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Antrag bewilligt – nach drei Tagen

Ich habe meinen ersten Antrag gestellt und was soll ich sagen, er wurde bewilligt. Nach nur drei Tagen! Ich hatte einen Antrag auf eine Taxicard gestellt, mit der ich für den Preis einer U-Bahnfahrkarte Taxi fahren kann. Die Taxicard bekommen nur behinderte Menschen, die blind sind oder gar nicht gehen können. Je nach Gemeinde gibt es dann eine bestimmte Anzahl von Fahrten im Jahr – ein guter Nachteilsausgleich, wenn man bedenkt, dass man die U-Bahn als Rollstuhlfahrer so gut wie nicht nutzen kann. Die Taxicard gibts einkommensunabhängig (es geht ja nicht um Almosen!) und jeder zahlt den gleichen Preis, den er auch für eine U-Bahnfahrt hätte berappen müssen.

Ich habe also das Formular nach bestem Wissen ausgefüllt und habe meinen Hausarzt abstempeln lassen. Fragen zur Behinderung werden hier übrigens auf Formularen viel konkreter gestellt als bei uns. „Können Sie gehen?“ „Wenn ja, wie lange brauchen sie für 100 Meter…“ etc. Bei uns wird häufig nach der Behinderung gefragt, selten wie sich diese konkret auswirkt. Nach nur drei Tagen war der Antrag bewilligt und nach vier Tagen hatte ich den Bescheid in meinem Briefkasten. Das nenne ich mal schnell!

Ein Kommentar

  1. Dorothea sagt:

    IMHO zeigt sich in den genaueren Fragen auch eine andere Herangehensweise. Hier in Deutschland gibt`s den Stempel „behindert“ = Nichtskönner, Pflegling, HilfloseR, in GB wird offensichtlich danach gefragt, was jemand _kann_. Besonders sympathisch ist mir dabei die Frageform: können Sie gehen. Eben nicht: können Sie NOCH gehen. Als ob es selbstverständlich ist, dass irgendwann jedeR vollständig immobil ist.

    Und dass es sich um einen echten Nachteilsausgleich handelt und nicht um Almosen für die nichtproduktiven Hascherln, ist natürlich wirklich klasse!

    Seufz, ich wünschte, ich wär auf der Insel ;-)