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Rehacare

Gestern war ich auf der Rehacare in Düsseldorf – einer Messe rund um Hilfsmittel für behinderte Menschen. Gebärdenwerk hatte dort auch einen Stand.

Stand von Gebärdenwerk auf der Messe

Wegen massiver Verspätung des Zuges nach Hamburg waren wir erst um 3 Uhr wieder zu Hause. Auf der Fahrt durften wir noch eine kleine Panikattake einer Mitreisenden miterleben. Der Zug war fast leer. Wir saßen zu dritt im Wagen: O. (blind), K. (gehörlos) und ich (Rollstuhlfahrerin) und schliefen. Gegen 1 Uhr kam die Frau schreiend in unseren Wagen und riss uns aus dem Schlaf. Sie bat völlig panisch darum, dass ihr jemand beim Aussteigen am nächsten Halt die Tür öffne.

Ich kam nicht an den Knopf, O. konnte ihn nicht finden, also musste K. ran. Wir waren die einzigen Reisenden weit und breit. :-) Die Frau hatte solche Angst vor dem Aussteigen, dass sie völlig ausflippte als sie merkte, dass K. gehörlos ist und sie es ansonsten mit einem Blinden und einer Rollstuhlfahrerin zu tun hat. „Verstehen Sie mich? Verstehen Sie mich?“ schrie sie K. an. Die Situation war so komisch und skuril, dass mir vor Lachen die Tränen die Wange runter liefen. Außerdem war ich total übermüdet und konnte mich nur noch in einen Lachkrampf retten.

K. hatte sie verstanden. Als der Zug noch gar nicht hielt, ruckelte sie schon panisch an der Tür. Zwischendurch schrie sie immer „Verstehen Sie mich?“ K. schaffte es dann die Tür aufzumachen als der Zug hielt, obwohl die Frau bereits versuchte, die Türentriegelung auseinander zu nehmen. Die Frau war so verängstigt, dass sie fast aus dem Zug fiel und sich gerade so halten konnte. Naja, jedenfalls ist alles gut gegangen.

Ein Kommentar

  1. tom sagt:

    Oh man. Ich erlebe ja auch so manche Dinge im Zug. Aber das ist ja fast ein Theaterstück!