette in meine Kneipe einbauen .
    habe das Geld nicht ,und platz ist nicht vorhanden .

    keine Behindertentoilette keine Erlaubniss zu eröffnen.

    Danke liebe Behinderte das ichr mich Arbeitsloss gemacht habt.

  42. Christiane sagt:

    @Burberg
    Schön zu hören, dass es Städte gibt, wo die Einhaltung der Bauordnung überprüft wird. Bevor man ein Lokal eröffnet, muss man sich mit den entsprechenden Vorschriften auseinandersetzen und dazu gehören auch Bauvorschriften. In immer mehr Bundesländern hängt die Betriebserlaubnis an der Barrierefreiheit. Sorry, aber darüber muss man sich vorher informieren.

    Wenn der Bescheid unverhältnismässig ist (zu wenig Platz), kannst Du Widerspruch einlegen. Ich vermute aber eher, da hat jemand bei der Planung gepennt und jetzt sagt das Bauamt „Is nicht“.

  43. Der Film hat mich ein wenig enttäuscht. Ich hatte höhere Erwartungen.