Share on FacebookShare on Google+Flattr the authorTweet about this on Twitter

Blinde sitzen am Fenster – oder sie fliegen raus

Blogger Jim Fruchterman hat dokumentiert, wie ein amerikanischer blinder Flugreisender bei Drangonair aus dem Flugzeug befördert wurde, weil er nicht am Fenster sitzen wollte und mit einem Fluggast den Platz getauscht hat.

Hintergrund dieser Regelung bei manchen Fluggsellschaften ist, dass sie der Auffassung sind, der behinderte Fluggast darf den nicht behinderten Fluggästen bei einer Flucht im Notfall nicht im Weg rumsitzen, was ich ziemlich diskriminierend finde und bei Blinden sowieso falsch ist, denn die bleiben im Notfall ja sowieso nicht sitzen, sondern laufen mit dem Strom und finden im Dunkeln ja sowieso am schnellsten raus.

23 Kommentare

  1. […] her post Blinde sitzen am Fenster – oder sie fliegen raus, Christiane notes (in translation) that “The background of these regulations that some air […]

  2. Wolf sagt:

    In den USA nehmen trotz anderslautender Behauptungen der TSA die Sicherheitsleute Rueckgriff auf ausserordentlich verstoerende Praktiken – gerade auch bei Behinderten, deren Strip Search zT oeffentlich zur Schau gestellt wird.

    http://waronyou.com/2008/07/tsa-agents-forced-woman-to-remove-nipple-rings-pulled-pants-off-disabled-man/

    http://www.amputee-coalition.org/inmotion/mar_apr_02/airprt.html

    http://www.worldnetdaily.com/news/article.asp?ARTICLE_ID=32203

    Es empfiehlt sich, entweder die USA ganz zu meiden, oder die Sicherheitssituation extrem vorsichtig zu klaeren, sich dabei wo notwendig von einer Begleitperson filmen zu lassen, oder dann eben die Unmoeglichkeiten hinzunehmen.

  3. niels sagt:

    Mag sein, dass die Policy, blinde Passagiere nur am Fenster zu plazieren, idiotisch ist. Aber wenn mir an Bord eines Flugzeuges die Crew einen Platz zuweist, aus welchen Gründen auch immer, sollte ich den tunlichst akzeptieren. Wenn ich dann Stunk mache, ist es kein Wunder, dass ich rausfliege. Die Besonderheiten des Fliegens bringen es mit sich, dass da oben einer das Kommando haben muss.

    Guter alter Rechtsgrundsatz dazu: Dulde und liquidiere. Solchen Anweisungen sollte man Folge leisten und die Angelgenheit im Nachgang bei den geeigneten Stellen eskalieren.

  4. Soulman sagt:

    Ich bin auf einem Auge blind. Darf ich dann nur im Mittelsitz sitzen?

  5. Golfox sagt:

    Mein erster Kommentar kam irgendwie nicht durch, daher versuche ich es jetzt einfach nochmal:

    So ganz so einfach, wie das Thema dargestellt wird, ist es m. E. nicht:

    Bei einem Notfall an Bord hängen die Überlebenschancen aller Passagiere in extremen Maße von einer sehr schnellen Evakuierung ab.

    Im Zulassungverfahren für Verkehrsflugzeuge wird eine Evakuierung innerhalb von 90 Sekunden unter Benutzung von maximal der Hälfte der verfügbaren Notausgänge gefordert.

    Dieser Wert kann nur erreicht werden, wenn alle Passagiere möglichst verzögerungslos zum nächsten benutzbaren Ausgang strömen.

    Dazu werden z. B. in einem solchen Fall die Kommandos von den Flugbegleitern bewusst gebrüllt, um ein Stocken des Passagierstromes durch zögernde Passagiere zu vermeiden (Ich spreche im Zusammenhang mit vielen Menschen eigentlich ungerne von „Menschenströmen“, „Menschenwellen“ u. ä., aber ich habe mich belehren lassen, daß viele Menschen in Panik eher strömungsdynamischen Gesetzen gehorchen als ihrem individuellen Verstand…).

    Gefährlich wird es, wenn ein Mensch in diesem Strom zögert oder evtl. weil er einen Ausgang zwischen den Sitzen übersehen hat, versucht, sich gegen den Strom zu stellen. Hierbei erhöht sich dann in der Schlange von Leuten der „Druck“, so daß Passagiere stolpern, die Bewegung weiter ins Stocken gerät, nachfolgenden panische Passagiere versuchen zu schieben, dadurch Leute stolpern und gefallene Leute evtl. schlicht überrannt werden.

    Aus diesem Grund ist die Theorie einer Evakuierung, behinderte Passagiere nicht im allgemeinen Passagierstrom mitschwimmen zu lassen, da sie entweder den Strom aufhalten würden oder im Extremfall sogar mit tödlichen Folgen überrannt würden, sondern sie über die Sitzplatzwahl (in der Mitte zwischen zwei Notausgangsreihen am Fenster) an das Ende des Passagierstromes zu bringen.

    Soweit die Theorie dahinter. Was jetzt in diesem angesprochenen Fall genau der Hintergrund gewesen sein mag, vermag ich nicht zu sagen, da ich die Vorschriften dieser Airline (und die Intentionen dahinter) nicht kenne.

    Ich persönlich hätte als Vorschlag für eine solche Situation, daß sich ein blinder Passagier wegen mir gerne während des Fluges umsetzen kann, aber während Start und Landung (in der Luft wird ja eher selten evakuiert, außer es handelt sich um eine Fallschirmabsprungmaschine….;-)) macht es m. E. nach schon Sinn, den zugewiesenen Fensterplatz einzunehmen.

    Viele Grüße,

    Golfox
    Kapitän Airbus A320

  6. Christiane sagt:

    @Golfox
    Und wie sieht dann das Evakuierungsszenario aus? Alle dürfen schnell raus, nur die behinderten Passagiere müssen warten? Und warum setzt man nicht auch Menschen ab 70 ans Fenster? Die sind ja auch nicht mehr so gut zu Fuß. Und Kinder, die auch nicht alles sofort kapieren? Und wie wollt Ihr einen querschnittgelähmten Reisenden vom Fenster wieder an den Gang kriegen, wenn es eine Reihe mit 3 Sitzen ist? Ist es nicht besser, wenn der schon evakuierungsbereit am Gang sitzt, weil man ihn im Notfall kaum durch die Reihe gezogen kriegt, wenn er selber nicht mithelfen kann und es eng ist?
    In Europa ist ein Verhalten wie bei Dragonair übrigens so nicht mehr möglich seit der neuen EU-Richtlinie. Behinderte Menschen können wie nicht behinderte Menschen ihren Sitzplatz frei wählen (Ausnahme Notausgang, im Rahmen der normalen Bedingungen für die Sitzplatzvergabe).

  7. Golfox sagt:

    @Christiane
    Wenn jemand zwischen zwei Notausgängen am Fenster sitzt, so ist er, selbst wenn er direkt mit dem Rest der Leute aufspringt am Ende des Evakuierungsstromes, da der Passagierfluss sich theoretisch an seinem Sitz nach vorne und hinten teilt (jeweils zum nächstgelegenen Ausgang). Es besteht also nicht die Gefahr, von nachdrängenden mobileren Passagieren „übertrampelt“ zu werden. Das ist der eigentliche Sinn hinter dieser Regelung.

    Auch Passagiere, die anders eingeschränkt sind, werden z. B. auch nicht in die Notausgangsreihe gesetzt (Kinder, fremdsprachige Leute, die Evakuierungskommandos nicht verstehen, ältere Leute, die nicht in der Lage sind, die Tür oder das Notfenster zu bedienen etc.).

    Zur Frage des Evakuierungsszenario: Es ist üblicherweise so, daß die Flugbegleiter zuerst versuchen, soviele mögliche Ausgänge zu öffnen und den Evakuierungsstrom in Gang zu bekommen. Es hat sich herausgestellt, daß die Evakuierung am effektivsten ist, wenn möglichst viele Ausgänge, möglichst schnell zur Verfügung stehen.

    Eigentlich eine simple Erkenntnis, aber man hat auch versucht z. B. die Evakuierung an sich über einen Ausgang zu beschleunigen durch geordnetes Aussteigen, Zusammenfassung der Passagiere in Gruppen o. ä.. Allerdings wie schon vorher beschrieben, regelt sich der Evakuierungsvorgang eher nach „Strömungsgesetzen“, sprich eine Flüssigkeit läuft aus einem Gefäß am schnellsten ab, wenn es möglichst, viele und möglichst große Löcher hat.

    Ein Flugzeug in einem Evakuierungsfall ist nichts anderes als ein solches Gefäß und die Passagiere sind die „Flüssigkeit“.

    Aus diesem Grund ist die erste und oberste Priorität das Öffnen der Ausgänge und die Sorge, diese Ausgänge möglichst schnell mit einem steten Strom an Passagieren zu versorgen.

    Vorausgesetzt mindestens die Hälfte der Ausgänge funktioniert und wird geöffnet, so ist der Flieger in 90 Sekunden leer und dann ist für die Flugbegleiter Zeit, sich um hilflose Passagiere zu kümmern (Behinderte, unbegleitete Kinder, Verletzte).

    Dann ist auch Platz und Bewegungsfreiheit in der ansonsten engen Röhre, sich zu den Plätzen vorzubewegen (Zu versuchen, sich während der Evakuierung zu irgendwelchen Orten im Inneren des Flugzeuges gegen den Strom fortzubewegen ist nahezu unmöglich.).

    Die Intention meiner Kommentare ist es übrigens nicht, hier irgendwelche Regelungen um ihrer selbst willen zu verteidigen. Ich möchte nur darauf hinweisen, daß es für manche Regelungen Gründe gibt.
    Ich habe kein Problem damit, diese Regelungen zu ändern, wenn dadurch ein gleiches oder besseres Sicherheitsniveau erreicht wird als vorher.

    Gruß,

    Golfox

  8. Dorothea sagt:

    Golfox,

    kannst du zustimmen, dass die -einmal als vernünftig gesetzte- Regelung angesichts der vielfältigsten Diskriminierungen, die sogenannte „Behinderte“ in ihrem Alltag erleben, als ein erneuter Affront hinsichtlich „unseres“ Lebenswertes ankommen kann?

    Wissenschaftliche Erkenntnis hin oder her – gerade diese, die Wissenschaft nämlich, wird recht „gern“ dazu herangezogen, „unseren“ Unwert zu untermauern resp. zu beweisen.

  9. Thomas sagt:

    ich bin ein Krüppel und ich finde, was Golfox gesagt hat, klingt logisch und nachvollziehbar. Ich hätte ehrlich gesagt eher Angst, von größeren und schnelleren Passagieren überrant zu werden und würde (vermutlich) sowieso versuchen, mich an den Schluss des „Stroms“ zu „begeben“.

  10. Markus Ladstätter sagt:

    „He was patted down, his wheel chair was examined and his hands were swabbed, all in public view in a see-through room at the security checkpoint.“

    Kommt mir sehr bekannt vor.

  11. Christiane sagt:

    @Thomas
    Ich sitze auch lieber am Fenster und würde als Letzte aus dem Flugzeug gehen, aber darum geht es hier doch gar nicht. Es geht um die Wahlfreiheit und behinderten Menschen einen angenehmen Flug zu ermöglichen. Bei manchen behinderten Passagieren ist es besser, wenn sie am Fenster sitzen, bei anderen, wenn sie am Gang sitzen und bei wieder anderen ist es egal. Die Sicherheitsmassnahmen müssen verhältnismässig sein und irgendwann hört es einfach auf. Mit der Einschränkung, nicht am Notausgang sitzen zu können, kann ich leben. Aber ich möchte entscheiden, ob ich lieber am Gang oder Fenster sitze. Es soll übrigens auch Airlines geben, die vorschreiben, dass man unbedingt am Gang sitzen muss, was nur deutlich macht, dass es das ultimative Rettungskonzept nicht gibt.

  12. Wolfgang sagt:

    > Es geht um die Wahlfreiheit und behinderten Menschen einen angenehmen Flug zu ermöglichen.

    Nein Christiane ich muss hier Niels zustimmen. Es geht darum, dass man mit den Leuten, die für die Sicherheit eines Flugzeugs verantwortlich sind keine Diskussion anfangen kann. Sorry aber das ist unmöglich. Du kannst jetzt und hier der Flugline schreiben und deine Argumente beilegen. Aber wenn die eine Dienst- und Sicherheitsanweisung umzusetzen haben, dann setzen die diese um.

    Übrigens: Wenn du jetzt zum Beispiel mit einem Briefwechsel diesen Dialog führst und du Kontakt bekommst zu jemandem, der für die Sicherheit zuständig ist. Dann wirst möglicherweise eingeladen und dann musst du mindestens einen Vortrag halten müssen von 1/4 vor einem Expertengremium von 10-15 Personen und deine Denkweise erklären und einen Satz Fragen beantworten. Dann werden auf irgend einem Trainigsgelände einige Übungen gemacht, in der auch Blinde einbezogen werden und wenn die alle dann entsprechend ausgehen und einer Änderung keine Gegenargumente in den Weg legen, dann nickt diese Expertenrunde die Änderung der Sicherheitsanforderung ab. Diese geänderte Sicherheitsanforderungen werden dann von jeweiligen Unternehmen übernommen (oder auch nicht). Und dann – erst dann (!) – darf ein Blinder nicht am Fenster sitzen.

  13. Christiane sagt:

    Ich muss gar keinen Vortrag oder Brief schreiben, weil die Regelungen in der EU schon andere sind – und zwar auch für ausländische Airlines, die die EU anfliegen.
    Übrigens, wenn ich jedesmal, wenn mir was nicht passt, nur Briefe schreiben würde, aber alles über mich ergehen lassen würde, könnte ich eine Armee an Schreibkräften beschäftigen. Die Mehrheit der Menschen, mit denen ich zu tun habe, macht in solchen Situationen von ihrem Ermessensspielraum Gebrauch. Die Regelung bei Dragonair gilt übrigens auch für gehörlose Passagiere, was irgendwie zeigt, wie da nachgedacht wurde. :-)

  14. Golfox sagt:

    @Dorothea
    Mir ist durchaus bewusst, daß Behinderte schon per se mit vielen Einschränkungen zurecht kommen müssen und daß weitere von außen auferlegte Einschränkungen z. B. durch Regeln oder Vorschriften als mehr als ärgerlich empfunden werden.

    Und aus diesem Grund finde ich auch, daß es durchaus ein mehr als berechtigtes Anliegen ist, solche Regeln nach ihrer Sinnhaftigkeit extrem kritisch zu hinterfragen!

    Aus diesem Grund schrieb ich ja auch meinen ursprünglichen Kommentar: Ich möchte gerne den Hintergrund dieser Regelung darstellen. Da ich selbst nicht blind oder gehbehindert bin, kann ich mich nur auf die mir bisher zur Verfügung gestellten Begründungen verlassen.

    Umso mehr interessierte mich hier, daß ich auch mal die andere Seite zu hören bekomme und mitkriege, welche Auswirkungen diese Regelungen haben.

    Wie bereits gesagt, ich habe keine Probleme damit, auf die Änderung solcher Regeln zu drängen, wenn sie sich als untauglich oder unnötig erweisen.

    Dazu ist es aber erstmal erforderlich, den Sinn und die Intention der ursprünglichen Regeln zu kennen (denn nicht immer sind solche Regeln aus irgendeinem diskriminatorischen Hass entstanden) und zu verstehen, was damit erreicht werden sollte.

    Mich als Kapitän interessiert an erster Stelle die Sicherheit im Flugzeug und an zweiter Stelle aber auch der Komfort meiner Gäste (egal ob sie behindert oder nichtbehindert sind).

    Wenn es also Möglichkeiten gibt, behinderten Gästen mehr Komfort zu bieten, ohne die Sicherheit einzuschränken, so bin ich für Anregungen durchaus offen und will diese gerne bei meinem Arbeitgeber anbringen. Ob es dann auch umgesetzt wird oder werden kann, liegt dann allerdings nicht unbedingt mehr in meiner Entscheidung.

    Gruß,

    Golfox

  15. dorothea sagt:

    _DAS_ sollte dich weniger wundern – immerhin sind „wir“ sogenannten „Behinderten“ doch eine gleichförmige, krüpplige Masse. Eben Behindis.

  16. Artur sagt:

    Ich bin selbst blind und bin davon überzeugt, dass ich gerade im Notfall, wen die Beleuchtung auch noch ausgefallen sein sollte, den Weg besonders schnell und sicher zu finden. Im Gegenteil, ich würde mir sogar zutrauen, Passagiere, die meist auf ihr Sehvermögen angewiesen sind, angemessen aus dem Flugzeug zu helfen.

    Andererseits kann ich mir nur schwer vorstellen, dass überhaupt von diesen Richtlinienerstellern daran intresse besteht, Passagiere, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, zu retten. die meisten Fluggesellschaften in Europa nehmen gar keinen Bordrollstuhl auf Kurzstrekcken mit an Bord, um im Notfall diese Passagiere herauszuholen. Des weiteren sind viele der Flugbegleiter völlig überfordert, so einen Bordrollstuhl aufzubauen und zu bedienen, auch wenn noch kein Notfall ist. Wenn ein Bordrollstuhl an Bord ist, wissen die meisten Flugbegleiter garnicht, in welchem Schrank dieser verstaut wurde, wenn er nicht zusätzlich mit Handgepäck zugestellt wurde. Wenn man dann noch im besten Falle davon ausgeht, dass ein Flugbegleiter den Bordrollstuhl findet, bedinen kann und mit disem von einem Schrank am Anfang oder am Ende des Flugzeugs zur Mitte eilt, dann muss dieser den Passagier über eins bis zwei Sitze herausziehn (vom Fenster zum Gang) und dann komplett durch das halbe Flugzeug ziehen. Wenn man weiss, wie schwierig es ist den Bordrollstuhl samt Passagier ohne Notfall durch das halbe Flugzeug zu ziehen und ein wirkliches Interresse hätte, behinderte Passagiere im Notfall zu retten, hätte man mobilitätseingeschränkte Passagiere gleich in die Nähe eines Ausgangs gesetzt – natürlich in der Nähe des Schranks mit dem Bordrollstuhl – und nicht auf einen Sitz, der so weit wie möglich von jedem Ausgang und von jedem Schrank mit vielleicht einem Bordrollstuhl ist.

    Wenn also mein Eindruck mich nicht täuscht und es eh kein Interesse gibt, behinderte Passagiere zu retten, sondern nur dafür gesorgt werden soll, dass diese nicht bei der Rettung von nicht-behinderten passagieren in die Quere kommen, dann muss man diese Richtlinien als diskriminierend einstufen. Denn es geht nur um die Bevorzugung von nicht-behinderten Passagieren bei der Rettung im Notfall.

    Zum Glück hat die EU diese Diskriminierung verboten. Jetzt warte ich noch auf die Verpflichtung, dass Bordrollstühle auf jedem Flug mitgenommen werden müssen. ;)

  17. Wolf sagt:

    gleichförmige, krüpplige masse :-) sehr schön gesagt. darüber und weil diese präzision derart abstrus ist werde ich jetzt sicher den rest des tags immer wieder darüber lachen. verrückt ist nur, dass du damit recht hast. wir sind eben die behindis.

    wir wollen aber nun nach links und nach rechts schauen und einander die hand geben als ein zeichen der liebe: sagt mal, wo setzen sie eigentlich gebiffträger hin? wenn die sich beim durchs verrauchte absturzobjekt stolpern dann verschlucken ist mit dem vollrohr passagierstrom doch auch eher so aus die maus?

  18. Wolfgang sagt:

    Hallo Arthur

    > Bordrollstuhl

    Du hast nun einen so langen Beitrag geschrieben über fehlende Bordrollstühle. Soll ich dir sagen, warum die fehlen?

    Wenn es eilt und ein Gehbehinderter irgendwo sitzt, dann kommt ein Besatzungsmitglied, schappt sich den und transportiert den zur Tür und dann in die Rutsche.

    Ich weiß nicht, ob du dir im Klaren bist, dass so ein Flugzeug schneller geräumt sein muss als man für das herrichten eines solchen Rollstuhls braucht.

    Das ist ja schon im Straßenverkehr so. Nehmen wir an, ich komme irgendwo in einen Unfall rein und leiste erste Hilfe. Ein Wagen brennt, es sitzt noch einer drin. Dann stelle ich fest, dass der behindert ist und einen Rollstuhl im Wagen hat. Was glaubst du, was ich dann mache? Es gibt im Ersten Hilfe Kurs einen Griff zum Transport von Bewußtlosen. Damit ziehe ich dich aus dem Wagen und aus der Gefahrenzone und es ist mir sch….egal wenn dein Rollstuhl verbrennt.

    > Im Gegenteil, ich würde mir sogar zutrauen, Passagiere, die meist auf ihr Sehvermögen angewiesen sind, angemessen aus dem Flugzeug zu helfen.

    Sorry aber das ist absoluter Unfug. Du hast noch nie eine Notfallübung mitgemacht. Du bist Passsagier und kein Mitglied der Crew und hast einfach nur zu tun, was die Leute von der Besatzung sagen. Du führst nichts und niemanden. Das lassen die überhaupt nicht zu. Das dürfen die auch nicht zulassen.

  19. Wie Arthur freue auch ich mich auf den Tag, an dem der Bordrollstuhl endlich zum Standardinventar eines Fliegers gehört. Gegenwärtig ist es so, dass die EU Flugverordnung die Mitnahme des Bordrollstuhls nicht explizit fordert. Jedoch heißt es dort, dass der Passagier Recht auf „Hilfestellungen“ hat, um die Toilette zu erreichen.

    Das Problem ist, dass die Crew diese Forderung ohne Bordrollstuhl kaum realisieren kann.

    Deswegen habe ich beim Deutsche Bundestag eine Petition eingereicht, in der ich einen barrierefreien Zugang zur Toilette fordere. Seit dem 6.11.2008 ist die Petition veröffentlicht. Ich freue mich über Mitzeichnende!

    Link zur Petition: https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=894

  20. […] Stöbern durch das Internet stieß ich über einen Blog, der sich darüber ereiferte, was wohl letztens bei einem […]

  21. […] blinde Fluggast, der von Dragonair aus dem Flugzeug geworfen wurde, führt jetzt einen sehr interessanten Schriftwechsel mit der chinesischen Regierung. Sehr […]

  22. ich sagt:

    Kennt jemand die EU Flugverordnung, bzw hat einen Link ?
    Ich musste schon zweite mal bei TuiFly am Fenster sitzen.

    https://www.tuifly.com/de/agent/abb.html

    7.4
    Nachfolgender Personenkreis darf bedingt durch Sicherheitsauflagen der Behörden nicht in den Notausgangsreihen sitzen:

    * Babys und Kinder (bis einschl. 11 Jahren)
    * Personen, die Tiere in der Kabine mitführen
    * werdende Mütter
    * körperlich und/oder geistig behinderte Personen
    * Personen, die durch ihre Körpermaße, Krankheit oder aus Altersgründen eingeschränkt beweglich sind

  23. Wie reagiert ein blinder Mensch in einer Notsituation, kann wahrscheinlich niemand so richtig beantworten.
    Von den großen Flugzeugherstellern werden immer wieder Rettungsübungen durchgeführt aber haben die Blinde oder gehbehinderte Menschen in die Test mit einbezogen ???