Share on FacebookShare on Google+Flattr the authorTweet about this on Twitter

Ich komme – wenn es barrierefrei ist

Anruf einer PR-Agentur. Termin, blabla, Ort: Theater. Einladung kommt per Mail.

Ich maile zurück: „Herzlichen Dank für die Einladung. Können Sie für mich in Erfahrung bringen, ob das Theater rollstuhlgerecht ist. Ich bin Rollstuhlfahrerin. Herzlichen Dank!“

Wieder Anruf PR-Agentur: „Meine Kollegin, die Sie kennt, hat mich schon darauf hingewiesen, dass es da ein Problem geben könnte. Das Theater sagt, die Theatertechniker tragen Rollstuhlfahrer immer die Treppe hoch.“
Ich: „Das ist für mich keine Option. Dann kann ich leider nicht an Ihrer Veranstaltung teilnehmen.“
Schweigen. Dann: „Das Theater sagte, mit etwas Aufwand könnten sie auch eine Rampe hinlegen.“
Ich: „Ja bitte, das wäre gut. Bitte besorgen Sie die Rampe. Wenn eine daliegt, komme ich gerne. Wenn nicht, geh ich wieder.“ Erstaunen am anderen Ende der Leitung.

Wenig später wieder eine Mail: „Das Thetaer hat mir gerade fest zugesagt, dass es eine Rampe geben wird.“ Na bitte, geht doch. Aber so ganz glaub ich noch nicht dran. Aber macht nix, ich fahr vorbei, schau mir das an und sonst geh ich wieder. Ich liebe diese semi-barrierefreien Kann-man-Hingehen-Muss-man-nicht-Termine. Da wird Barrierefreiheit plötzlich zum PR-Element. Da müssen sich dann PR-Agenturen überlegen, ob sie eigentlich nicht eine klitzekleine Anforderung an die Location bei der Planung vergessen haben. Huch, sowas Lebensnahes plötzlich!

6 Kommentare

  1. Nina sagt:

    Ich liebe deine Einstellung zu diesen Situationen. Vor allem wenn ich mir die Gesichter in der Agentur vorstelle und danach das geradezu panische überlegen wie man aus diesem überbreiten Fettnapf wieder rauskommt.

  2. syrabo sagt:

    „Das Theater sagt, die Theatertechniker tragen Rollstuhlfahrer immer die Treppe hoch“,

    Mit oder ohne Rollstuhl? Also bei einen Elektrorollstuhl, der an die 200 Kilo wiegt …

  3. Christiane sagt:

    @syrabo
    Ist mir völlig wurscht wie die das machen. Auch wenn mein Rolli keine 200kg wiegt, finde ich das eine Zumutung und schon gar keine Lösung. Ich hoffe, die Botschaft ist in dem Theater und bei dem einladenden Unternehmen angekommen.

  4. Dorothea sagt:

    Ich halte das Ansinnen auch für unzumutbar. Möglichst noch mit viel „Halloooo“ und Spässkes durch die Landschaft getragen zu werden wie ein Säugling oder eine LAST – nee, das hat für mich nix mit Würde und auch nix mit Erwachsensein zu tun. Und auch wenn mein Rollstuhl nur 50 kg wiegt, der Inhalt dazu nochmal 50 – getragen wird nix. Nie. Von niemandem.

  5. Martin sagt:

    wenigstens wollen Sie Dir keine Rechnung für die Bemühungen senden. Mann muss zu sowas nichts sagen, jedenfalls nicht das was man denkt, denn sonst müsste man die Webseite zensieren… also soll sich dasss einfach jeder denken…. Grüße Martin

  6. Es tut mir sehr leid für Dich, dass Du mit solchen Problemen zu kämpfen hast. Wenn das Theater auch noch staatlich ist, wären diese groben Versäumnisse noch viel schlimmer.