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Drei Rollstühle in ganz Kanada

Weil die kanadischen Fluggesellschaften den E-Rollstuhl des kanadischen Abgeordneten Steven Fletcher nicht transportieren, hat er sich zwei weitere Rollstühle angeschafft. Sein Originalrollstuhl steht in Ottawa, ein weiterer in Winnipeg und noch einer in Toronto, schreibt der „Toronto Star„. 60 000 Dollar haben ihn die zusätzlichen Rollstühle gekostet, damit er an Treffen und Konferenzen teilnehmen kann.

Man fragt sich aber irgendwie schon, ob ein Abgeordneter, solchen Fluggesellschaften nicht mal auf die Sprünge helfen kann. Mir fielen da einige parlamentarische Mittel ein, um denen Druck zu machen. Zwei weitere Rollstühle zu kaufen, finde ich nicht wirklich eine Lösung. Schon gar nicht für Rollstuhlfahrer, die keine Abgeordneten sind und sich trotzdem in Kanada frei bewegen wollen.

3 Kommentare

  1. Dorothea sagt:

    Genau das wäre der Unterschied zwischen „Behinderten“ und Krüppeln.
    Letztere ziehen politische Konsequenzen aus ihrem Behindert-Werden (das geforderte Engagement hinsichtlich der Fluglinien, z.B.), erstere arrangieren sich. Irgendwie. Kaufen Zweit- und Drittrollstühle oder lassen sich schieben. Irgendwohin.

  2. Christiane sagt:

    Ich mag den Begriff „Krüppel“ überhaupt nicht, auch wenn ich weiß, wie er gemeint ist und woher er „historisch“ kommt. Aus dem einfachen Grund, weil Leute, die nichts mit behinderten Menschen zu tun haben, den Begriff nicht verstehen oder falsch verstehen.

    Krüppel ist derart abwertend, wenn ihn nicht behinderte Menschen (die nun mal in der Mehrheit sind) benutzen, dass ich mich dagegen verwahre. Ich bin kein Krüppel und auch keine „Behinderte“. Ich bin eine Frau mit Behinderung, eine behinderte Frau, ein behinderter Mensch. Wie ich mich verhalte, läßt sich nicht in eine Schublade packen. Es gibt nicht diese zwei Gruppen „Behinderte“ und „Krüppel“. Behinderte Menschen sind keine homogene Masse.

  3. Thomas sagt:

    Wer bitte hatt sich das Wort „Krüppel“ ausgesucht???

    Ich bin ein behinderter Mann (nebenbei gesagt, begeisterter Leser dieses Blogs ;-) ) und sitze im E-Rollstuhl.

    Meiner Meinung nach muss man sich bei solchen Begriffen nicht nur an dem richten, was man selber aussagen will, sondern auch, wen man damit ansprechen will. „Krüppel“ als Wort für mündige, aufgeklärte Menschen mit Behinderungen zu benutzen ist somit doch eigentlich völlig ungeeignet. Welche historische Bedeutung es auch immer noch haben mag, es hat doch vor allem den bitteren Beigeschmack von bemitleidenswerten, entstellten, verletzten Personen und ich empfinde mich als nichts davon.

    Wir reden immer davon, dass uns die Leute nicht verstehen. Dass sie nicht einsehen, dass wir nicht anders sind, sondern dass wir einfach nur ein, zwei körperliche Einschränkungen mehr haben als sie.

    Und bei dem Versuch, ihnen das zu erklären, benutzen wir jetzt eine Sprache, die sie nicht verstehen??? Wie bescheuert ist das denn bitteschön. Und ist das nicht genause behindernd, wie die Behinderungen, gegen die wir kämpfen? (Tschuldigung, aber sowas regt mich tierisch auf…)