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Adrenalin

Ich habe bislang lauter Dinge bei BBC gemacht, die ich von der Pieke auf gelernt habe: Themen recherchieren, Leute finden, Sendung vorbereiten. Die Herausforderung ist nachwievor, dass ich das auf Englisch machen muss, aber das wird immer mehr normal. Heute hat mir der diensthabende Redakteur einen 60-minüten Adrenalinstoss verpasst. Ihm fiel 15 Minuten vor der Livesendung ein, dass ich in der Studioregie die Anrufer und Gäste per Telefon zuschalte. Erwähnenswert ist vielleicht noch, dass ich die Software nur rudimentär kenne, das heißt kannte. Jetzt bin ich fit. Denn das ist richtig Stress: Die Software kapieren, die Leute anrufen, auf die Leitungen verteilen, aufpassen, wann sie fertig sind, verabschieden, die nächsten anrufen. Und zwischendurch noch dem Toningenieur Anweisungen zurufen und Anweisungen vom Redakteur entgegennehmen und vor allem verstehen. Und immer aufpassen, dass keiner aus der Leitung fliegt und rechtzeitig angerufen wird. Und das bei Anrufern aus der ganzen Welt mit teilweise bescheidenen Telefonverbindungen. Es war wirklich Adrenalin pur, aber ich habe es ohne Panne geschafft. Ich hatte immer genug Leute in den Leitungen, die der Moderator ansprechen konnte und zudem auch noch die Richtigen. Livesendungen sind wirklich nichts für schwache Nerven.

Ein Kommentar

  1. cabronsito sagt:

    „Und jetzt haben wir die Laura aus Boston in der Leitung. Hallo Laura!“

    „…….“

    „Laura, bist Du da?“

    raeusper…..
    _________

    Der Moderator, dem in einer solchen Situation das Herz aus der Hose….aehhh, in die Hose rutscht, ist entweder sehr unerfahren oder aber fuer seinen Beruf nicht sehr geeignet.
    Der Moderator ist aber eben „nur“ der Clown, der direkt in touch mit den Zuhoerern ist. Ihm wird es uebelgenommen, wenn er mit so etwas nicht klarkommt.
    Diese geistige Flexibilitaet ist einer der Gruende, warum man Moderatoren beschaeftigt.
    Dass in Wirklichkeit ganz andere Leute fuer den reibungslosen Ablauf einer Livesendung verantwortlich sind, darueber machen sich nur wenige Leute Gedanken. Und ueber den Wirbel hinter den akustischen Kulissen.

    Freut mich, dass Du´s ohne Patzer hinbekommen hast, Christiane. Aber der Patzer wird kommen, bestimmt.
    Und wenn es soweit ist, sei drauf vorbereitet. Ist eher ein Grinsen wert als eine Herzattacke. Das sollte sogar bei der BBC so sein. ;-)