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Das Busfahrer-Problem

Am Freitag bin ich mal wieder an einen Problem-Busfahrer geraten. Problem deswegen, weil er ein Problem damit hatte, mich mitzunehmen. Beim ersten Bus fuhr die Rampe nicht mehr ein nachdem ich eingestiegen war und so warteten alle Fahrgäste auf den nächsten Bus. Man muss sagen, dass die Abstände, in denen die Busse vor unserer Haustür kommen, nicht mit denen in Acton, wo ich vorher gewohnt habe, zu vergleichen sind. Da kommt immer sofort ein anderer Bus.

Der zweite Bus kam also und der Busfahrer fuhr die Rampe nicht aus. Ich bin zu ihm nach vorne und fragte ihn, ob die Rampe kaputt sei. Er sagte nur „Take the next one“. Ich wiederholte wieder meine Frage, ob denn die Rampe kaputt sei. Er meinte, es sei kein Platz für mich im Bus. Der Bus war halb leer. Ich empörte mich über sein Verhalten und dann kam auch schon der nächste Bus, der mich mitnahm. Aber ich habe mich natürlich total geärgert. In solchen Momenten danke ich den schlauen Leuten, die das Handy erfunden haben. Ich habe sofort bei Transport for London angerufen und mich beschwert. Das Gute ist, so oft mir das auch passiert, ich habe den Eindruck, die nehmen das wirklich ernst. Ich muss den Fahrer beschreiben, meine Daten werden aufgenommen und sie fragen mich, ob sie mich anrufen dürfen, falls sie noch weitere Fragen zu dem Vorfall haben.

Ich denke viel darüber nach, warum sich manche Busfahrer so verhalten, weil ich das so überhaupt nicht verstehen und auch nicht akzeptieren kann. Ist es ein kulturelles Problem? Sind die schlecht geschult? Oder einfach nur total bescheuert? Egal wie die Antwort ausfällt, alles kein Grund, mich nicht mitzunehmen.

13 Kommentare

  1. Markus Ladstätter sagt:

    Ehrliche Anwort: da mir das ja auch immer wieder passiert: sie sind zu faul, bzw. verstehen gar nicht was „dahinter“ steckt. Wenn nämlich jeder so reagiert kommt man nie weiter, und schliesslich ist man ja Kunde und nicht Bittsteller; abgesehen davon, dass es eine Diskrimierung ist.

  2. Urs Müller sagt:

    Naja, ich kenne die Fahrer in England nicht, habe aber mal an einem Ort gearbeitet, wo viele Buslinien starten und enden.
    Und an einer Linie fuhren die Fahrer den ganzen Tag eine sehr verkehrsreiche Strecke mit engem Fahrplan. Nach einem halben Tag waren die Typen einfach durch. Zu viele idiotische Autofahrer die drängeln, Fahrräder die sich selbstmörderisch durch die Strassen schwingen. Also haben die Fahrer meistens die Anschlüsse nicht mehr abgewartet und waren auch sonst recht unfreundlich.
    Das soll jetzt keine Entschuldigung werden, aber ich würde es auf jeden Fall nicht persönlich nehmen.

  3. gb sagt:

    @Urs: dann sind die aber im falschen Job gelandet… Oder akzeptierst Du es auch, wenn *Du* im Regen stehengelassen wirst, weil der Busfahrer es wichtiger fand, erst in Ruhe seinen Kaffee auszutrinken? Sorry, nein…

  4. Christiane sagt:

    @Urs
    Wenn 20 Leute in den Bus dürfen, aber ich nicht, dann fühle ich mich durchaus persönlich angegriffen. Und sicherlich ist Bus fahren in London kein Vergnügen, aber das ist deren Job. Dass sie Angst haben, die Fahrpläne nicht einzuhalten, ist in London unbegründet. Die Fahrpläne hier geben die Zeit an, wann der Bus garantiert *nicht* kommt. :-)

  5. Photographil sagt:

    Das ist definitiv Diskriminierung. Mach nächstes mal nen foto mit deinem handy – egal ob später etwas zu sehen ist oder nicht. Bestimmt bekommt der Busfahrer kalte Füsse. Und selbst wenn er dich dann rein lässt, würd ich mich trotzdem noch bei TfL beschweren, das kann’s doch nicht sein – auch wenn die Jungs n scheiß Job haben.

  6. Specki sagt:

    Hallo,

    habe heute Morgen im Radio gehört, dass die Bogestra (ÖPNV im Ruhrgebiet) rasch die neue EU-Vorschrift anwendet, nach der künftig nur noch ein Rollstuhl pro (nicht speziell umgerüstetem) Bus zugelassen sei. Ich kannte diese Regelung gar nicht.

    http://www.newstix.de/?session=&site=actual&startentry=0&entmsg=true&mid=6126

    Mein Gott, was lassen sich EU-Bürokraten noch alles einfallen? *kopfschüttel* Damit haben die Fahrer ja jetzt quasi ihren Freifahrtschein, um Rollstuhlfahrer abzuweisen…

  7. Bettina sagt:

    Fies! Manchmal muss man sich als ÖPNV-Nutzer echt so einiges gefallen lassen. Aber Kopf hoch, es geht auch anders: vor ein paar Wochen saß ich (in Deutschland!) in einem völlig überfüllten Bus. Es waren schon zwei Kinderwägen und ziemlich viele stehende Fahrgäste im Bus, als wir vor einer Behinderteneinrichtung hielten und zwei Rollifahrer einsteigen wollten. Leider passte beim besten Willen nur noch einer in den Bus. Was tat der Busfahrer? Stieg aus, hielt den hinter uns fahrenden Bus (eine Leerfahrt) an, und der nahm die Dame dann einfach mit. Ein fitter Busfahrer kann manchmal echt einen riesen Unterschied machen!

  8. Jan sagt:

    @ Specki:
    Die Bogestra fährt in Bochum und und Gelsenkirchen (daher auch der Name), manchmal auch noch kurz über die jeweiligen Stadtgrenzen, aber nicht „im Ruhrgebiet“ im Allgemeinen.
    Ja, diese neue EU-Richtlinie zieht immer weitere Kreise, in Hamburg z.B. gilt sie auch schon. Vor einigen Wochen kam dazu auch ein Beitrag bei Extra 3 im NDR-Fernsehen.

  9. Dorothea sagt:

    Wenn es doch so viele hübsche „SONDER“-„Behinderten“-„TRANSPORTE“ gibt ganz extra für uns :-)

    Hat den Vorteil, dass der Anblick realer Krüppel der „normalen“ Welt erspart bleibt, die Behindis sind „sicher“ verräumt, kommen auch ganz bestimmt nicht zu den Zeiten dahin und wieder weg, wann sie wollen (und geben es irgendwann auf, zuhaus/im „Heim“ ists doch irgendwie am schönsten) – und man kann mit feuchten Äugelein „Gutes Tun“ und spenden, ganz ohne mit „denen“ jemals wieder zusammen zu treffen.

    Oh du fröhlichehehe, oh du seligehehe, schöne neue Nichtkrüppelwelt

  10. TV Blog sagt:

    Ach, die Busfahrer. Das sind doch die, die auch bei Glatteis einfach von Fahrbahnrand losfahren ohne Rücksicht auf Verluste. Die sind das doch oder ?

  11. Eva sagt:

    Puh, das ist ja wirklich heftig. Hoffentlich hat das Konsequenzen für den Busfahrer!

  12. Frank sagt:

    Bei einer unserer letzten Busfahrten hatten wir eher das Erlebnis, 3 Jungen (ca. 12 Jahre alt) beobachten zu dürfen, die nach Anblick meiner Frau im Rollstuhl, tierisch Spaß daran hatten Behinderte mit Grimassen und Geräuschen zu imitieren (ja, meine Frau hat auch eine Sprachbehinderung).
    Wenige Wochen später trafen wir auf dem Weg zur Massagepraxis auf mehrere Kinder (ca. 8 bis 12 Jahre) die uns bis zur Praxis verfolgten und ebenfalls solche Imitationen machten.
    Okay, es ist nun nicht so, dass meine Frau damit jetzt ein Problem hat, wir sind eher der Meinung, dass DIE Probleme haben.
    Aber seltsam fand ich das schon, wir hatten soetwas schon lange nicht mehr erlebt.
    Nur, wie soll man reagieren? Wir versuchen es immer zu ignorieren, um die nicht noch mehr zu ermuntern.

    mfg
    Frank

  13. Fabian sagt:

    Bin durch Zufall auf deinen Blog & deinen Beitrag hier gestossen. Is schon ne Frechheit…und auf jeden Fall ists top, dass du hier darüber berichtest. Ich find deine Erfahrungen hier sehr interessant. Bin zwar nicht an einen Rollstuhl gebunden, aber ich hab schon oft daran gedacht, dass es einfach mal jedne treffen kann. zack, ein Unfall und man sitzt auch in sonem Ding.