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Gedenken an behinderte Holocaust-Opfer

Großbritannien begeht heute zum ersten Mal einen Tag zum Gedenken an behinderte Holocaust-Opfer. Ich würde mir wünschen, dass es diese Auseinandersetzung mit dem Thema in Deutschland auch geben würde, weil ich manchmal den Eindruck habe, dass das teilweise vergessene Opfer sind und vieles nie richtig aufgearbeitet wurde.

5 Kommentare

  1. Tom Götze sagt:

    Entschuldige, dass ich so platt frage. Aber gibt es auch Dinge in Deutschland, an denen du dich erfreuen kannst?

  2. Gerhard sagt:

    Ich wünschte solche selten tollpatschigen Versuche einer „Auseinandersetzung mit dem Thema“ hätten endlich ein Ende. Warum werden die damals wegen ihrer vermeintlichen Rasse / Religion / Sexualität / Einstellung verfolgten und getöteten Menschen erneut ausgerechnet nach diesen leider scheinbar noch in den Köpfen einiger Menschen verankerten Kriterien unterschieden und getrennt betrauert? Diese moderne Form des Rassismus wird leider von vielen noch nicht einmal erkannt.

  3. Birgit sagt:

    Zu diesem Thema habe ich neulich einen interessanten Bericht im Radio gehört (ich glaube, es war im Deutschlandradio Kultur, aber leider weiß ich den Tag nicht mehr – ist sicher schon 10 Tage her). In Schwerin wird in einer Klinik eine Gedenkstätte für „Euthanasie“-Opfer errichtet.
    http://www.schwerin-news.de/gedenkstaette-fuer-die-euthanasie-opfer-in-schwerin/873

  4. Artur sagt:

    Wenn ich folgendes Im bbc-Beitrag lese:

    „Up to 270,000 disabled people died in the Holocaust. Six major killing centres for the disabled were set up around Germany.

    ‚Largely untold‘

    Mr Smith said: „While discrimination against those with disability is outlawed in our society, we must work together to counter the prejudice that remains.“

    Dann haben wir in Deutschland noch nicht einmal den ersten Schritt von wirksamer Antidiskriminierungsgesetze erreicht. Vielfältig könnte man heutige Verhaltensweisen und Vorurteile gegenüber behinderter Menschen in Deutschland auf die Nichgt-Auferbeitung der damaligen Zeit zurückführen. Einige betrachten Menschen mit Behinderung immer noch als Minderwertig und schließen behinderte Menschen am allgemeinen Leben aus und andere Zwängen einem bevormundende Hilfe zur „Wiedergutmachung“ auf.

    Bei vielen Diskussionen und Ausagen in Deutschland habe ich häufig den Eindruck, dass das Gedankengut aus der Zeit bzgl. behinderter Menschen weiterlebt. Hat nicht vor kurzem noch der zweite Senats des Bundesverfassungsgerichts mitunter Urteile mit „Vermeidung schwerwiegender genetisch bedingter Erkrankungen bei Abkömmlingen“ begründet? Es erinnerte mich sehr an http://www.documentarchiv.de/ns/erbk-nws.html

    @Birgit: Es war im Länderreport von Deutschlandradio Kultur „Keine Kranzabwurfstelle“ am 2. Mai 2008 unter http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/laenderreport/770560/
    noch nachzulesen.

    @Gerhard: Das dieses Thema nicht ganz so einfach ist, zeigt z.B. folgender Artikel der Berliner Zeitung vom 2. Mai 2003 auf Seite 20, wo behinderte Menschen um den Zugang zum Holocaust-Mahnmal in Berlin kämpfen müssen:

    „Holocaust-Mahnmal: Behinderte verlieren Klage

    Gegen den Bau des Holocaust-Mahnmals sind alle juristischen Bedenken ausgeräumt. Der Sozialverband hat am Mittwoch eine Klage verloren.Das Verwaltungsgericht lehnte neue behindertengerechte Zugänge ab.“

  5. Dorothea sagt:

    Wo kämen wir auch hin, wenn Krüppel der Vernichtung von ihresgleichen SELBST und SICHTBAR gedenken könnten?

    Dafür gibts doch VertreterInnen, caritative Organisationen, kirchliche Gruppen etc.

    Die „gedenken“ dann mit ein wenig Pippi in den Augen und fahren dann wieder nach Hause, um dort ihre „Kranken“ ein wenig herumzuschuckeln.