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Die Bahn schon wieder

Ich hasse Bahn fahren, ich hasse Bahn fahren, ich hasse Bahn fahren. Weil die „Das geht nicht“-Quote einfach zu hoch ist und die „Da ist uns ein Fehler unterlaufen“-Quote auch. Ich fahre morgen relativ spontan nach Berlin. Also wie gehabt die Mobilitätszentrale online darüber informiert, damit ich in Hamburg und Berlin Ein- und Ausstiegshilfe bekomme. Die Züge sind ja nicht barrierefrei, sonst bräuchte ich das ja nicht tun.

Wenig später nach der Anmeldung: Anruf der Mobilitätszentrale, die definitiv den Namen nicht verdient hat. Am Hamburger Hauptbahnhof würden die Fahrstühle repariert. Bis 17.9. Die Züge nach Berlin fahren auf Gleis 8, da ginge der Fahrstuhl nicht. Eine Alternative ab Hauptbahnhof gebe es nicht. Zug verlegen ginge auch nicht. Mein Vorschlag: Ich steige Hamburg-Dammtor ein. Was blieb mir auch anderes übrig?

Nächstes Problem: Es gibt im gewünschten Zug keinen Rollstuhlplatz mehr. Im Klartext: Da es in dem hochmodernen ICE sowieso nur einen Rollstuhlplatz gibt (außer er fährt mit zwei Zugteilen, dann gibt es zwei), kann ich nicht nur nicht da abfahren, wo ich gerne möchte, sondern auch nicht zu der Zeit, an der ich gerne fahren möchte. Ich muss sagen, die Bahn erwartet schon ziemlich viel Flexibilität von ihren behinderten Kunden.

13 Kommentare

  1. Nadine sagt:

    Das war doch mein Anfangsproblem mit den Aufzügen … und dann kam noch der Koffer *gg* —- wir haben morgen einen Auftritt vom Tanzen, ich weiss ja nicht, wann du in Berlin bist und was du machst …. .

  2. Carola sagt:

    Hassen wir das Bahnfahren nicht alle?
    Fahr mal mit Kindern … Wer immer die Mutter-Kind-Abteile erfunden hat, gehört auf den gleichen Scheiterhaufen wie der Erfinder sogenannter Mutter-Kind-Kuren.
    Mir hat die Bahn eine Fahrt von Köln nach Nürnberg angetan, bei der ich ausdrücklich 2 Plätze an einem Tisch reserviert hatte, damit meine damals Dreijährige malen konnte. Nun, sie hatte einen Platz in einem anderen Abteil, was Dreijährigen nicht immer behagt …
    Im Endeffekt saß ich hochschwanger 5 Stunden mit einer Dreijährigen auf dem Schoß in der Bahn und fahre seither absolut alles mit dem Auto.

    die Carola

  3. Dorothea sagt:

    Eine interessante Äußerung einer Bahnangestellten hinsichtlich der wenigen Rollstuhl“stell“plätze war: Dies wäre aus Verkehrslenkungsgesichtspunkten bewusst so eingerichtet, damit „die Behinderten“ Nahverkehr führen und „Geschäftsleute und Touristen nicht ständig durch Behinderte belästigt“ würden.

    Die Dame war recht offen und glaubwürdig.

    Nach dem monatelangen Theater, das ich hatte, weil ich es als Rollstuhlfahrerin wagte, mit dem IC beruflich zu pendeln, kann ich das nur bestätigen. „Behinderten“ kommt die Fahrt im IC einfach nicht zu, da fahren sie besser im Nahverkehrsmehrzweckkofferfahrradwagen mit loser Klotür.

  4. Mela sagt:

    @Dorothea: Da denkt man grade, das man die allgemeine Einstellung gegenüber Behinderten (Almosendenken, Behinderte nur als Krüppel sehen jedoch nicht als Arbeitnehmer und Teilnehmende am Alltagsleben, aktives Weghalten von diesen beiden Lebensbereichen also aktive Behinderung) gar nicht so schlimm sein könnte, wie man das selbst gerne argwöhnt und schwarzsieht.. und dann sowas.

    Warum darf man Leuten die sowas entscheiden nicht ganz legal die Köpfe aneinanderschlagen?

  5. Chris sagt:

    Ja, die Äußerung ist eine Frechheit. Und wenn es stimmt noch mehr. Aber wissen wir es? Leider nein.

    Eines ist aber sicher, die Bahn will möglichst viele Leute mit möglichst wenig Wagen transportieren. Da haben Sie sicherlich den Profit im Auge gehabt und den einen Platz als Quotenerfüllung. Mies, besser als die erste Erklärung, aber ich denke realistischer.

  6. Dorothea sagt:

    Chris,

    kannst gern geradeaus schreiben, dass du meinst, eine „Behinderte“ würde schwarz sehen, übertreiben, was falsch verstanden haben, überempfindlich sein, übersensibel, wasweißich, was _immer_ zu hören ist, wenn man was nicht wahrhaben will, was eine ach-so-unglaublich-Behinderte sagt, vor allem, wenn es über das Wir-haben-alle-Behindis-irgendwie-lieb-und-kümmern-uns-ganz-dolle den ganzen Sack der Realität kippt.

    Es war allerdings
    1) eine Bahnangestellte, ganz offiziell
    2) die mit der Strategie ihres Dienstgebers gänzlich unzufrieden war, weil sie selbst eine rollstuhlfahrende Mutter hat und
    3) eine „Behinderte“ nicht als zu doof oder zu labil ansah, um ihr die – geargwöhnte – Strategie auch ungeschönt zu benennen.

    Glaub`s oder nicht – aber stell mich nicht durch die Blume als dumm dar.

  7. Bahnfahren als Rollstuhlfahrer…

    Rollstuhlfahrer haben es bei der Bahn nicht leicht. So bedeutet in dem Zusammenhang modern unter Umständen weniger Komfort. Und bei den anderen Anforderungen, die die Bahn stellt, müssten bahnfahrende Rollstuhlfahrer eigentlich ideale Arbeitn…

  8. Chris sagt:

    Dorothea:
    Ich glaube Du hast einiges falsch verstanden bei meinem Posting. Oder wolltest Du es falsch verstehen?

    Ich wollte DICH in keiner Weise angreifen! Ich wollte behinderte Menschen in keiner Weise angreifen!

    Nur Du redest von Bahnangestellte. Weißt Du wie viele es davon gibt? Weißt Du in welchen Positionen alles?
    Eine Bahnangestellte ist hier schon die S-Bahn-Fahrerin, oder die Person am Service-Point etc. Und mal ganz ehrlich… wenn die mir sowas erzählen glaube ich gerne das dies ihre Meinung ist, und das diese Äußerung, auch wenn in Uniform getätigt eben nicht eine Bahn-Äußerung sondern eine freie Meinungsäußerung der Gedankengänge eben jener Person ist. Punkt.

    Wenn dies allerdings von einer Bahnangestellten in entsprechenden Positionen getätigt wurde… dann glaube ich es nicht gerne, aber doch eher. Nicht gerne deshalb: WEIL ES EINE FRECHHEIT IST. (Merkst Du, eigentlich stehe ich sogar auf Deiner Seite…)

    Nur leider wird in Deinem Kommentar nicht klar, von was genauer dieser Satz kam. DAS ist das was ich effektiv bemängel.

    Es gibt halt sehr viele Bahnangestellte. Ganz offiziell. Und nur sehr sehr wenige haben Einblick in die Entscheidungsprozesse. Prozentual gesehen sogar verschwindend gering.

    Mir jetzt aber gleich die zig Sachen da oben zu unterstellten, finde ich von Dir eine Frechheit. Ja. Nur weil ich nicht konform mit Dir geschrieben habe, sondern nach dem was ich bei Dir gelesen habe noch eine zweite Möglichkeit aufgezeigt habe? Sorry. Aber wenn dem so ist fehlt Dir einiges an Diskussionsstil.

    Und mir ist es wirklich egal mit wem ich rede. Und ob diese Person behindert ist oder nicht. Es spielt dabei doch keine Rolle. Zumal ich dies hier definitiv nicht sehen kann.

    Aber bitte, wenn man hier so angegangen wird dann sollte man dies vielleicht meiden hier zu posten. Ich fand dieses Blog bisher jedenfalls immer sehr informativ. Aber das hier finde ich a) albern (nicht die Probleme an sich, die sind schlimm, aber der Angriff jetzt) und b) kontraproduktiv.

    Viel Erfolg weiterhin Christiane

  9. Christiane sagt:

    @Chris
    Das Schöne am Bloggen ist ja, dass sich jeder äußern kann, nicht nur der Blogger / die Bloggerin, sondern auch die Leser in den Kommentaren. Da geht es oft nicht so vornehm zu wie in den Leserbriefspalten so mancher Tageszeitung. Aber das ist auch ganz gut so.
    Umso mehr gilt: Die Kommentare geben nicht die Meinung des Blogschreibers wieder. Wie auch? Ich hoffe, das ist klar.

  10. Chris sagt:

    Ging nicht gegen Dich, Christiane. Mir ist das wohl bewußt.

    Wollte nur in meinem letzten Schreiben dann wenigstens etwas positives sagen, und das halt an Dich. ;)

  11. Bahnblog sagt:

    Zitat des Tages…

    'Werte Fahrgäste, leider hat sich unsere Abfahrt vom Bremer Hauptbahnhof etwas verspätet, da wir noch 4 Rollstühle verladen mussten. Für die Verspätung möchten wir uns entschuldigen.'
    Durchsage im IC, zu der einem wirklich nichts mehr e…

  12. […] Das ganze würde auch nicht nur den Radfahren zu Gute kommen, sondern auch Rollstuhlfahrern oder Eltern mit Kinderwagen. Bahn Plaudereien […]

  13. Nicht-Rolli sagt:

    Menschen mit Behinderungen stellen für die Deutsche Bahn AG eine bedeutende Kunden- und damit Zielgruppe dar, deren spezifische Bedürfnisse bei der strategischen Ausrichtung, der Produktentwicklung und Serviceimplementierung jetzt und in Zukunft grundsätzlich berücksichtigt werden.

    Aus:www.db.de