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Tag Archiv für Israel

Was das Leben so zu bieten hat

Es gab selten einen Tag, an dem ich lieber zur Arbeit gegangen bin. Ich war so gespannt, was mich bei BBC erwarten wird, nachdem bekannt wurde, dass unser Kollege Alan Johnston aus der Geiselhaft befreit wurde. Ich hatte schon vergangene Nacht gewusst, dass er frei ist. Ich kam relativ spät nach Hause und hatte irgendwie keine Lust, ins Bett zu gehen. Um 2 Uhr siegte die Vernunft und ich legte mich ins Bett und schaltete noch einmal BBC News24 an. Und eine Minute später gab es „Breaking News“. Ich habe den Fernseher bis kurz vor dem Aufstehen nicht mehr ausgemacht.

Es gab keinen Tag seit Alans Entführung, an dem er nicht Thema war. Jeden Montag haben sich die BBC-Mitarbeiter versammelt, um an ihn zu denken. Die Nachrichtenprogramme wurden dann unterbrochen. Wir standen bei Wind und Wetter vor der Tür mit Bildern von Alan.

Als ich noch bei World Service (Radio) war, habe ich an Programmen für und über Alan Johnston gearbeitet. So haben wir eine Sondersendung produziert, in der ehemalige Geiseln aus der ganzen Welt zu Wort kamen. Ich werde die Sendung niemals vergessen.

Wir hatten immer die Hoffnung, dass er das hören kann und dass es ihm irgendwie hilft. Ich gebe zu, wirklich daran geglaubt habe ich nicht. Um so mehr hat mich umgehauen, dass er im ersten Interview sofort sagte, er habe ein Radio gehabt und konnte World Service hören. Das hätte ihm sehr geholfen. Ich bin noch immer zu tiefst beeindruckt, dass ich die Möglichkeit hatte, an solch einem Programm mitzuarbeiten. Man macht ja als Journalist leider sehr selten die Erfahrung, wirklich etwas zu verändern. Das meiste versendet sich oder landet am Tag danach als Packmaterial beim Fischhändler. Aber das Gefühl zu haben, dass es etwas ausmacht, was man den ganzen Tag macht, ist ungemein erfüllend.

Heute nachmittag gab es eine weitere Demonstration zur Feier der Freilassung vor dem Fernsehzentrum der BBC. Als ich aus dem Gebäude kam, wusste ich, hier wird gerade britische Fernsehgeschichte geschrieben. Ü-Wagen aller Sender überall, Kameras von CNN bis Al Jazeera standen dort. Es gab eine Zeremonie, in der die riesigen Plakate am Gebäude, die zur Freilassung Alans aufriefen, abgehängt wurden und in einer sehr beeindruckenden Liveschaltung nach Israel konnte Alan Johnston zu uns vor dem Television Centre sprechen.

BBC Demo

Ich bin sehr froh, dass Alan frei ist und ich die Erfahrung machen durfte, wie eine riesige Organisation wie BBC derart zusammen steht und dass man doch irgendwie etwas bewegen kann. Allein diese Erfahrung war es wert, nach England zu gehen.

Leute mit Plakaten

Alan Johnston ist frei

Der BBC-Korrespondent Alan Johnston ist frei.
Ich freue mich so sehr!

BBC TVC mit Plakat von Alan Johnston

Aktionstag für Alan Johnston

In beiden Nachrichtenprogramme der BBC, BBC World und News24, sowie auf Al Jazeera Englisch und Sky News wird heute teilweise das gleiche Fernsehprogramm zu sehen sein. Die Sender fordern mit dieser Aktion die sofortige Freilassung von BBC-Korrespondent Alan Johnston, der genau vor einem Monat entführt wurde. Auch CNN wird sich an der Aktion beteiligen. Solch eine Aktion ist wohl einmalig in der Geschichte des Fernsehens.

Plakat vor dem BBC Bush House

Unterstützung für Alan Johnston

Wir Ihr vielleicht aus den Medien wisst, ist unser BBC-Kollege Alan Johnston seit einer Woche im Gazastreifen vermisst. Heute gab es deshalb eine Art Gedenkdemonstration vor dem BBC TV-Center und vor dem Bush House, in dem ich arbeite. Auch als es anfing zu schneien ging niemand. Diese Gedenkminuten waren sehr schöne Geste, wie ich finde. Weitere Informationen gibt es in der BBC-Pressemitteilung.