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Die Rundfunkgebühren und die Aktion Mensch

Seit die Aktion Mensch so heißt wie sie heißt und nicht mehr Aktion Sorgenkind, ist sie mehr und mehr zur Soziallotterie für alle Gruppen und nicht mehr nur für behinderte Menschen geworden. Kann ich mit leben, muss ich ehrlich sagen. Eine der aktuellen Kampagnen ist „Die Gesellschafter“-Kampagne. Sie behandelt nur noch wenig das Thema Behinderung, sondern geht der Frage „In was für einer Gesellschaft wollen wir leben?“ nach. Zu der Kampagne gibt es ein Tagebuch, in dem jeden Tag eine andere Persönlichkeit das aktuelle Nachrichtengeschehen kommentiert.

Und was lese ich da heute? „ARD und ZDF bekommen Recht – so geht es nicht weiter!“ lautet die Überschrift zu einem Kommentar über die gesetzlichen Rundfunkgebühren. Der Autor schimpft auf die Öffentlich-Rechtlichen und stellt die Gebühren in Frage. Das muss ich sagen, liebe Aktion Mensch, ist journalistische Unabhängigkeit! Da kann sich ja der ein oder andere Verleger noch eine Scheibe abschneiden. Immerhin steht nicht zuletzt das ZDF hinter der Aktion Mensch, der Intendant ist ihr Vorsitzender. Der Text ist zwar inhaltlich etwas heikel, aber wenigstens hat der Autor die in Augen der GEZ richtige Wortwahl genutzt. Schade eigentlich. Ich musste bei dem Gedanken, dass die GEZ nach Akademie.de nun auch die ZDF-nahe Lotterie abmahnen könnte, ein wenig schmunzeln.

2 Kommentare

  1. Egon sagt:

    Würde die GEZ aber nicht machen. Ich habe vorhin erst einen Artikel gelesen, wonach die GEZ nach einem entsprechenden BILD-Artikel quasi eine Gegendarstellung veröffentlichte anstatt gegen die BILD vorzugehen. Abgemahnt werden nur die Kleinen.
    Grundsätzlich möchte ich übrigens das öffentlich-rechtliche Medienangebot nicht missen. Ich frage mich nur, ob die derzeitige Gebührenfinanzierung der richtige Weg ist. Warum finanziert man es nicht gleich über eine Steuer? Im Endeffekt muss sowieso fast jeder zahlen. Sogar wenn man das Angebot nicht nutzt. Ich kenne einige ohne Fernseher. Aber die haben einen PC.

  2. David sagt:

    Die GEZ als nicht-staatliche Institution soll die Unabhängigkeit der Rundfunkanstalten sicherstellen. Würde das Geld per Steuer eingetrieben, säße die Regierung am Geldhahn. Finde ich auch gut so, auch, wenn ich die GEZ aufgrund ihres Verhaltens für absolut untragbar halte und selbst diese „Absicherung“ der Unabhängigkeit natürlich auf recht wackligen Beinen steht.