Behinderte Moderatorin als Kinderschreck?
Im Kinderkanal der BBC moderiert seit ein paar Wochen eine Moderatorin, die nur eine Hand und einen Unterarm hat. Bei der BBC sind daraufhin Beschwerden eingegangen, der Anblick der Frau erschrecke die Kinder. Es folgte ein riesen Aufschrei der Empörung über die Leute, die sich beschwert hatten. Die Moderatorin der Sendung, Cerrie Burnell, gibt seitdem Interviews, in der sie sehr besonnen, aber durchaus medienkritisch über das Thema “Behinderte Menschen in den Medien” spricht. Außerdem hat sie für BBC One einen Film dazu gedreht – über sich und andere behinderte Menschen in den Medien.
am 19. März 2009 um 11:45 Uhr.
Hallo Claudia, vielleicht kannst du dich ja an diese Sendungen zur Lotterie “Ein Platz an der Sonne” erinnern. Da gibt es am Wochenende immer so eine wirkliche kurze Sendung dazu. Jahrelang wurde die von einem Nichtbehinderten moderiert. Endlich ist man dazu übergangen, hier eine richtig gute behinderte Moderatorin zu nehmen.
Leider ist dies wohl mal wieder ein Einzelfall. Ich kenne keine weitere Sendung, wo der oder die Moderator/in behindert ist.
Da gilt es noch viel aufzuholen.
Helga
am 19. März 2009 um 11:48 Uhr.
Entschuldige bitte Christiane, ich habe dich versehentlich Claudia. Ich bekomme heute Besuch von einer Claudia, da war ich wohl schon in Gedanken bei ihr.
am 19. März 2009 um 12:05 Uhr.
Was ich dem Artikel nicht entnehmen konnte: Moderiert sie noch immer; sprich ist die BBC zu ihr gestanden? (Ich hoffe es sehr, würde es aber gerne wissen)
am 19. März 2009 um 12:09 Uhr.
Ja sicher, sie moderiert noch. Sie hat jetzt nur weit mehr Medienpräsenz als zuvor als einfache Kinderprogramm-Moderatorin.
am 19. März 2009 um 15:03 Uhr.
@Helga
Menschen – das Magazin (ZDF) wird auch von einer behinderten Moderatorin moderiert.
am 19. März 2009 um 16:58 Uhr.
Danke Eva
am 19. März 2009 um 17:54 Uhr.
hallo christiane,
durch zufall bin ich auf deinen sehr interessanten blog gestossen. wir kennen uns durch die mailingliste.
ist sehr armselig, das sich höchstwahrscheinlich andere als die kinder darüber aufregten und sich hinter den kindern dann auch noch versteckten. so kann man nicht dafür sorgen, das die gesellschaft toleranter wird.
beste grüsse
christiane s.
am 19. März 2009 um 23:42 Uhr.
[...] Lauda Was mir bei dem kurzen Bericht auf dem Blog Behindertenparkplatz über eine einarmige BBC-Moderatorin wieder auffiel: Der einzige “entstellte”, wenn [...]
am 21. März 2009 um 9:04 Uhr.
[...] Behindertenparkplatz – Behinderte Moderatorin als Kinderschreck? (tags: Menschen Menschenrechte Behinderung) [...]
am 21. März 2009 um 13:03 Uhr.
Mal ein ganz böser Gedanke:
Wurde die Dame vielleicht gezielt von einem Marketingstrategen ausgewählt, um eine kostenlose Werbekampagne für die Sendung zu starten?
am 21. März 2009 um 19:41 Uhr.
Also alles wie immer : Natürlich hat man keine Vorurteile, natürlich möchte man helfen, aber doch bitte nicht Kinder erschrecken – die könnten ja ein völlig falsches Bild von der wirklichen Welt bekommen.
Im übrigen würde es in vielen Bereichen sicher nicht Schaden, um mal auf obige Argumentation zurückzukommen, einige schlechte Moderatoren durch richtig gute auszutauschen – und die dürfen gerne auch ein Handicap haben, Hauptsache das Ergebnis Ihrer Arbeit stimmt.
am 22. März 2009 um 0:16 Uhr.
@Alex
Das ist nicht RTL, das ist der BBC Kinderkanal. Also voll gebührenfinanziert und ohne Werbung. Auf die 5 Zuschauer, die man damit gewinnt, sind die sicher nicht angewiesen.
am 22. März 2009 um 14:17 Uhr.
Erstmal: Ein toller Blog :)
Leider funktioniert der Link zu obengenannten Film nicht richtig, sodass man es sich nicht anschauen kann. Schade.
Dennoch danke für den Denkanstoß!
Gruß
am 23. März 2009 um 12:40 Uhr.
Ich bin mir nicht sicher, wer der erschreckt wurde: die Eltern oder die Kinder.
Irgendwie werde ich das Gefühl nicht so, dass das Wohl des Kindes vorgeschoben werden könnte um zu verhindern, dass die Erwachsenenwelt nicht zu erschrecken.
*nachdenk*
am 27. März 2009 um 9:46 Uhr.
Manchmal frage ich mich, ob Kinder nicht vorgeschoben werden, damit sich Erwachsene nicht zu erschrecken brauchen? Mir drängt sich jedenfalls die Frage auf, wer hier in Wirklichkeit “geschützt” werden soll. Eine allgemeingültige Antwort darauf habe ich auch nicht.
Lg, Saranya
am 27. März 2009 um 15:46 Uhr.
[...]Hand und einen Unterarm hat sorgt für eine Beschwerdewelle bei der BBC[...]
am 18. April 2009 um 20:24 Uhr.
@Saranya: Ja das habe ich mich auch gerade eben gefragt als ich das gelesen habe. Wirklich erschreckend was in manchen Menschen vor geht. Also als Elternteil ist es doch wohl nicht zuviel verlangt den Kindern einfach zu erklären warum diese Person anders aussieht, bzw. dass da nichts schlimmes daran ist. Die Kinder werden doch im späteren Leben auch auf behinderte Menschen treffen. Das ist doch etwas ganz normales.
Oder beziehungsweise auf Menschen die anders aussehen (andere Hautfarbe, große Nasen, kleine Menschen, was auch immer)
Also nein wirklich, sowas kann mich ärgern.
Grüße, Sandra
am 19. April 2009 um 7:32 Uhr.
Ihr seht das vollkommen richtig. Die Erfahrung mit unserer Tochter hat gezeigt, dass ihre Mitschüler kaum Probleme mit der Behinderung hatten. Sie haben sich genau nach der Behinderung erkundigt und das wars dann.
Während wir unter den Lehrern! immer wieder welche hatten, die damit absolut nicht umgehen konnten.
Deshalb ist ja Integration so wichtig. Kinder, die mit behinderten Kindern zusammen aufwachsen, werden auch als Erwachsene keine Probleme mit Behinderten haben.