Archiv für 24.12.2004

Hongkong entdecken

Hongkong ist einfach riesengroß und die Menschenmassen sind erdrückend. Wir haben gestern erst einmal ausgiebig gefrühstückt. War sehr lecker und hielt den ganzen Tag vor.

Dann haben wir uns auf die Suche nach einem Fahrstuhl an unserer U-Bahn-Station begeben und hatten tatsächlich Glück. Die Aussagen zur Barrierefreiheit wurden in der Broschüre für behinderte Besucher zumindest bei unserer Station untertrieben.

Rampe am U-Bahn-Eingang

Dass das nicht immer so ist, haben wir gestern auch gelernt. Wir sind erst einmal nach Hongkong Island gefahren. Alles barrierefrei. Wir sind am Hafen entlang gelaufen und wollten dann in die U-Bahn einsteigen. Doch wir fanden auch nach langem Suchen den richtigen Eingang nicht. In der Broschüre stehen die einzelnen Telefonnummern der U-Bahn-Stationen. Also habe ich vom Handy aus in der Station angerufen und um Hilfe gebeten.

Das gestaltete sich schon insofern schwierig, weil viele Hongkonger weit schlechter Englisch sprechen als ich das gehofft hatte. Und mein Chinesisch läßt extrem zu Wünschen übrig. :-) Aber letztendlich kam doch jemand, der uns sagte, sie hätten eine Maschine, die Treppen fahren könne, aber es würde sehr lange dauern, weil die Maschine so langsam sei. Er brachte uns stattdessen zu Fuß zu einer anderen Station in der Nähe.
Bei unserer Suche nach ebenerdigen Eingängen, Fahrstühlen etc. zeigte sich die Hilfsbereitschaft der Leute. Immer wurde uns geholfen, auch wenn die Passanten kein Englisch konnten. Mit Händen und Füßen ging es immer irgendwie. Morgens konnten wir schon die Sortieranlage der Hongokonger Hauptpost kennenlernen. Dort gab es den einzigen Fahrstuhl, da der Lift, der uns zum Einkaufszentrum nebenan bringen sollte, außer Betrieb war.

Mit einem Doppeldeckerbus sind wir dann auf den Peak gefahren. So heißt die Gipfelregion um die mit 552 Meter höchste Erhebung der Insel. Ein traumhafter Blick!

Blick auf Hongkong Blick auf Hongkong

Nach zwei Stunden Sonnentanken inklusive Schlafen wollten wir die Tram nach unten nehmen.

Tram

Absolut barrierefrei heißt es in der Broschüre, auch für Rollstuhlfahrer. Die Barrierefreiheit hatte zwei Stufen und einen etwa 65 Zentimeter breiten Eingang. Mein Rollstuhl ist 63 Zentimeter breit. Mit Hilfe von O. und des Personals habe ich auch diese Hürde gemeistert. Und dann ging es bergab – und wie. Ich stand teilweise nur noch auf einem Hinterrad und einem Vorderrad. Die Kräfte waren einfach zu groß. Aber es war ein Erlebnis! Auf dem Foto erkennt man wie schräg die Bahn im Verhältnis zu den Hochhäusern fährt.

Die Bahn am Hang

Unten angekommen sind wir mit der U-Bahn wieder nach Kowloon gefahren. Wir wollten an einer Station aussteigen, die als barrierefrei gekennzeichnet war. Es sollte einen Fahrstuhl bis zur Zwischenebene geben und dann sollte man vom Personal Hilfe bekommen. Ich war gespannt, wie diese Hilfe aussehen sollte. Und tatsächlich, es gab einen Fahrstuhl zur Zwischenebene, ansonsten nur Treppen. Ich ging zur Aufsicht und man sagte mir, ich solle warten. Dann kam ein Mann mit einer Treppenraupe wie ich sie noch nie gesehen hatte. Ich fuhr mit dem Rollstuhl auf eine Plattform. Unter mir war ein Kettensystem und hinten stand ein Mitarbeiter, der dem Gerät die Richtung vorgab. Dann ging es in Richtung Treppe. Das Gerät arbeitete sich wie ein Panzer von Stufe zu Stufe. Ich hing nach hinten abgekippt in dem Gerät. Langsam arbeitete sich die Raupe von Stufe zu Stufe vor – und ich immer kurz vorm Abgrund. Ich verstand nun, warum uns der Mitarbeiter morgens zu einer anderen Station geschickt hatte. Nach ewiger Zeit bin ich aber noch oben angekommen.

Im Einkaufszentrum unseres Hotels waren wir dann in einem Lokal, in dem fast nur junge Leute saßen. Ich bestellte Nudeln mit Krabben und eine Suppe und O. Nudeln mit Rind. Beide Gerichte sowie die Suppe schmeckten extrem nach Fisch. Auch die Nudeln. Aber wir waren tapfer und haben es gegessen. :-)

Geburtstag

Seit heute bin ich 28. Hilfe, es geht auf die 30 zu.

Willkommen in Hongkong

Strasse in Hongkong Flughafen Hongkong

Um es kurz zu machen: Hongkong ist der Wahnsinn. So viele Menschen, ein Wolkenkratzer reiht sich an den anderen. Vor den Wohnungen in den Hochhäusern hängt die Wäsche – jeder Meter wird gebraucht.

Unser Flug mit Cathay Pacific war perfekt. Die Fluggesellschaft ist wirklich empfehlenswert. Vom Flughafen zum Hotel haben wir einen der vielen Doppeldeckerbusse genommen. Problemlos, barrierefrei. Ich bin begeistert.

Überall riecht es nach Essen. Man kann den ganzen Tag essen, ein Imbiss reiht sich an den anderen. Unser Hotel ist perfekt und liegt sehr zentral, direkt angeschlossen an ein Einkaufszentrum. Wir schauen auf den Hafen und ich freue mich, in den nächsten Tagen die Stadt zu erkunden.

In Hamburg sagt man Tschüüüsss

Morgen geht es los. Ich blogge so oft ich kann. Stay tuned! :-)

St. Martin

Ich liebe Polizei-Pressemitteilungen.

(via ap-projekt.com)

Glücksspiel

Sieben Fragen zum Glücksspiel von cult7:

1. Spielst Du Lotto?
Nein, nur selten.

2. Hast Du Dich vom hohen Jackpot diesmal anstecken lassen?
Nein. Aber mein Freund hat getippt.

3. Hast Du bei einem Gewinnspiel bereits einmal gewonnen? Was?
Ja, ich gewinne eigentlich öfter. Vom Lexikon bis zum Badehandtuch habe ich schon gewonnen. Auch schon mal 15 Euro bei der Aktion Mensch.

4. Was würdes Du mit einem Lotto-Gewinn von 13 Millionen machen?
Ich würde mir ein schönes Haus bauen und professionelle Lobbyarbeit für die gleichberechtigte Teilhabe behinderter Menschen finanzieren. Außerdem würde ich einen Teil spenden.

5. Was ist das Fasziniernde am Glücksspiel?
Dass man immer denkt, die Chance steht 50:50 – Gewinnen oder Verlieren. Aber so einfach ist es ja leider nicht.

6. Du bekommst eine Nacht in Las Vegas und 10.000 Dollar. Wo gibst Du das Geld aus?
Ich spiele für ein paar Dollar. Den Rest nehme ich mit nach Hause.

7. Hast Du eine Glückszahl, die Dir auch schon einmal tatsächlich einen Gewinn eingebracht hat?
Nein, habe ich nicht.

Vorfreude

Seit heute habe ich Urlaub und so langsam macht sich die Vorfreude auf Hongkong breit. Wir werden im Langham Place Hotel wohnen. Ich hoffe, das Hotel hält, was die Internetseite verspricht.

Behinderte Iranerin soll hingerichtet werden

Leyla M., eine 19-jährige Iranerin mit einer so genannten geistigen Behinderung, ist in unmittelbarer Gefahr, wegen «Moralvergehen» hingerichtet zu werden, weil man sie seit ihrer Kindheit zur Prostitution gezwungen hat. Das berichtet die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (ai).

Laut der Meldung einer Teheraner Zeitung wurde sie von einem Gericht in der zentraliranischen Stadt Arak zum Tode verurteilt als sie 18 Jahre alt war. Das Todesurteil sei nun dem Obersten Gerichtshof zur Bestätigung vorgelegt worden.

Leyla M. sei wegen «Handlungen, die der Keuschheit zuwiderlaufen» zum Tode verurteilt worden. Die Anklage bezog sich darauf, dass sie ein Bordell betrieben, Geschlechtsverkehr mit Blutsverwandten gehabt und uneheliche Kinder zur Welt gebracht haben soll, berichtet ai. Vor der Hinrichtung soll sie zudem ausgepeitscht werden. In dem Artikel hieß es weiter, dass sie die Anschuldigungen gestanden habe und es ein Berufungsverfahren geben werde.

Ein Zeitungsbericht vom 28. November 2004 deutete laut ai darauf hin, dass der Berufungsprozess nun abgeschlossen ist. Sozialarbeiter sollen demnach wiederholt die geistigen Fähigkeiten der jungen Frau untersucht haben und jedes Mal zu dem Ergebnis gekommen sei, dass sie über die geistigen Fähigkeiten einer Achtjährigen verfüge. Leyla M. ist jedoch offenbar zu keiner Zeit von gerichtlich bestellten Fachärzten untersucht worden. Das Todesurteil gründete sich allein auf ihr «Geständnis», ohne dass mildernde Umstände ihrer Biografie und ihrer Behinderung berücksichtigt worden wären.

Gemäß des Zeitungsartikels wurde Leyla M. von ihrer Mutter im Alter von acht Jahren zur Prostitution gezwungen und soll dabei wiederholt vergewaltigt worden sein. Ihr erstes Kind habe sie mit neun Jahren. Ungefähr in diesem Alter habe man sie wegen Prostitution zu 100 Peitschenhieben verurteilt.

Als sie zwölf Jahre alt war, sei sie als «zeitlich befristete Ehefrau» an einen Afghanen verkauft worden. Ihr Mutter zwang sie aber auch weiterhin zur Prostitution. Mit 14 wurde Leyla M. erneut schwanger und ein zweites Mal zu 100 Peitschenhieben verurteilt. Nach Vollstreckung der Prügelstrafe brachte sie Zwillinge zur Welt.

Sie wurde erneut verkauft, diesmal an einen 55-jährigen verheirateten Mann und Vater zweier Kinder. Sie musste in seinem Haus weiter als Prostituierte arbeiten, so ai. Obwohl im Fall von «Geschlechtsverkehr mit einem Blutsverwandten» beide Beteiligte nach iranischem Recht die Schuld tragen, ist nach Kenntnis von ai in den vorliegenden Zeitungsberichten nur von ihrer Verurteilung die Rede.

Unterdessen hat die österreichische Außenministerin, Ursula Plassnik, angekündigt, Österreich werde bei der zuständigen Arbeitsgruppe des EU-Rates einen diplomatischen Protest einfordern, um den internationalen Druck in dieser Angelegenheit zu erhöhen. Der Fall werde von Österreich genauestens verfolgt, versicherte Plassnik.

ai hat auf seiner deutschen Internetseite zu Protestschreiben aufgerufen.

Fünf Fragen am 16. Dezember

Gimme5

1. Welche Farbe hat dein Lieblingskleidungsstück?
Schwarz.

2. Wie oft wäschst du deine Kleider?
Wenn sie dreckig sind. Ist also ganz unterschiedlich.

3. Was ist dein Trick, damit schwierige Flecken rausgehen?
Ace. Damit habe ich bis jetzt alles raus gekriegt.

4. Hast du eine Geschirrspülmaschine?
Jawohl. Ein Luxus den wir seit zwei Jahren genießen. Allerdings zickt die Maschine manchmal.

5. Hast du Geschirr geerbt, oder alles neu gekauft?
Alles neu gekauft

Hongkong

In genau einer Woche bin ich in Hongkong.
Hongkong
© Photocase