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iTunes und meine Lebenswirklichkeit

Unternehmen wie Apple sind ja angeblich gewappnet für die Globalisierung. Ich möchte da Zweifel anmelden, denn Apple kommt im Fall von iTunes nicht einmal mit meiner bescheidenen Lebenssituation zurecht.

Ich habe vor ein paar Tagen Karten für das Herbert Grönemeyer-Konzert in London gekauft. Diese habe ich telefonisch bestellt und per Post erhalten. Bei den Tickets lag ein iTunes-Gutschein. Diesen wollte ich gerade einlösen und bekam den Hinweis, dass der Gutschein nur für den britischen iTunes-Store gültig ist (macht ja auch Sinn bei Herbert Grönemeyer – haha). Also bin ich in den britischen iTunes-Store, um den Gutschein einzulösen. Dort war zwar der Gutschein gültig, aber man sagte mir, mein Account sei nur für den deutschen Shop nutzbar. Soll ich mir jetzt für den britischen iTunes-Store einen neuen Account zulegen? Was sagt denn das DRM von iTunes dazu? Und warum muss man im Internet als internationales Unternehmen eigentlich ein Pass und ein Visum verlangen? So komme ich mir nämlich gerade vor. Die Barrieren beim internationalen Onlineeinkauf sind in dem Fall ja fast höher als bei Überqueren der Schengengrenze. Jedenfalls auf Kundenseite. Sonst hat Apple ja keine Probleme, was die Verfügbarkeit meiner Daten international angeht.

19 Kommentare

  1. Guildenstern sagt:

    ich hab noch lustige Coca-Cola-Codes mit denen ich insgesamt 6 Lieder von iTunes runter laden könnte. Natürlich ging es auch nicht weil mein iTunes-Account ein Deutscher ist. Als ich mir nen englischen Account machen wollte, ging es nicht, weil die an der Kreditkartennummer festgestellt haben, dass das keine britische Kartennummer ist.

    Ich finde das auch saublöd. Saublöd ist auch, dass die Stores regional unterschiedliche Auswahl haben. Das läge wohl an Lizenzproblemen – meinte ein Bekannter von mir.

    Aber es ist schon verwunderlich, dass ausgerechnet im Internet solche Grenzen selbst innerhalb Europas bestehen. Ich hab nächste Woche mein Kapitel England jedenfalls eh abgeschlossen ;-)
    Deutschland ich komme.

  2. […] YouTube Contact the Webmaster Link to Article drm iTunes und meine Lebenswirklichkeit » Posted at Behindertenparkplatz on Thursday, August 16, 2007 Unternehmen wie Apple sind ja angeblich gewappnet für die Globalisierung … für den britischen iTunes-Store einen neuen Account zulegen? Was sagt denn das DRM von iTunes dazu View Original Article » […]

  3. Solon sagt:

    Ich vermute stark, dass das mit den Rechteinhabern der Musik von Grönemeyer zu tun hat, sprich der Musikindustrie. Also zumindest als Grund dafür, dass iTunes unterscheiden muss zwischen verschiedenen Ländern. Denn es könnte gut sein, dass diese Rechteinhaber Apple/iTunes andere Konditionen auferlegt haben beim Verkauf von Grönemeyer-Songs in England als in Deutschland. Ob Apple/iTunes dann das Problem nicht trotzdem besser hätte lösen können für internationale Kunden, ist natürlich weiterhin eine berechtigte Frage.

  4. DrNI sagt:

    Bei mir ist das noch einfacher. Ich benutze ausschließlich Linux und dafür gibt es einfach gar kein iTunes. Aber es macht mir nicht so viel aus, daß Apple mit mir keine Geschäfte machen will, bei Amazon gibt es schließlich CDs…

  5. Kille sagt:

    Hallo Christiane,

    das oben beschriebene Problem ist gar nicht ein Problem von iTunes, die koennten das technisch ohne Probleme umsetzen… in diesem Fall ist es die Musikindustrie, die mal wieder ein halbes Jahrzehnt hinterher hinkt.
    Die Musikindustrie bestimmt ob und wann ein Song in einem Land erhaeltlich ist. Die Musikindustrie versucht das also Online dadurch zu beeinflussen, dass sie das an den Accounts fest machen.

  6. kandelaber sagt:

    yup, bekanntes Problem und für den Kunden scheinbar wirklich unlösbar (zweiten Account anlegen hab ich aber aufgrund der von Dir geäußerten Bedenken ebenfalls nicht probiert).

    Liegt aber wahrscheinlich gar nicht so sehr an Apple, sondern an den Rechteinhabern (sprich Labels und so).

  7. Christiane sagt:

    Ich kann bei Amazon problemlos international einkaufen, auch Musik und trotz Buchpreisbindung in manchen Ländern…
    Wenn iTunes einen Gutschein verschenkt, gibt es keinen Grund, den auf ein Land zu beschränken. Es ist kein Grönemeyer-Gutschein, sondern ein Gutschein für irgendein Lied.

  8. Guildenstern sagt:

    eben, das ist ja das bekloppte… man kann mit nem deutschen Account im englischen iTunes-Store einkaufen. Nur die Gutscheine gehen nicht.

  9. Christoph sagt:

    Auch wenn Amazon und andere Online-Händler Audio-CDs über die Grenzen hinweg verschicken – es ist wirklich eine Vorgabe der Musikindustrie, die Download-Lizenzen auf nationale Märkte zu limitieren. Bei iTunes kann man dies mit mehreren Accounts umgehen. Ich habe für mein iTunes parallel einen deutschen und einen US-Account – auch um an Inhalte ranzukommen, die im deutschen iTunes-Store gar nicht angeboten werden. Die beiden Accounts funktionieren (in einer iTunes-Musikbibliothek) wunderbar nebeneinander.

    Die einzige Hürde die Apple aufstellt, ist eine gültige Adresse und Kreditkarte aus dem jeweiligen Land. Bei meinem US-Account ist die Kreditkarte längst abgelaufen – und ich kann derzeit auch keine aktuelle mehr besorgen. Daher bestücke ich den Account mit iTunes-Gutscheinen, die ich in den USA kaufe bzw. mir mitbringen lasse. Der britische iTunes-Laden hat übrigens den Nachteil, deutlich teurer zu sein, als iTunes in den USA oder in Deutschland. Aber in GB sind wohl auch die CDs in den Läden teurer als auf dem Kontinent(?).

  10. Guildenstern sagt:

    weiß ich nicht so recht, ob das stimmt. Es gibt hier viele Discount-Möglichkeiten. Ich hab mir Neon dingens Bible von Arcarde Fire gekauft, als die schon Monate in den Charts war. Im Supermarkt für 6.50Pfund.Es gibt hier auch jede Menge 2nd-Hand Plattenläden. Ich glaub fast, dass Musik das einzige in UK ist, was nicht so sch… teuer ist

  11. peter podding sagt:

    Was ist aus der guten alten CD geworden. Sie wird von so vielen verschmäht. Eine CD bietet im Gegensatz zu Musik aus Online-Stores die bessere Tonqualität, schöne Cover-Art und ist oft nicht einmal teurer.
    Also ich kann getrost auf iTunes mit seinem Store verzichten. Um Musik auf meinen iPod zu kopieren benutze ich die schlanke iPod-Software PoddoX und so bin ich von Apples merkwürdiger Software iTunes unabhängig.

  12. Tim sagt:

    Ja von wegen Globalisierung..
    Mag ja sein dass es nicht an den technischen Möglichkeiten von Apple hapert, dass ist mir als Benutzer aber recht egal! Ich kann mit meinem deutschen Account ja nichtmal international einkaufen, sprich Lieder oder Videos im US oder anderen Itunes-Stores kaufen.

  13. Christoph sagt:

    @ Tim:
    Für Knecht Ruprecht ist es schon wichtig, wer dafür verantwortlich ist, wenn er seine Rute rausholt und auf die Bösewichter einschlägt …

  14. Max sagt:

    Faszinierendes Thema, beschäftigt mich schon lange.

    1. Apple hat Ärger von der EU bekommen weil in seinem iTunes Store der europäische Binnenmarkt nicht umgesetzt wird.

    2. Die Lizensen für Musik werden nur national von der Musikindustrie vergeben (Apple kann also nicht die Lizens für Grönemeyer für die ganze Welt kaufen, sondern nur jeweils einzeln. Die Lizensen kosten in unterschiedlichen Ländern unterschiedlich viel und müssen wahrscheinlich auch nach Ländern aufgeschlüsselt verkauft werden)

    3. Verdient sich auch Apple ein goldenes Näschen an den unterschiedlichen Preisen in den verschiedenen Ländern. In Deutschland kostet ein Lied 99 Euro-Cent, in den USA nur 99 US-Cent, also 67 Euro-Cent. Könnte man weltweit einkaufen (was technisch möglich ist) würde Apple in Deutschland wesentlich weniger verdienen. Und das wollen sie sicher nicht.

    4. Das Land des Käufers wird mit Hilfe der Kreditkartenadresse festgestellt.

    5. Das gleiche Spiel gibt es oft auch bei Flügen (Beispiel: Hamburg-München mit Lufthansa kostet für Deutsche ab 99 Euro, für Amis ab 99 Dollar) oder Mietwägen etc. Gab es schon immer nur ist es früher niemandem aufgefallen.

  15. Christoph sagt:

    @ Max:
    Man benötigt keine Kreditkarte, um einen iTunes-Account einzurichten, um beispielsweise einen iTunes-Gutschein einzulösen.

    Das Land des Käufers wird bei iTunes-Konten ohne Kreditkarte allein durch die Angaben des Käufers bestimmt. Daher ist es theoretisch für einen Briten möglich, sich mit einer Fake-US-Adresse für den US-iTunes-Store anzumelden und das Konto mit US-Gutscheinen zu füllen, die bei eBay gehandelt werden. Man verstößt dabei allerdings gegen die iTunes-AGB.

  16. Michou sagt:

    das gleiche Problem habe ich gerade jetzt mit Frankreich.
    Ich habe seit Jahren über meinem deutschen Account bei iTunes Frankreich eingekauft. Und seit 2 Tagen ist es mir nicht mehr möglich.
    Ich kriege die Meldung : Account nur für deutsche store gültig.
    Wenn ich mich bei den Franzosen anmelden will, wollen die von mir eine französische Postadresse.
    Ich wechsle zur Konkurrenz !!!

  17. Daniel sagt:

    Na toll, Ich hab gradeben nen 15 Pfund Gutschein bekommen. Was zum Teufel soll ich jetzt damit machen?! Im deutschen iTunes wird mir Gesagt: Der Gutschein stimmt nicht mit ihrem Land überein gnagnagna … (oder so ähnlich). Ja toll, jetz ham die 15 Pfund ausgegeben und ich kann se nitemal einlösen. Da wären sie besser dran gewesen wenn die mir das Geld geschickt hätten. Aber was soll ich jetzt mit dem Gutschein?!

  18. Christoph sagt:

    Man kann inzwischen leicht bei iTunes einen Account für ein anderes Land eröffnen, auch wenn man dort nicht wohnt. Man muss nur bei der Anmeldung eine schlüssige Adresse angeben, z.B. von einem Hotel in London. In iTunes kann man dann auch mehrere Accounts aus verschiedenen Ländern parallel verwenden.

  19. Mario sagt:

    @Christoph: Ich hatte ein ähnliches Problem, aber da half auch die Hotel-Adresse nicht weiter. Ich bezweifle auch, das ausgerechnet die Hotel-Adresse schlüssig ist?