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Make it happen

Make it happen“ (übersetzt etwa „Lass es wahr werden“ oder „Lass es uns anpacken“) lautet der Werbeslogan der Royal Bank of Scotland (RBS). Ein britischer Richter hat die Bank jetzt beim Wort genommen und einem 17-jährigen Rollstuhlfahrer Schmerzensgeld zugesprochen, der seine Bankgeschäfte bei RBS auf der Straße machen musste. Die Filiale in seiner Nähe ist nicht barrierefrei, obwohl die Bank bei ihren Informationen über die Filiale etwas anderes angegeben hatte. Dass er nicht in die Filiale kommt, sei ein Verstoß gegen das britische Behindertengleichstellungsgesetz (DDA). Kein behinderter Kunde dürfe schlechter behandelt werden als ein nicht behinderter Kunde. Der junge Mann bekommt jetzt 6500 Pfund Schmerzensgeld und die Bank muss bis September einen Lift nachrüsten. Alles nachzulesen in der Pressemitteilung der Equality and Human Rights Commission.

10 Kommentare

  1. Tom Goetze sagt:

    ‚David could have settled for a behind the scenes sum of money but he stood by his principles and his tenacity will mean a great number of disabled people will now benefit from the precedent set by this case.‘

    Das zeigt deutlich, dass es dem jungen Mann wirklich darum ging Veränderung zu erreichen und weniger ums Geld. Sonst hätte er ja diverse außergerichtliche Finanzangebote angenommen.

    Ich bin froh über diesen Beschluß des Richters und hoffe das hat Folgen für viele andere Firmen die ihre Geschäftsräume noch immer unzugänglich halten.

  2. Heike sagt:

    Ich habe einen Freund, der sitzt im Rollstuhl und bevor ich zum ersten Mal mit ihm in der Stadt unterwegs war dachte ich nicht, dass es so viele Sachen gibt, die er nicht machen kann. Es ist schon wirklich erstaunlich, wie schlecht die Deutschen für Rollstuhlfahrer gerüstet sind. Ich hoffe, dass so was auch in Deutschland bald kommen wird, denn ich finde schon, dass man Leute, die an einen Rollstuhl „gefesselt“ sind auch die Möglichkeit eröffnet solche Dinge tun zu können. Ich finde die Aktion diesem jungen Mann super.

  3. MacSpi sagt:

    @Heike:

    Und wer soll das alles Bezahlen? Zumal ein rollstuhlgerechter Umbau oft genug auch gegen den Denkmalschutz verstößt.

  4. Christiane sagt:

    @MacSpi
    Zahlen muss im oben genannten Fall RBS. Da mache ich mir wenig Sorgen. Die haben ja gerade eine Millardenhilfe vom Staat bekommen.
    Und zum Denkmalschutz: Ich habe schon ganz viele Lösungen gesehen, wie man ein Gebäude geschmackvoll umbauen kann trotz Denkmalschutz. In den meisten Fällen scheitert es am Willen, nicht am Denkmalschutz.

  5. Sammelmappe sagt:

    Und wie man sieht ist eine gute Gesetzesgrundlage hilfreich um Barrieren abzubauen.

    @MacSpi: Barrierefreiheit hilft nicht nur Rollstuhlfahrerinnen und -fahrer. Sie ist in vielen Situationen nützlich. Also kann man sie genau wie Brandschutzmassnahmen oder Sicherheitsvorkehrungen in die Bau- und Sanierungskosten einrechnen.

  6. MacSpi sagt:

    „Und zum Denkmalschutz: Ich habe schon ganz viele Lösungen gesehen, wie man ein Gebäude geschmackvoll umbauen kann trotz Denkmalschutz.“

    Also hier in Dresden bekommst du arge Probleme. Überall Treppen, und an einem Gebäude das schon ein paar hundert Jahre steht darfst du so gut wie gar nichts ändern. Aber auch Bauten neueren Datums sind oft genug sehr Mangelhaft in dieser Beziehung, aber wenn man halt nur Treppen in einem Haus von vor 50 Jahren hat kann man nur sehr selten einen Fahrstuhl einbauen, der Platz ist schlicht nicht da.

    Und was das liebe Geld angeht, alleine um Bahn in Deutschland behindertengerecht zu gestalten hat mal (ist lange her, 98 oder 99) jemand die Zahl von 300 Milliarden DM in den Raum gestellt.

  7. Uschi sagt:

    Wieso ist es immer dieses leidige Thema Geld. Der deutsche Staat gibt so viel Geld für irgendwelche Dinge aus. Wir geben so viel Geld den anderen Ländern, und selbst haben wir keines für unsere eigenen Mitbürger. Ich denke nicht, dass eine Rampe an einer Bank so viel kostet. Gut der Denkmalschutz da muss man aufpassen, aber bei einem normalen Haus, da kann man auch eine Rampe hinbauen. Das ist nicht zuviel verlangt. Echt nicht. Wie heißt es so schön. „Alle Menschen sind gleich“ aber das sind sie nicht. Wir müssen endlich dafür sorgen, dass alle Menschen gleich behandelt werden.

  8. Dorothea sagt:

    Umbau ist IMMER teurer als Neubau.

    Wenn bis heute Banken, Schulen, Beratungszentren, ärztliche Praxen, PsychologInnen, Freizeit- und Jugendzentren etc. etc. etc. nicht barrierefrei gebaut werden, so zeigt dies doch deutlich: es liegt nicht an einem ominösen „Denkmalschutz“ oder an „leider leider kein Platz“, sondern es ist GEWOLLT, dass sogenannte Behinderte strukturell AUSGESCHLOSSEN werden sollen.

    Sie sollen halt unter „ihresgleichen“ in hübschen kleinen „Heimen“, Sonderschulen und „beschützten“ Werkstätten bleiben.

  9. Martin sagt:

    Da muss ich mir dir anschlißen, Dorothea, das was die Bundesregierung da an Ausschluss veranstaltet, ist wirklich völlig sinnfrei. Und in diesen Fällen fällt mir unser Grundgesetz ein „alle Menschen sind gleich“. Es ist schade, dass die Regierung scheinbar ihr eigenes Grundgesetz vergesssen hat. Man könnte den Satz auch noch erweitern, „alle Menschen sind gleich, und manche sind gleicher“ – so kann man vielleicht seinen Unmut ausdrücken.

  10. Gleichstellung ist so absurd und eine Behinderung ist nicht die Schuld der Bank und wenn einer 2 Meter dick ist, und nicht durch die Tür kommt, so will ich mich nicht gezwungen sehen, die Tür umzubauen.
    Dennoch es gibt nun mal Alte, Rollifahrer etc. und es ist eine Sache der Menschlichkeit, einander zu helfen.
    Also Barock (Denkmalschutz) gegen Benutzbarkeit für Rolli-Fahrer … da bin ich für die Beweglichkeit…