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Behinderung als Defizit

Bill Gates hat sich zu neuen Technologien für behinderte Menschen geäußert.

Gates also predicted that the technologies of the future could be used to correct handicaps as blindness and deafness. Bill Gates considers that soon there will be computers sophisticated enough to be implemented in the human body which will be able to correct these deficiencies, even though this type of solutions will not become accessible to the general public in the near future.„, schreibt Softpedia.

Behinderungen wie Blindheit oder Gehörlosigkeit (handicap ist im Englischen übrigens kein nettes Wort für Behinderung) als Defizit zu bezeichnen, das korrigiert werden muss, ist eine Frechheit. Ich frage mich allerdings, ob Gates das wirklich so gesagt hat. Schließlich gibt es auch bei uns Journalisten, die im Jahr 2005 noch von „Krüppeln“ und „Taubstummen“ schreiben.

2 Kommentare

  1. Christoph sagt:

    Wenn man AP glaubt, hat Gates wohl tatsächlich „deficiencies“ gesagt. Ich lese aber nicht aus der Meldung, dass Gates der Meinung ist, dass diese korrigiert werden müssten. Er hat wohl mehr von einer Option gesprochen – und übrigens dabei auch erwähnt, dass er das derzeit nicht mit sich machen würde (im Gegensatz zu einem übereifrigen Microsoft-Mitarbeiter).

    „He noted that cochlear implants and other medical implants were already being used to treat hearing problems and some conditions that cause constant pain, and were changing some people’s lives dramatically.“

  2. rollblau sagt:

    Vielleicht sehe ich das – als relativ leicht behinderter – Contergangeschädigter zu einseitig : Weshalb ist „Behinderung“ denn ein Defizit? In der Regel haben Behinderte Fähigkeiten und Improvisationstalent, um bestimmte Defizite auszugleichen. Behinderung ist zu einem Teil immer auch ein Lernprozess. Dazu kommt die Erfahrung in meiner frühen Kindheit, daß medizinisch viel getan wurde, um aus mir ein vollwertiges und leistungsfähiges Mitglied der Gesellschaft zu machen : Operationen und endloses Training. Mal abgesehen von dem Gefühl als menschliches Versuchskaninchen gedient zu haben, auf Wochen in einem Krankenhaus interniert gewesen zu sein (Rooming – in gab es Anfang der Sechziger noch nicht), kann ich größere Verbesserungen im Nachhinein bei mir nicht nachvollziehen (was, wie ich gerechterweise zugeben muß, in anderen Fällen vielleicht wirklich der Fall gewesen sein mag). Das Konzept der Verbesserung um jeden Preis ist mir suspekt… LG rollblau