Share on FacebookShare on Google+Flattr the authorTweet about this on Twitter

Learning by doing

Nachdem die erste Ausgabe meiner Zeitung verteilt ist, habe ich ein bisschen Zeit, Resumee zu ziehen. Ich habe noch nie zuvor in meinem Leben so viel gelernt wie in den letzten Monaten. Über Geschäfte machen, England, Deutschland und über mich selbst. Ich bin im Frühjahr letzten Jahres auf die Idee gekommen, diese Zeitung zu gründen. Damals war ich noch bei BBC. Es gibt in London für jede Community eine Zeitung, nur die Deutschen, Österreicher und Schweizer haben keine, dabei ist die Gruppe relativ groß (ca. 200 000 im ganzen Land) und es gibt diverse Geschäfte, die sich nicht zuletzt an deutschsprachige Kunden richten.

Wenn man im Jahr 2008 eine Zeitung gründet, ist die Anzahl der Menschen, die einen nicht für verrückt halten, relativ überschaubar. Umso wichtiger war es, selbst an das Projekt zu glauben und sich sehr darauf zu besinnen, was man wirklich will. Ich habe mir mal eine Liste mit Dingen zusammen geschrieben, die ich jedem raten würde, der sich selbstständig machen will und die mir sehr geholfen haben.

  • Glaub an Dich selbst und an Dein Produkt. Es gibt keinen wichtigeren Ratschlag.
  • Sei realistisch. Klein anfangen ist oftmals das Beste.
  • Gib alles ab, was andere besser können als Du, aber behalte die Kontrolle.
  • Man muss nicht alles können, aber man kann vieles lernen.
  • Sammele Leute um Dich herum, die Dich unterstützen. Leute, die Dir alles madig machen, helfen Dir nicht.
  • Vermeide Zeitdiebe. Man trifft sie überall, sie machen sich wichtig und am Ende kommt nichts dabei raus.
  • Man kann nicht jeden glücklich machen, auch nicht alle Kunden.
  • Hör auf Dein Bauchgefühl, inbesondere wenn Du Leute einstellst oder Verträge schließt.
  • Rede mit Deiner Zielgruppe. Früh, immer und kontinuierlich.
  • Lass Dir Ratschläge geben, aber entscheide selbst.
  • Jeder Mensch macht Fehler. Am Ende ist alles gar nicht so schlimm.
  • Hab Spaß daran, was Du tust.

6 Kommentare

  1. nic sagt:

    Herzlichen Glueckwunsch! Bin schon ganz gespannt auf die erste Ausgabe. Ich glaube, ich brauche dringend mal wieder deutsches Mehl vom German Shop…

  2. andrea sagt:

    Diese Liste unterschreibe ich sofort:
    „Bleib Dir selbst treu bei allem, was Du tust.“

    Und ich würde noch gerne ergänzen:
    Einfach weiter machen, wenn’s mal nicht so gut klappt.

  3. Ralph Raule sagt:

    Liebe Christiane,

    sehr schön geschrieben und auch herzlichen Glückwunsch zu Deiner Selbständigekeit, welche ich Dir vom Herzen gönne!

    Nun kannst Du Dich vielleicht auch ein wenig in uns vom Gebärdenwerk hinein fühlen, als wir 2003 das Gebärdenwerk gegründet haben. Heute sind wir nun ein Stück weiter und „reifen“.

    Die erste Phase der Existenzgründung ist eine nicht leichte, wird aber stark getragen von einer inneren Euphorie. Wichtiger wird es dann in 1-2 Jahren, wenn die ersten „Hänger“ kommen. Denn dann kommt die Phase und auch Erkenntnis, dass man sich quasi immer wieder selbst neu erfinden muss, um sich behaupten und weiter entwickeln zu können.

    Ich freue mich für Dich und verfolge Deine Entwicklung gespannt! Und Du weißt auch, Du kannst mich immer fragen, wenn Du Rat brauchst. Auch wenn ich hier in Hamburg ein wenig weiter weg bin und in London die Uhren ein wenig anders ticken.

    Herzliche Grüße

    Ralph Raule

  4. Nina sagt:

    Ein wichtiger Tipp (obwohl ich nicht weiß, ob dich was vergleichbares in England erwartet) für „neue“ Selbstständige:

    Achtet unbedingt genau auf eure Buchhaltung. In Deutschland laufen fast alle Selbstständigen in die „Falle des dritten Jahres“. Das ist der Zeitpunkt, wo das Finanzamt das erste Mal die richtige Einkommenssteuerforderung macht: Für das erste Firmenjahr, hochgerechnet dann auch gleich für das zweite (beides gemeinsam dann auf der Stelle als Forderung) und zusätzlich wird die Einkommenssteuervorauszahlung meist massiv angehoben, da nun die ersten reellen Zahlen bekannt sind.

    Das bricht ganz vielen Jungunternehmern (fast oder ganz) das finanzielle Genick, da man sooo leicht unterschätzt wie hoch diese finanzielle Forderung ist.

    Ich spreche aus eigener Erfahrung (wenn gleich ich mit einem blauen Auge darüber hinweg gekommen bin) und aus den Beobachtungen bei vielen anderen Jungunternehmern.

    Abgesehen davon: Ich finde deinen Mut zu diesem Projekt klasse und drücke dir ganz fest die Daumen, dass deine Wünsche und Träume mit dieser Firma in Erfüllung gehen :-)

  5. Mike sagt:

    Man sollte an seinen Träumen fest halten, dann schafft mans auch. Die Liste die hats auf den Punkt gebracht!

  6. Niels sagt:

    Meinen Glückwunsch. Ich hatte Dein Blog schon mal vor ’ner gefühlten Ewigkeit für eine Weile gelesen und bin jetzt über die Rivva-Verlinkung Deines Interviews wieder draufgestoßen. Herrlich, dass es heute noch Leute gibt, die Zeitungen gründen.