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Reisen bildet

Man könnte meinen, es reiche in jeder Stadt der Welt in Flughafennähe aus, sich 4 ½ Stunden vor Abflug auf den Weg zum Flughafen zu begeben. Paris belehrte mich eines besseren.

Obwohl wir um 15.30 Uhr den Kongress Les Blogs verließen, haben wir am Dienstag abend um 20.00 Uhr unseren Flieger verpasst. Zuerst stand unser Bus chronisch im Stau. Man muss dazu sagen, dass wir einen nicht zu kleinen Umweg nehmen mussten, da Frankreich bekanntlich für sein gutes Essen, nicht aber für seine Barrierefreiheit berühmt ist. Ganz im Gegenteil: Diese Stadt hat zwar fast ausschließlich Niederflurbusse. Aber in vielen verhindert eine taktisch klug platzierte Mittelstange den Einstieg für Rollstuhlfahrer. Um Missverständnissen vorzubeugen, kleben an manchen Bussen gleich mehrere durchgestrichene Rollstuhlsymbole. Es ist mir leider nicht gelungen, das mal zu fotografieren.

Als wir dann endlich die RER (S-Bahn) erreichten, fuhren die Züge einfach nicht. Warum? Keine Ahnung. Die Zeit lief uns davon. 4 ½ Stunden lang. Irgendwann kamen wir dann doch am Flughafen Charles de Gaulle an. Aber wir kamen nicht mehr raus aus der RER. Man muss seinen Fahrschein am Ausgang durch einen Automaten ziehen und dann durch ein Drehkreuz gehen. Es gibt auch eine Art Schleuse, durch die Rollstuhlfahrer passen. Aber diese Schleuse war defekt. Sie ließ mich trotz gültigem Ticket nicht aus der Station. Weit und breit war kein Mensch zu sehen, der uns hätte helfen können. Wir steckten fest. Die blöde Schleuse hielt uns gefangen. Also betätigte ich den Notruf. Keine Reaktion. Ich entdeckte nicht mal einen Notausgang, den man hätte nutzen können. An einem der größten europäischen Flughäfen kann es sein, dass man den Notruf betätigt, aber keiner antwortet. Und einen Fluchtweg für Rollstuhlfahrer konnte ich in diesem Teil der Station auch nicht entdecken. Alles war zugegittert und verglast. Reisen bildet.

Eine Frau versuchte dann, jemanden an der Station ausfindig zu machen, erzählte uns aber später, das Personal habe sich nicht dafür interessiert, dass wir da standen. Irgendwann schafften wir es doch, die Schleuse dazu zu bewegen, uns frei zu lassen. Die Zeit bis zum Abflug wurde immer knapper und wir mussten ja noch mit dem Bus zum anderen Terminal fahren. Aber die Busfahrer streikten. Es kam einfach kein Bus. Aber ein Hinweis an der Haltestelle machte uns darauf aufmerksam, dass sich Teile der Busfahrer im Streik befinden. Vielleicht hätten wir es noch geschafft.

Die Maschine am Tag darauf war relativ leer, so dass wir problemlos umbuchen konnten. Und ein rollstuhlgerechtes Hotelzimmer haben wir an dem Abend auch noch am Flughafen aufgetan. Vive la France!

Ein Kommentar

  1. Olga sagt:

    Paris kann man vergessen, die scheißfranzmänner sind eh nur am streiken.
    und das die käseköppe eh im mittelalter leben ist kein gerücht.
    direkt hinter der pariser stadtgrenze, wird zünftig im wald gekackt :)
    mein tipp:
    machmal urlaub in berlin oder dresden,
    da schmeissen die dich mit behindertenaufzügen und niederflurbussen tot :)