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Diagnose: Querschnittlähmung oder „Der Kaiser ist nackt“

Ich verfolge seit Samstag die Berichterstattung um das Unglück bei „Wetten, dass…?“. Mir war schon ziemlich früh klar, dass die Verletzungen des Kandidaten ziemlich stark auf eine Querschnittlähmung hindeuten. Nun ist er heute aus dem künstlichen Koma geholt worden und hat leider nach wie vor Lähmungen an Armen und Beinen. Auch wenn es offensichtlich keiner aussprechen möchte – und schon gar nicht das ZDF: Der Mann hat mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Querschnittlähmung.

Das heißt aber nicht, dass nicht noch in den nächsten Wochen, Monaten und Jahren Verbesserungen eingetreten können, was die Funktionsfähigkeit der Arme, Beine und Organe angeht. Meine Querschnittlähmung habe ich als Neugeborene bekommen nach der Geburt und bis etwa zum 12. Lebensjahr kamen immer noch Funktionen zurück. Aber die Querschnittlähmung ist geblieben.

Aber die Schönrederei des Zustands des Kandidaten passt sehr gut dazu, wie wir heute mit diesen Risiken umgehen: Wir blenden sie aus. Man fährt mit 200 km/h bei Regen über die Autobahn und glaubt, man hätte alles im Griff. Man hüpft über Autos und glaubt, es passiert nix. Dass ein Kandidat sich schwer verletzen kann, spielt am Samstagabendfernsehen doch nur eine untergeordnete Rolle, wenn man gemütlich zu Hause sitzt. Wer will denn da an Krankenhaus, Querschnittlähmung oder gar Tod denken?

Es passiert immer nur anderen etwas. Nie einem selber. Und jetzt ist Deutschland in der Situation Augenzeuge geworden zu sein, wie ein Mensch sich wahrscheinlich in den Rollstuhl katapultiert. Ziemlich spektakulär, aber letztendlich doch sehr alltäglich. Rund 1000 Menschen werden im Jahr allein in Deutschland querschnittgelähmt, die meisten sind männlich und hatten einen Unfall. Und jetzt spricht man darüber, ob er jemals wieder laufen kann. Für Menschen mit einer Halswirbelsäulenverletzung ist es ein Erfolg, wenn sie selbstständig atmen können oder die Hände ein bisschen bewegen können.

Es ist naiv zu glauben, in ein paar Monaten sei alles wieder gut. Querschnittlähmung ist nicht heilbar und geht auch nicht einfach wieder weg wie ein Schnupfen. Die Nervenbahnen sind wahrscheinlich durchtrennt oder gequetscht. Was Samuel jetzt braucht, ist eine gute Reha. Wohnung, Hilfsmittel und Assistenz müssen organisiert werden. Ich hoffe sehr, dass das ZDF für solche Fälle versichert war. Das wäre ein Segen für ihn. Dann muss er sich wenigstens nicht mit der Krankenkasse und dem Sozialamt rumärgern. Oder man schafft es, so viele Spenden aufzutreiben, dass er das nicht muss. Es wäre ihm zu wünschen, dass das alles gut geregelt wird, denn das ist die Voraussetzung für ein dennoch selbstbestimmtes Leben. Was aber sicher nicht hilfreich ist, ist dieses „Der Kaiser ist nackt“-Verhalten und der Glaube daran, dass schon alles wieder gut wird. Das ist Zeitverschwendung auf einem Weg zu einer guten Rehabilitation.

Update 13. Dezember 2010: Nachdem Samuel Koch ins Paraplegikerzentrum in der Schweiz verlegt wurde, haben die Ärzte nun bestätigt, dass er eine Querschnittlähmung hat.

24 Kommentare

  1. Hallo, Christiane,

    vielen Dank für diesen Beitrag. Du hast sehr klug und vor allem sehr zwingend das geschrieben, was mir heute durch den Kopf gegangen ist. Als ich heute was, von „starken Lähmungen“ gelesen habe und dann auch noch von „Luftröhrenschnitt“ dachte ich sofort an Christopher Reeve. Ich bin kein Mediziner, aber für mich war diese Assoziation zwingend. Und so bedauerlich das auch alles ist. Er ist das Risiko bewusst eingegangen oder es war ihm nicht bewusst, was passieren kann. Somit ist es ein bedauerlicher Unfall. Und damit wir uns alle in unserer Wohnzimmeridylle nicht so aufregen, kriegen wir die Wahrheit eben häppchenweise serviert.

    Beste Grüße
    Stephan

  2. Christina sagt:

    Danke für diesen sehr guten Blogbeitrag.

    Auch mich hat das Thema sehr bewegt in den letzten Tagen. Alles Gute wünsche ich Samuel K.

    Mögen ZDF und Thomas Gottschalk ermöglichen, dass er beste medizinische Versorgung und großzügige finanzielle Unterstützung erhält.

    Das sollte kein Problem für Thomas Gottschalk sein, der hochdotierte Werbeverträge hat.
    Haribo macht Kinder froh…

    Finanzielle Unterstützung stellt die Gesundheit von Samuel K. leider auch nicht wieder her.

    Wird aber, wie du es authentisch beschrieben hast, vieles erleichtern können.

  3. Klare Worte, klar ausgesprochen. Bravo!

  4. Christopher sagt:

    Danke für die klaren Worte!

    Wie auch auf Twitter schon geäußert, sehe ich die wesentlichen Punkte ganz genauso wie du!

  5. Andrea sagt:

    Danke für den sehr gut geschriebenen Artikel und für die aufrüttelnden Worte. Wie oft gehen wir mit unserem Körper um als hätten wir zuhause noch einen 2. im Schrank. Wie oft lassen wir uns durch Stress oder für einen Nervenkitzel zu waghalsigen Manövern verleiten. Es gibt zwar im leben keine Sicherheit, dass nichts passiert, aber man muss ja sein Schicksal nicht unbedingt herausfordern. Sendungen wie Wetten, dass oder die ganzen Sendungen in denen ‚lustige‘ Stürze von Menschen gezeigt werden, schaue ich schon lange nicht mehr.

    Dem Kandidaten wünsche ich dennoch alles Gute.

  6. Wolf sagt:

    Die nichtbehinderte Oeffentlichkeit hat fuer sich selbst ein Feel-Good-Programm, das mit der Realitaet bei Behinderungen gelegentlich gar nichts zu tun hat. Andauernd gar nichts zu tun mit der Realitaet hat die oeffentliche Wahrnehmung bereits seit Jahrzehnten bei Armprothesen. Da werden permament Forschungsgelder unter der Beschoenigung, man tue etwas fuer Behinderte, in Handprothesenforschung gesteckt – von diesen sieht man seit ca. 40 Jahren nie etwas im Alltag. Richtig – nie. N.I.E. Ausserdem wird da echter Unsinn gemacht. Auch die modernen Hightech-Geraete sind meist billig zusammengebastelte Sachen, die weder stabil noch besonders brauchbar aber dafuer extrem teuer sind – aber sie genuegen, die Medien mit Heilsversprechungen vollzustopfen. Die vollstaendig (!) davon segregierte Realitaet findet dann mit Prothesen statt, deren Teile bestenfalls industriell, oft aber auch selbst / in der Orthopaeditechnikerwerkstatt kundenspezifisch angepasst werden. Ich sage nicht, dass der letzte Punkt fuer sich genommen schlecht ist – gar nicht, auch meine Orthopaedietechniker geben sich echte Muehe, meine Aermli koennen sich sehen lassen – aber die Oeffentlichkeit hat KEINE Ahnung, da sie sich auf diesem Gebiet eine ganz eigene Objekt- und Vorstellungs-Welt finanziert. Der oeffentliche Diskurs ist da tendenziell eben auf Feel-Good ausgerichtet, und wenn man das weiss, fordert man es auch nicht ein. Viele leben in dieser unbedachten Feel-Good-Welt, und dann faellt eben mal jemand auf die Nase. Waehrend das vielleicht stossend ist, ist es auch COOL. Seit Jahren bin ich – erstmals seit der Amputation – wieder Skifahren gegangen, nicht besonders riskant aber Vollgas. Wissend um die Risiken bin ich nach aeusserst guter sportlicher Vorbereitung endlich mal wieder auf die Ski gestanden, und Junge, war das ein tolles Gefuehl. Dieses Feel-Good, das Abschalten der ewigen Sorge, das hat auch was fuer sich. Nach zwei Tagen bei -15 Grad hat mein Stumpf leichte Erfrierungen, tat am Nachmittag wegen der Unterdurchblutung jeweils extrem weh – aber meine Euphorie haelt an. Letztlich geht es ums Abwaegen, und was fuer einen selbst (was dem Hedonisten genuegt) und seine Liebsten („wer seine Eltern liebt, faehrt nicht Motorrad“) noch an Risiko so drinliegt. Und mal eine Nummer durchgeben, das muss ohne faule Worte drinliegen. Es ist absolut tragisch, was da passiert ist – aber sowas soll man nicht verbieten. Aufklaerung und Gespraeche sind da viel wichtiger.

  7. Irene G. sagt:

    Ich habe die Sendung nicht gesehen und die Berichte nicht genau verfolgt, aber stimmt, die Schlagzeilen sind nebulös.

    Ich denke jetzt wieder an den Kletterer, der bei der Castor-Blockade vom Baum stürzte, nachdem er anscheinend mit Pfefferspray angegriffen wurde (er ist mit weniger schweren Verletzungen der Wirbelsäule davon gekommen):
    http://www.robinwood.de/blog/aktion/2010/11/foto-und-solidaritat-mit-zum-absturz-gebrachten-baumkletterer-niels/

    Was darf die Polizei?

  8. Julian sagt:

    Gute Einschätzung!

  9. Tux2000 sagt:

    Danke für die „kalte Dusche“.

    Normalerweise fällt mir Schönrederei ziemlich schnell auf, aber in diesem konkreten Fall hat es die Berichterstattung tatsächlich geschafft, mir die Verletzungen als „schlimm, aber alles heilbar“ unterzumogeln: Harter Fall mit dem Kopf auf den Boden, klar, Lähmungserscheinungen, ein paar Quetschungen, man hat angeblich sogar ein Stück Gewebe wegschneiden müssen, damit das Rückenmark nicht so gequetscht wird. Alles gut und schön, schmeißen wir High-Tech-Medizin im Gegenwert eines Häuschens drauf und der Mann ist in absehbarer Zeit wieder 100% genesen.

    Auf die Idee, dass das Rückenmark durch die Quetschungen nicht nur gestört, sondern komplett durchtrennt oder irreparabel geschädigt sein könnte, bin ich bis zu diesem Blog-Eintrag gar nicht gekommen.

    Ehrlich gesagt liegt das auch wohl mit an den Bildern, die man sehen konnte: Ein Auto fährt relativ langsam auf den Wettkandidaten zu, der hüpft auf „lustigen Spielzeugen“ etwas rum, was könnte harmloser sein? So ähnlich muß wohl auch die Redaktion von „Wetten dass“ gedacht haben.

    Den eigentlichen Sturz hab ich nicht gesehen, den konnte man wohl nur direkt in der Live-Übertragung beobachten. In allen folgenden Berichten gab es nur die oben beschriebenen, harmlose Bilder zu sehen, und das gespannte Tuch nach dem Sturz.

    Tux2000

  10. Tux2000 sagt:

    Nachtrag: Ich lese meinen Kommentar gerade noch mal, und mir fällt auf, dass man die letzten beiden Absätze so interpretieren könnte, dass ich unbedingt sehen will, wie sich der Kandidat „das Genick bricht“. Am besten noch in Zeitlupe.

    Das will ich nicht, und das meine ich auch nicht.

    Aber irgendwie haben wir uns an solche Bilder gewöhnt, und wenn wir bei einer Katastrophe nicht literweise Blut, gebrochene Knochen, verstümmelte Menschen und Tonnen von Schrott sehen, glauben wir irgendwie nicht so richtig an eine Katastrophe.

    Bei der Berichterstattung über diesen Fall gab es für die an Blut und Schmerz gewöhnte Zuschauermasse (zu der ich mich auch zählen muß) nur ein gespanntes Tuch zu sehen. Nicht einmal eine Computer-Animation, bei der ein Strichmännchen „leiden“ muß. Kein Blut, kein Schmerz, also „kann das nicht so schlimm sein“. Dazu mehr oder weniger optimistische Berichte aus dem Krankenhaus.

    Beeindruckend, wie sehr die Zuschauermasse (wieder mich eingeschlossen) um die Querschnittlähmung herum geschoben wird.

    Tux2000

  11. Ralf sagt:

    Nun aus der Presse ist zu entnehmen, dass der Patient Wach und Orientiert ist. Das keine Gehirnschäden aufgetreten sind. Das er dennoch beatmet wird deutet darauf hin, dass die Schädigung bereit sehr hoch and der Wirbelsäule ansetzt. Vermutlich ist es schon als Erfolg zu verbuchen wenn er nach der Reha wieder selbsständig atmen kann. :-(

  12. […] Behindertenparkplatz – Diagnose: Querschnittlaehmung oder: Der Kaiser ist nackt […]

  13. Kugel sagt:

    Ok ich habe es nicht gesehen, ich schau generell wenig fern – aber mein Eindruck ist:

    Selber Schuld! Das ergibt sich aus der Erzählung einer Bekannten, wie sie das live verfolgt hat, über ihr Schockieren in dem Moment etc…

    Leider verlieren die meisten mal wieder komplett die Relationen! Ich habe auch für solche Dummheiten wie die bei Wetten dass noch Mitleid aber vorher sollte man es Leuten angedeihen lassen, die unverschuldet weitaus größeres Elend erleiden und das weil wir hier der Unterhaltungssucht frönen anstatt unseren Parlamentariern, der Regierung, den Medien etc. auf die langen Finger zu schauen.

    Ich habe den „Unfall“ nicht gesehen, deshalb sehe ich das ganze wahrscheinlich nicht durch die TV-Emotionsbrille gefärbt. Ich sehe auch beim ZDF keine Verantwortlichkeit… warum auch? Wenn Vater und Sohn sich zu einem solchen waghalsigen Scheiss hinreissen lassen und die gewieften Redakteure das ausnutzen, sind sie deswegen nicht verantwortlich!

  14. wuerfel sagt:

    … aber vielleicht doch unverantwortlich.

    (auch guter sachlicher blog: http://assistenzarzt.wordpress.com/ )

  15. Was da mit dem jungen Mann passiert ist, ist sicherlich schlimm und ich wünsche Ihm alles gute das die Lähmung wieder verschwindet. Nur muß man dazu sagen er wußte auf was er sich einlassen würde. Es gibt sehr viele schlimme Fälle die auch durch Unfall oder Krankheiten Querschnittlähmungen bekommen nur von denen hört man in den Medien sehr wenig.

  16. Wendy sagt:

    Bei allen guten Wünschen für den Kandidaten – aber ich sehe hier wirklich keinerlei Verantwortung (erst recht nicht in der Hinsicht „Gottschalk hat Werbeverträge – der soll nun den Kandidaten finanziell unterstützen) Dritter. Der junge Mann sah sich als Schauspieler und Stuntman, hatte die Wette geprobt, seine Eltern waren dabei – der Vater fuhr sogar den Wagen, mit dem das Unglück passierte und die Mutter ist Intensiv-Krankenschwester. Ich sehe wirklich keine Verantwortung Dritter für das Unglück. Der junge Mann hat sich mit offenen Augen auf die Sache eingelassen – er wurde ja nicht überredet, sondern hat sich gemeldet. Zudem ist das ZDF natürlich versichert und laut Auskünften wurde wohl eine erste Zahlung der Versicherung schon angewiesen – was vermutlich ein Verhalten ist, wovon manches Unfallopfer träumen kann, daß für jeden Cent von Versicherungen streiten muß. Die Sendung lebt sicher von abwechslungsreichen Wetten – ich hatte – wenn ich sie ab und an gesehen habe – aber nie das Gefühl, daß ein „höher, weiter, gefährlicher-Motto“ vorherrscht – eher las man mal „Wetten lahm….“. Aber vermutlich sind genau die, die damals „lahme Wetten“ geschrieben haben diejenigen, die jetzt gerne den moralischen Zeigefinger heben. Ich glaube im übrigen Gottschalk auch, daß er zwar ne Rampensau ist, aber nicht seine Großmutter für Quote verkaufen würde und er auf die Sicherheit der Kandidaten Wert legt.

  17. Christiane sagt:

    Ich wollte mit dem Beitrag keine Schulddebatte lostreten. Das finde ich eine ziemlich unwichtige Frage. Dass er nicht gezwungen wurde zu hüpfen, hat ja jeder sehen können.
    Das ZDF hatte den Kandidaten für 100.000 Euro unfallversichert. Sorry, aber das ist bei einer Querschnittlähmung für den hohlen Zahn. Das Geld geht sofort drauf für Umbauten.
    Mir geht es darum, dass jeder Mensch nach Eintritt einer Querschnittlähmung eine bestmögliche Versorgung erhält. Ob derjenige in Wetten, dass…? verunglückt oder sich wegen überhöhter Geschwindigkeit um den Baum wickelt oder unverschuldet über den Haufen gefahren wird, ist am Ende unwichtig.

  18. nixloshier sagt:

    man benennt es langsam, aber sicher und ganz zurückhaltend-umschreibend…

    süddeutsche.de: „… Baumberger sprach von einer Querschnittslähmung. Inwieweit sich diese womöglich noch während der Rehabilitation zurückbilden wird, lasse sich noch nicht sagen. …“

    (vgl. http://www.sueddeutsche.de/panorama/aerzte-nach-unfall-in-zdf-sendung-samuel-wird-nie-mehr-normal-laufen-koennen-1.1035602)

  19. Wendy sagt:

    Liebe Christiane – du stellst vielleicht nicht die Schuldfrage – Christina in ihrem Beitrag impliziert durchaus, daß Herr Gottschalk „mit seinen hochdotieren Werbeverträgen“…. etwas zahlen soll…

    Ich persönlich denke, jemand, der Stuntman sein will sollte – ganz banal gesagt – in seinem eigenen Interesse eine Unfallversicherung haben.

    Denn auch wenn jedem ein Unfall passieren kann – das „Berufsrisiko“ ist doch wohl etwas höher, wenn ich meinen Alltag in Superlativen verbringe. Wenn ich in meinem Leben erhöhte Risiken eingehe, muß ich diese auch versichern. Das ist auch das Prinzip jeder berufsgenossenschaftlichen Versicherung – Betriebe mit höherem Risiko zahlen erheblich höhere Beiträge als andere.

    Und wenn das auch manchen als „unmenschlich“ erscheint – Versicherungen berechnen immer die Wirtschaftlichkeit. Nicht ohne Grund zahlt mein Arbeitgeber in seine Berufshaftplicht im Jahr etwa 10.000 € Beitrag für eine Versicherungssumme von 3.000.000 € – als Privatmann würde man für eine ungleich höhrere Versicherungssumme nur etwa 80 € Beitrag bezahlen… die Gefahr, daß ein solcher Schaden eintritt ist halt kleiner….

    Wie gesagt – zu bedauern ist der Unfall sicher – wer aber eine finanzielle Verantwortung zuweist, weist auch eine Schuld zu. Und die liegt meiner Ansicht nach in diesem Fall wirklich nur bei Samuel.

  20. Christiane sagt:

    @Wendy
    Ich war sehr überrascht als ich las, dass das ZDF die Kandidaten „nur“ mit 100.000 Euro versichert hat. Ich tippe mal, die Versicherung hat weniger als 100 Euro gekostet. Ich dachte, so ne Sendung ist bei Lloyds (Risikoversicherungen) abgesichert ähnlich wie Kriegskorrespondenten etc.

    Gott sei Dank ist es ja nicht so, dass nur der zahlt, der schuld ist. Es gibt ja auch etwas wie moralische Verantwortung, ganz ohne Schuld. Ohne die Wetten, keine Sendung. Und ich gehe mal davon aus, der wird sich das ZDF auch nicht entziehen.

    Aber wie gesagt, die Schuldfrage finde ich total albern. Ich finde erstaunlich, wie mit so einem Unfall umgegangen wird. Hat viel mit Verdrängen zu tun – und dazu gehört wohl auch sich selbst (der Kandidat) und die Kandidaten (der Sender) nicht oder nicht ausreichend zu versichern.

  21. Christian H. sagt:

    Achwas Versicherung. Da wird jetzt ne Spendengala gestartet und finanzielle Sorgen wegen irgendwelcher Umbauten hat er schonmal keine mehr.

  22. stimmviech sagt:

    Sorry, aber mein Mitleid mit diesem Kandidaten hält sich in Grenzen. Wer- dazu noch unterstützt von seiner Familie- so was Wahnsinniges macht, darf sich über die Folgen nicht wundern. Die meisten Menschen mit Behinderungen sind dagegen schuldlos verunglückt bzw mit Behinderungen geboren worden.

  23. jochen sagt:

    hallo ein nüchtener und wunderbarer einblick in eure welt
    man wird gut in frage gestellt
    lg
    jochen

  24. Dorothea sagt:

    Interessant.

    Christina schreibt – und sagt das auch noch mehrfach – zum Thema „Umgang mit -sog.- Behinderung“ und was wird hauptsächlich diskutiert?

    „Mitleid“ und „Schuld“.

    Interessant. Oder, von anderer Warte: decouvrierend