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Tag Archiv für Innenpolitik

Das amerikanische Visum und die Bundespolizei

Ich war zwecks Wohnungsauflösung in den vergangenen Tagen zwei Mal in Hamburg – jedes Mal per Auto. Bei unserer ersten Tour nahmen wir die Fähre von Harwich nach Hoek van Holland. Es war eine ziemlich nervige Fahrt, denn in den Niederlanden standen wir in nicht weniger als sieben Staus. Ich wusste gar nicht, dass so viele Staus in so ein kleines Land passen. Wir waren gegen 21 Uhr in Deutschland und die Autobahn wurde an der Grenze auf eine Fahrspur verengt. Man durfte nur noch 60 km/h fahren. Kaum hatte ich die Grenze passiert, überholte mich bereits ein Polizeiwagen und zeigte mir an, dass ich folgen solle. Das ist ja genau das, was man gerne erlebt, wenn man bereits stundenlang im Stau stand.
Der Beamte stellte sich als „Bundespolizei“ vor und wollte unsere Pässe, Führerschein und Fahrzeugpapiere sehen, fragte nach Waffen und Drogen. Dann verschwand er mit unseren Papieren wieder ins Auto und die Überprüfung dauerte ewig. Wir dachten, das sei wegen der portugiesischen Papiere meines Freundes. Da irrten wir uns gewaltig!
„Arbeiten Sie für die Presse?“, fragte mich der Polizist als er wieder an mein Fenster trat. Ich muss sagen, da war ich ziemlich überrascht. Aber nicht so überrascht, dass ich nicht gleich antwortete: „Ja, das tue ich. Woher wissen Sie das?“. Ich dachte an die Überprüfung von Verfassungsschutz bei einer Veranstaltung mit Gerhard Schröder, bei der ich für dpa war. Oder die Überprüfung für den Presseausweis des Bundestages. Vielleicht war das irgendwo vermerkt, dass ich überprüft worden bin. Aber dann sagte der Beamte: „Ich habe gesehen, dass Sie ein US-Visum haben, das fünf Jahre gültig ist. Da hat mich mal interessiert, warum Sie das haben.“ Das ist ja auch enorm wichtig, wenn man von den Niederlanden nach Deutschland einreist!
Aber gut, dass er nicht auch noch mein indisches Visum unter die Lupe genommen hat. Der Datenaustausch mit den Indern klappt sicher nicht so gut wie mit den Amerikanern.