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Antidiskriminierungsgesetz

Die Bundestagsdebatte zum geplanten Antidiskriminierungsgesetz hat heute in Medien einen gewaltigen Nachhall erfahren. Die CDU/CSU und die Wirtschaftsverbände befürchten den Untergang des Abendlandes. Von Standortnachteilen, Klageflut, Bürokratismus etc. ist die Rede.

Ich halte diese Ängste für völlig übertrieben. Ich bin für ein Antidiskriminierungsgesetz,

  • weil ich die Möglichkeit haben will, in jedes Restaurant zu gehen
  • weil ich die Möglichkeit haben will, in jeder Disco zu tanzen
  • weil ich die Möglichkeit haben will, jeden Film im Kino anzusehen
  • weil auch pflegebedürftige Menschen eine Unfallversicherung abschließen möchten
  • weil ich der Lufthansa keine Antwort mehr auf Fragen nach meiner medizinischen Diagnose geben will
  • weil ich die Möglichkeit haben will, jede Ferienwohnung zu buchen
  • weil ich problemlos ein Konzert besuchen will
  • weil ich die Möglichkeit haben will, eine Gruppenreise zu buchen
  • weil ich mein Auto für den gleichen Preis wie nicht behinderte Menschen versichern will.

Ich könnte die Liste endlos verlängern. Wer gegen ein Antidiskriminierungsgesetz ist, verwehrt mir die Grundvoraussetzungen für eine gleichberechtigte Teilhabe. Bislang habe ich gegen oben genannte Diskriminierer keinerlei Handhabe. Und das muss sich ändern. Es muss einfach teuer werden, behinderte und andere Menschen zu diskriminieren. Denn letztendlich ist es mir egal, ob mir der Kinobesitzer eine Kinokarte aus Überzeugung verkauft oder weil er gesetzlich dazu verpflichtet ist. Hauptsache ist, ich kann den Film sehen.

5 Kommentare

  1. Outsider sagt:

    Ich schließe mich Deiner Meinung 100%-ig an. Sie auch mein Beitrag vom 21.01.2005

  2. Für ein Antidiskriminierungsgesetz

    Behindertenparkplatz: Antidiskriminierungsgesetz (23.1.05)

  3. martin sagt:

    wow, das neue layout fetzt ;-)

  4. Robert sagt:

    ich bin mir nicht sicher, ob ich für ein derartiges gesetz sein soll, denn:

    Art. 3, Abs. 3 Grundgesetz:
    Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

    wenn ich das so sehe, wäre ein zusätzliches antidiskriminierungsgesetz reine geldverschwendung. lieber sollte man den von mir zitierten artikel ergänzen. wozu gibt es denn ein grundgesetz?

  5. Christiane sagt:

    Hallo Robert,

    das Grundgesetz verpflichtet den Staat, nicht die Wirtschaft, nicht Privatpersonen. Darum geht es aber beim Antidiskriminierungsgesetz. Wenn ja schon alle verpflichtet wären, niemanden zu diskriminieren, dann wäre das Geschrei auch nicht so groß. Aber einige fordern offenbar ein Recht, andere zu diskriminieren.