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Archiv für Technik

Barrierefreie Kaffeesatzlesereien 2014

Inspiriert durch Thomas Knüwers Glaskugelige Kaffeesatzlesereien 2014 möchte ich mal ein paar Vorhersagen machen, was das Themen Barrierefreiheit und Behinderung 2014 angeht.

  • 1. Behinderung wird cool.

  • Ich beobachte schon seit einer ganzen Weile, dass Behinderung bei weitem nicht mehr das Negativ-Label hat, das es einmal hatte. Das zeigt sich in so nervigen Aussagen wie „Ansich ist ja jeder behindert.“ Manchmal habe ich das Gefühl, Leute fangen an, sich zu rechtfertigen, nicht behindert zu sein. Das ist natürlich völliger Quatsch, aber dennoch besser als dieser schamhafte Umgang aus den 80ern. Angesichts der Tatsache, dass Individualität ja auch gerade ziemlich hip ist, passt auch die Akzeptanz von Behinderung da gut rein. Wer will schon sein wie alle anderen?

  • 2. Die Cyborgs kommen. So what?

  • Dazu passt auch das Thema Cyborgs. Früher waren Prothesen etwas für Kriegsversehrte, jetzt sollen sie für alle da sein und angeblich will sie auch jeder. Ich hab da so meine Zweifel. Behinderte Menschen wird es immer geben, auch wenn sie sich jetzt Cyborgs nennen oder ein paar Nichtbehinderte meinen, ihr Handy mache sie schon zu einem Cyborg. So what? Ja, die Medien lieben das Thema, die Relevanz für behinderte Menschen ist allerdings ziemlich gering. Jedem die Schublade, in die er gerne passen möchte – zumindest so lange es nicht dazu führt, dass die Akzeptanz von behinderten Menschen darunter leidet. Wer glaubt, alle Behinderungen müssen und können mittels Technologie ausgerottet werden, ist alles andere als fortschrittlich, sondern allenfalls naiv.

  • 3. Für manche Airline wird es teuer, behinderte Menschen zu diskriminieren. Die anderen werden daraus lernen.

  • Oh, was freue ich mich auf dieses Urteil! Der Fluggesellschaft Easyjet droht 2014 in Frankreich eine Strafzahlung von 70.000 Euro, weil sie behinderte Kunden diskriminiert haben sollen. Ich prophezeie: Easyjet verliert auch in der letzten Instanz und muss zahlen.
    Es wird ein Ruck durch die Airlineindustrie gehen, die dann endlich merkt, dass auch behinderte Menschen Kunden sind und sie sich ihre Gäste nicht aussuchen können, jedenfalls nicht danach, ob die Kunden behindert sind oder nicht.

  • 4. Der Rollstuhlfahrer-Kinderwagen-Krieg in britischen Nahverkehrsbussen wird zugunsten der Rollstuhlfahrer entschieden.

  • Und auf noch ein Urteil freue ich mich. Ein britisches Gericht wird grundsätzlich entscheiden, ob Busgesellschaften die Rollstuhlplätze in Nahverkehrsbussen für Rollstuhlfahrer vorhalten müssen oder ob Busfahrer Rollstuhlfahrer abweisen können, wenn die Plätze durch nicht behinderte Fahrgäste, zum Beispiel Kinderwagen, genutzt werden. Ich prophezeie: Es wird zugunsten von Rollstuhlfahrern entschieden. Ein Urteil der Vorinstanz gibt es dazu schon. Das wird dazu führen, dass sich die britische Busindustrie endlich mal nach besseren Linienbussen umschaut und zwei Freiflächen einrichtet – eine für Rollstuhlfahrer und eine für Kinderwagen. Bis das passiert, werden Eltern ihren Buggy falten müssen oder aussteigen, wenn ein Rollstuhlfahrer kommt.

  • 5. Das soziale Modell von Behinderung kommt langsam immer mehr in Deutschland an.

  • Die Fortschritte bei der gleichberechtigten Teilhabe behinderter Menschen in Großbritannien sind vor allem auf das vorherrschende soziale Modell von Behinderung zurückzuführen. Behinderung wird als gesellschaftliche Aufgabe verstanden, nicht mehr als persönliches Schicksal, gegen das man wenig tun kann. Ich glaube, dass daran der Schlüssel liegt, Dinge in Deutschland für behinderte Menschen zu verändern und ich glaube, das soziale Modell von Behinderung wird immer mehr ins Bewusstsein der Menschen, auch der behinderten Menschen selbst, rücken.

  • 6. Auch behinderte Menschen, die Assistenz benötigen, dürfen künftig Geld verdienen.

  • Es gab eine sehr erfolgreiche Petition, es gab einen hervorragenden Beitrag von Panorama. Ich glaube, politisch ist der Status Quo, dass behinderte Menschen, die auf Assistenz angewiesen sind, nur wenig verdienen können und nichts ansparen dürfen, nicht zu halten. Ich glaube, dass 2014 zumindest ein Gesetzentwurf auf den Weg gebracht wird, der das ändert.

  • 7. ARD und ZDF teilen mit, bis wann ihr gesamtes Programm untertitelt wird.

  • Bei einem Überschuss von 500 Millionen Euro an Rundfunkabgaben, ist es nicht zu verstehen, warum ARD und ZDF ihr Programm nicht endlich vollständig untertiteln. Mit dem Geld könnte man nicht nur untertiteln, sondern auch noch die Bildbeschreibungen für blinde Menschen massiv ausbauen. Zumindest sollten die Sender 2014 in der Lage sein mitzuteilen, bis wann sie die 100% Untertitel erreicht haben.

  • 8. Es wird mehr behinderte Menschen in ganz normalen Fernsehrollen geben.

  • Der Münsteraner Tatort macht es seit längerem vor. Der Tatort mit Nora Tschirner und Christian Ulmen hat es auch gezeigt. Die Lindenstraße kann es auch, wenn sie will: Es wird immer mehr sichtbar behinderte Menschen in ganz normalen Rollen geben. Das ist im britischen Fernsehen längst üblich und sollte auch in Deutschland bald normal werden. Der Tatort „Die fette Hoppe“ hat schon gut vorgelegt, aber da geht noch mehr.

  • 9. Sibylle Brandt wird neue Behindertenbeauftragte der Bundesregierung.

  • Keine Jahresvorschau 2014 ohne einen Tipp, wer Behindertenbeauftragte/r wird. Ich tippe auf Sibylle Brandt. In erster Linie weil Rolling Planet schon rumposaunt hat, es würde eine Frau von der SPD, aber sie dürften nicht sagen, wer. Rolling Planet sitzt in Bayern. Sibylle Brandt kommt aus Bayern und ist vom Netzwerk „Selbst Aktiv“ der SPD. Außerdem passt ihr Profil irgendwie zu dieser Regierung, finde ich.
    Sie hat einen Blindenführhund. Ich hoffe sehr, dass es dann endlich mal ein Assistenzhundegesetz in Deutschland geben wird, das zum einen die Ausbildungsqualität der Hunde absichert, aber auch das Abweisen von Assistenz- und Blindenführhunden unter Strafe stellt.

  • 10. SMS-Notruf startet in Deutschland flächendeckend.

  • Wer in Deutschland gehörlos ist und die Polizei oder Feuerwehr erreichen will, muss ein Fax schicken. Derzeit ist es nur in drei Bundesländern möglich, eine SMS im Notfall zu schicken. Die Bundesregierung hat schon x Mal zugesagt, das zu ändern, passiert ist nix. Das kann doch jetzt nicht noch einmal ein Jahr dauern, oder? Also, 2014 kommt der flächendeckende Notruf per SMS für gehörlose und sprachbehinderte Menschen.

Dann mach ich’s eben selber

UpDownLondonAls ich vor einiger Zeit in Wien war, zeigte mir Martin Updownvienna.com. Das ist eine Webseite, mit der man auf einen Blick sehen kann, welche Fahrstühle im Wiener U-Bahn-Netz kaputt sind.

Ich wollte so etwas auch für London haben und fing an, Transport for London damit zu nerven. Ich weiß, dass TfL alle seine Lifts überwacht und die Informationen vorliegen hat. Sie lassen sie sogar auf ihre Webseite fließen, aber versteckt in viel Text und schon gar nicht so, dass man es auf einen Blick sieht. Zudem twittert TfL wenn ein Lift außer Betrieb ist, allerdings auch nur versteckt zwischen anderen Tweets. Aus Gründen, die mir bislang verborgen geblieben sind, twittern sie sogar mehr Liftstörungen als sie auf ihrer Webseite erwähnen.

Zu wissen, welche Lifts nicht gehen, ist als Rollstuhlfahrer oder gehbehinderter Passagier bei der Routenplanung extrem wichtig, sonst bleibt man irgendwo vor einem defekten Lift stehen statt einfach eine andere Route nehmen zu können. In London muss TfL zudem ein Taxi zahlen, wenn es keine direkte Buslinie zur Station mit dem defekten Lift gibt. Wenn man also weiß, wo ein Lift kaputt ist, kann man das mit dem Taxi schon gleich an der ersten Station organisieren.

Ein Jahr lang bat ich immer wieder darum, diese Informationen auf der Webseite doch übersichtlicher zugänglich zu machen. Ich sprach mit Managern, Direktoren und alle lächelten mich immer freundlich an „Jaja, machen wir“. Irgendwann lud man mich zu einem Termin ein, die Beta-Version ihrer neuen Webseite anzuschauen. Voller Vorfreude suchte ich nach Liftinformationen und sie waren noch bescheuerter zu finden als zuvor. Wer es mal ausprobieren möchte: Hier klicken und dann jede einzelne Stationsinformation durchlesen. „Auf einen Blick“ geht anders.

Nach einer abendlichen Facebook-Diskussion zu dem Thema dachte ich mir „Dann mach ich’s halt selber“. Ich fing erst an, mit Yahoo Pipes rumzuspielen. Es musste doch möglich sein, die Daten zusammenfließen zu lassen. Das ging auch, aber TfL hat auch einen Open Data-Feed. Nur ich hatte keine Ahnung davon, wie man auf die Daten zugreift und sie auswertet.

Aber ich bin gut vernetzt in London, kenne sehr viele Menschen im Bereich Verkehr, darunter auch ein paar richtige Geeks. Ich mailte meine Transport-Geek-Freunde an und fragte, ob jemand jemanden kennt, der sich damit auskennt. Es dauerte nur wenige Stunden, da meldete sich Kirk bei mir, ein Transport- und Open-Data-Entwickler, der sofort bereit war, mir zu helfen.

Innerhalb von 24 Stunden setzten wir die Webseite UpDownLondon.com auf – in Ahnlehnung und mit freundlicher Genehmigung von UpDownVienna. Er schrieb ein Programm, um die offiziellen Daten auszuwerten und zusätzlich überwacht das Programm die Twitter-Accounts von Transport for London. Uns entgeht so also nichts.

Nach zwei Wochen Probelauf waren wir sicher, dass die Software ordentlich läuft und ich fing an, die Seite zu bewerben. Unser Glück war, dass Londonist die Geschichte aufgriff, ein sehr beliebtes Nachrichtenportal für London. So war es einfach, ganz schnell viele Leute zu erreichen. UpDownLondon läuft jetzt seit ein paar Wochen einwandfrei und die Reaktionen waren ganz toll. Wir bekommen E-Mails von Rollstuhlfahrern, die uns für den Service danken und ich bin zur Stammnutzerin meiner eigenen Seite geworden und stehe seitdem vor keinem defekten Lift mehr. Man muss Dinge einfach manchmal selber machen statt darauf zu warten, dass sie passieren.

Doxie versus ScanSnap – mein Weg zum papierlosen Büro

Alles fing mit einem Tweet von Nico an:

Ich hasse nichts mehr als Ablage zu machen – also dieses Ordner aufschlagen, Blatt lochen, abheften. Gruselig. Es hat nichts mit Computer oder Internet zu tun. Seit meine Buchhaltung in der Cloud liegt und ich zumindest eingehende Rechnungen alle einscanne bzw. gleich per E-Mail anfordere, ist es besser geworden. Ja, britische Finanzämter akzeptieren im Gegensatz zu deutschen, Rechnungen per E-Mail, aber ich schweife ab…

Diese Idee einen Scanner zu haben, den ich mitnehmen und gleich das Papier in die Dropbox senden kann, fand ich großartig. Nach zwei Wochen warten, war Doxie Go endlich wieder bei Amazon verfügbar und ich bestellte sofort. Dass Doxie ein ziemlich gutes Marketing hat, bemerkte ich schon als ich mit Nico twitterte und man sich in unsere Diskussion einschaltete – und das obwohl wir Deutsch sprachen.

Das Gerät Doxie Go kam und es machte nur Probleme. Dahin ist mein Traum vom papierlosen Büro, dachte ich. Es verlor Scans, egal ob ich es per Wifi oder USB anschloss und die Batterielampe blinkte schon nach 10 Seiten. Das Gerät lädt über USB, aber man kann nicht während des Ladens scannen, was ewige Wartezeit zwischen dem nächsten Scanvorgang verursachte. Ich stand in Kontakt mit dem (wirklich erstklassigen) Support, aber nach zwei Tagen platze mir der Kragen. Ich packte alles wieder ein und schickte es zu Amazon zurück, aber nicht ohne eine Bewertung zu hinterlassen. Und ich bestellte das Konkurrenzprodukt: Fujitsu ScanSnap S1100.

Es dauerte nicht lange, da meldete sich Doxie bei mir. Jemand in der Geschäftsführung schrieb mir eine lange E-Mail und bedauerte meine schlechten Erfahrungen mit Doxie. Sie seien sich sicher, dass ich ein fehlerhaftes Gerät bekommen habe. Er habe Amazon beauftragt, mir ein neues Gerät zu schicken. Kostenfrei und man habe ein Ladegerät, was bei der Standardausstattung enthalten ist, hinzugelegt, damit ich auch scannen kann, wenn die Batterie leer ist, etwas was ich beim Support kritisiert hatte.

Nun bin ich seit heute im Besitz von zwei Scannern und habe sie beide getestet und für gut befunden. Ich dachte, ich lasse die Welt mal an meinen Erfahrungen teilhaben:

Scanner

Doxie Go

Tatsächlich waren die oben beschriebenen Probleme mit dem neuen Gerät verschwunden und ich bin jetzt ziemlich happy mit dem Gerät. Die neue Batterieleistung konnte ich noch nicht testen. Sie soll bei etwa 100 Seiten liegen, etwas weniger, wenn man Wifi benutzt. Da ich jetzt aber ein Ladegerät habe, ist das nicht mehr meine Sorge.

Das Gerät wirkt optisch als sei es von Apple. Einfaches aber schickes Design, in weiß gehalten. Das Gerät hat nur einen Knopf, der gleichzeitig optisch anzeigt, wenn das Gerät gerade Daten überträgt, Strom braucht oder ein Problem hat. Das funktioniert über verschiedene Farben und Blinken oder Nicht-Blinken. Ich musste die Bedienungsanleitung zu Rate ziehen, um zu kapieren, was dem Gerät fehlt oder auch nicht. Leute, die farbenblind sind, werden damit ihre Probleme haben. Mal bedeutet Blinken etwas Gutes (Datenübertragung), mal etwas Schlechtes (Batterie leer). Finde ich nicht so gut gelöst.

Das Scannen aber könnte nicht einfacher gehen. Mit dem Einlegen des Blattes erkennt der Scanner, dass er scannen soll und tut das auch. Dann überträgt er die Datei per Wifi (wenn man eine entsprechende Karte dazu gekauft hat) oder USB an den Rechner.

Eine wirklich gute Bedienbarkeit hat die mitgelieferte Software. Die kann man einfach von der Webseite runterladen. Ich fand sie sehr einfach zu bedienen und zu verstehen. Man muss allerdings den Import in die Software per Mausklick starten. Ein Schritt, den ich überflüssig finde, denn die Software merkt, dass gescannt wurde, möchte aber bestätigt haben, dass man die Dokumente importieren möchte. Aber alles andere danach ist gut durchdacht. Nach dem Import kann man auswählen, ob man Seiten „zusammenheften“ möchte und kann dann z.B. ein PDF generieren, das sogar durchsuchbar ist. Wenn man das alles kabellos tun möchte, benötigt man zusätzlich eine Eye-Fi-Karte von SanDisk. Man muss Doxie Go vorher über Kabel verbunden haben, bevor man Eye-Fi nutzen kann. Immer darauf achten, dass die Karte richtig weit im Doxie Go steckt, sonst geht es nicht. Es gibt auch eine Schnittstelle zu Evernote und die Möglichkeit, Daten zum iPhone zu übertragen, ich nutze aber Dropbox und das funktioniert super.

Scanner ausgepackt

Fujitsu ScanSnap S1100

Der Coolnessfaktor bei Fujitsu ScanSnap S1100 ist nicht zu vergleichen mit Doxie. Das ist ein Scanner, kein hippes Gadget. Aber das Gerät wirkt hochwertiger, aber eben konservativer, was sicher auch einer anderen Käufergruppe geschuldet ist. Zum Scannen klappt man vorne eine Klappe auf und drückt auf den „Scan“-Knopf. Das Gerät wird über USB an den Rechner angeschlossen, nicht über Wifi. Die Software ermöglicht einem das „Zusammenheften“ von Dokumenten beim Import. Mehrseitige Dokumente kann man auch als solche speichern und wie bei Doxie z.B. als PDF ablegen. Man muss bei mehrseitigen Dokumenten nicht jedesmal den Scanknopf drücken, sondern das Gerät merkt, dass man weiterscannen möchte, sobald man ein neues Blatt einlegt. Allerdings hat das Gerät im Gegensatz zum Doxie keinen internen Speicher.

Die Software erinnert sehr an Windowssoftware, man findet sich recht schnell zurecht. Man kann sagen, wohin man das Dokument schicken möchte (in einen Ordner zum Beispiel oder sogar zu Google Docs). Was mich persönlich allerdings nervte, die Installation der Software funktioniert nur über CD-Rom. Wer hat noch ein CD-Rom-Laufwerk an seinem Laptop? Ich nicht. Also musste ich auf die Suche nach einem externen Laufwerk gehen. Auf der Webseite steht nur die Fujitsu-eigene Software zur Verfügung, aber aus Lizenzgründen nicht Abbyy Fine Reader, um durchsuchbare PDFs zu erstellen. Finde ich nicht mehr zeitgemäß und das sollte Fujitsu dringend ändern. „Do not lose this disk“ stand dann auch prompt auf der CD. Ich habe dann am Ende ein papierloses Büro, aber eine Software-CD-Sammlung?

Do not lose this disk

Fazit

Beide Geräte sind durchaus zu empfehlen. Doxie Go hat den Vorteil, dass es auch per Wifi funktioniert. Die Software wirkt moderner, aber die Bedienbarkeit ist bei beiden gut. Die Scanqualität ist bei beiden Geräten gleich, mir ist kein Unterschied aufgefallen. Ich konnte auch bei der Scangeschwindigkeit keine großen Unterschiede feststellen. Der Doxie Go ist etwas schwerer als der ScanSnap, was ja bei Geräten, die man auch schon mal mitnimmt, von Bedeutung sein kann. Ich hatte mit beiden Unternehmen über Twitter Kontakt und muss sagen, beide machen einen guten Job, was Kundenbetreuung angeht. Zumindest in Großbritannien kosten beide Geräte fast das Gleiche (um die £150 – rund 177 Euro), mit Wifi für den Doxie Go kommt der Preis für die Eye-Fi-Karte hinzu. Meinem papierlosen Büro stehen jetzt jedenfalls zwei gute Geräte zur Verfügung.

Das iPhone und die Barrierefreiheit

Ich bin seit ein paar Monaten Besitzerin eines iPhones und habe Zugriff auf Informationen, die für mich im Alltag hilfreich sind. Nicht zuletzt, über die vielen Applikationen lassen sich immer und jederzeit Informationen einholen, die mir helfen, meinen Alltag zu organisieren. Auch mein Freund hat ein iPhone und nutzt es mit einer Sprachausgabe, die Apple standardmässig mitliefert. Wer es mal ausprobieren will, einfach auf –Settings – General – Accessibility gehen und Voice Over einschalten. Eine Liste mit Apps, die mit der Sprachausgabe nutzbar sind, gibt es auch.
Wie die Sprachausgabe funktioniert, kann man hier in diesem Apple-Video sehen (sorry, ohne Untertitel):

Natürlich gehören zum iPhone auch die kleinen Programme, die man zusätzlich installieren kann, die so genannten Apps.
Ich will mal die auflisten, die ich nutze und die zu mehr Barrierefreiheit beitragen:

Qype Radar – Die App zum gleichnamigen Portal mit Bildern und Bewertungen und teilweise Einträgen, die darüber informieren, ob die bewertete Lokalität barrierefrei ist oder nicht. Zumindest der Eingang ist aber auf den Bildern oft zu sehen, auch wenn die Angabe fehlt. Und wenn nicht, bekommt man die Telefonnummer ja eh immer gleich mitgeliefert.

Toiluxe – Eine App, die die nächste öffentliche Toilette anzeigt, leider noch ohne Angabe, ob es eine barrierefreie Toilette ist, aber dennoch relativ hilfreich.

Starbucks – Wo ein Starbucks, da ist auch fast immer eine barrierefreie Toilette. Die App zeigt unter anderem an, wo der nächste Starbucks ist. Sehr praktisch!

Foursquare – Mein Freund nutzt Foursquare in unbekannter Umgebung, um zu schauen, welche Geschäfte um ihn rum sind, in dem er die Plätze bei Foursquare aufruft. Und wenn er mir mitteilen will, wo er gerade ist, loggt er sich einfach ein. Das geht schneller als mit dem iPhone eine SMS blind zu schreiben.

WhatsApp – Die ideale App für gehörlose Nutzer. Man kann kostenlos SMS hin- und herverschicken, auch wenn das Programm geschlossen ist (funktioniert seit dem Update nicht immer reibungslos).

Tube Deluxe – U-Bahn-Karte für London mit Angaben zur Barrierefreiheit der Stationen.

London Bus – Da die U-Bahn-Stationen ja nur zu einem Viertel zugänglich sind, geht manchmal nur der Bus. Alle 6000 Londoner Busse sind barrierefrei. Die App findet die nächste Bushaltestelle, kennt die Fahrpläne und Strecken.

Tesco Clubcard – Tesco ist eine große britische Supermarktkette, die natürlich ihre eigene Kundenkarte hat. Die muss man aber nicht mehr mit sich rumschleppen, wenn man ein iPhone hat, sondern die App generiert aus der Kundennummer einen Barcode, den man an der Kasse hinhalten kann. Gerade für Menschen, die motorische Behinderungen haben, finde ich das sehr bequem. Die müssen die Karte nicht raussuchen. Jetzt ist das bei so einer Kundenkarte nicht so tragisch, aber ich hoffe, dass so künftig alle Karten verschwinden werden und man mit einem Fingertipp die Karte abrufen kann.

Barrierefreiheit, Geduld und Zwang

Ich lese mir gerade das Echo zum A-Tag, einer Konferenz rund um Barrierefreiheit in Wien durch, und bin unter anderem über den Vortrag von Christian Heilmann gestolpert. Gestolpert deswegen, weil ich dachte, ich wäre in eine Zeitmaschine gestiegen ins Jahr – sagen wir – 2000. Zuvor hatte ich schon auf Twitter gelesen, dass die Barrierefreiheit im Internet erst am Anfang stehe.

2000 war das Behindertengleichstellungsgesetz in Deutschland noch nicht verabschiedet, die Diskussionen darum liefen auf Hochtouren. Klar war damals aber schon, das Internet muss in einem Gesetz vorkommen. Die Barrierefreiheit muss sich auch auf das Internet beziehen.

Jetzt haben wir das Jahr 2009. Das Behindertengleichstellungsgesetz ist seit 2002 in Kraft, mit ihm die BITV. Zudem gibt es ein Antidiskriminierungsgesetz in Deutschland, ein Behindertengleichstellungsgesetz in Österreich, in UK das DDA, in den USA das ADA und die Section 508, die Barrierefreiheit im Internet regelt. Und zudem viele viele regionale Gesetze und Gesetze in anderen Ländern. Und dann lese ich tatsächlich von Geduld, die man mit den Entwicklern und Designern haben müsse!? Davon, dass man Barrierefreiheit nicht von oben herab verordnen dürfe. Und frage mich: Huch? Habe ich was verpasst? Hat jemand all die oben genannten Gesetze und Richtlinien außer Betrieb genommen? Es ist doch bereits verordnet. In noch nicht allen Bereichen und Ländern, aber wir stehen definitiv nicht am Anfang.

Und dann die Sache mit der Geduld: Ich bin definitiv kein ungeduldiger Mensch. Das kann ich mir gar nicht erlauben. Ich warte ständig auf irgendwas: Dass mir jemand den Seiteneingang aufmacht, dass die Behindertentoilette frei wird, dass mich jemand wegen eines Interviews zurückruft. Mir jemand hilft. Und ich behaupte mal: Vielen anderen behinderten Menschen geht es ähnlich. Wir warten ständig auf irgendwas. Und eben auch auf Gesetzgebungen, die uns den Zugang zur Gesellschaft sichern.

Es gibt so viele Bereiche, in denen ich mir mehr ungeduldige behinderte Mitbürger wünschen würde. Mit Geduld bringt man keinen amerikanischen Supermarktkonzern dazu, seine Webseite barrierefrei zu machen. Mit Geduld hätte es in Deutschland kein Behindertengleichstellungsgesetz samt BITV gegeben. Mit Geduld hätte ich mein Studium heute noch nicht beendet, weil kein Raum verlegt worden wäre.

Designer sind kreative Menschen und sollten diese Kreativität auch nutzen. Aber sobald man etwas „für die Gesellschaft“ entwickelt, also eine große Bank-Webseite zum Beispiel oder ein Informationsangebot, dann kann man sich nicht nur auf Kreativität verlassen. Dann geht es darum, möglichst vielen Menschen Zugang zum Angebot zu eröffnen, eben auch blinden Menschen, Leuten mit motorischen Einschränkungen oder auch gehörlosen Menschen. Sich dabei allein auf das Good Will der Designer zu verlassen, ist ziemlich blauäugig. Es stimmt, es gibt viele Menschen, die sich für das Thema Barrierefreiheit im Internet (und in der realen Welt) begeistern. Aber es wird immer Leute geben, die Verantwortung tragen und sich dennoch nicht dafür interessieren oder es sogar ablehnen. Es gibt Kreative, die sich nur für das Kreative interessieren und nicht dafür, ob die Seite irgendjemand lesen kann.

Ich hatte mal das zweifelhafte Vergnügen mit einem angesehenen Architekten in einem Bauausschuss zu sitzen. Der erzählte uns ständig von der „Schönheit der Treppe“ und warum man auf Stufen in keinem Fall verzichten dürfe, schon aus Designgründen. Dass man auch ohne Stufen schönes Design entwickeln kann, wollte er nicht hören. Letztendlich hat ihn die Bauordnung indirekt in die Schranken gewiesen. Es ging um ein öffentliches Gebäude.

Ich glaube also nicht daran, dass man jeden Designer und jeden Entwickler nur über „gut Zureden“ erreicht. Und auch in kreativen Berufen muss man damit leben, dass man nicht für die Kunst, sondern für den Benutzer entwirft und entwickelt. Und dass der Benutzer eine Behinderung haben kann, gehört durchaus dazu.

Ja, ich bin für Inspiration und Überzeugungsarbeit. Aber ich bin nicht naiv. Dafür stehe ich zu oft vor Stufen, für die es „eigentlich längst eine Rampe hätte geben sollen“ oder Menschen, die sich für nicht zuständig erklären. Ich bezweifele, dass die IT- und Designmenschen per se bessere Menschen sind und Gesetze und Urteile nicht brauchen. Ich denke mittlerweile sogar: Es ist mir egal, warum etwas barrierefrei ist – aus Empathie oder aus Zwang – hauptsache ich kann patizipieren. Das hält mich ja nicht davon ab, besonders engagierte Menschen und Projekte zu würdigen.

Motorantrieb für Aktiv-Rollstühle

Zumindest, was die manuellen Rollstühle angeht, gab es in den vergangenen Jahren keine wirklich bemerkenswerte Entwicklung mehr. Die Technik ist ziemlich ausgereift, mein Rollstuhl wiegt weniger 9 Kilo und ist dennoch gut belastbar. Die Farbpallette gleicht der von BMW oder Audi und ein Rollstuhlkauf läuft auch ähnlich ab wie ein Autokauf. Bereifung? Sitz? Metalliclackierung?

Nun habe ich aber bei Youtube eine Entdeckung gemacht, die doch so etwas wie eine kleine Revolution darstellt. Es ist der Zinger. Damit lässt sich einem Aktiv-Rollstuhl einen Motor zuschalten und dann geht es über Gras und Unebenheiten, bergauf und was weiß ich. Außerdem ist das Ding ziemlich schnell. Motorisierte Fahrhilfen (mir fällt kein besseres Wort ein) gab es zwar schon, aber die waren nicht abnehmbar und irre schwer und schon gar nicht schnell.

Gerettet von der Feuerwehr

Ich finde, man ist in einer Stadt erst zu Hause, wenn man mal Kontakt zu Polizei und Feuerwehr hatte. Polizei hatte ich ja nun schon, heute war dann die Feuerwehr dran. Ich war wie so oft in Canary Wharf und wollte Bettwäsche aus der Reinigung holen. Da ich keine Lust auf den weiten Weg hatte, wollte ich die DLR von Heron Quays nehmen. Das ist nur eine Station entfernt und die Reinigung ist direkt an der Station.

Ich war kurz vorher schon in Heron Quays angekommen und dachte noch „Boah, was für alte Fahrstühle. Die müssten die mal erneuern.“ Ich stieg also in Lift 2. Nach etwa genau der Hälfte der Strecke, blieb der Fahrstuhl stecken. Es war ein Metallfahrstuhl, der Gott sei Dank ein winziges Fenster hatte. Dieses Fenster sollte mir später noch helfen.

Ich betätigte den Notrufknopf, niemand antwortete. Ich versuchte es immer wieder, ohne Erfolg. Ich rief um Hilfe, aber niemand hörte mich. Die Bahnen waren viel zu laut, die Durchsagen auch. Ich bemerkte sogar, dass Leute versuchten, den Fahrstuhl anzufordern, aber auch die hörten meine Rufe nicht.

Alarm im Lift

Dann schaute ich nach, ob ich Handyempfang habe. Dem kleinen Fenster sei Dank, ich hatte Empfang. Der Rest des Fahrstuhls bestand nur aus Metall. Aber ich hatte nur noch wenig Akkupower. Ich rief also 999 an und eine Stimme fragte mich, mit welchem Dienst ich sprechen wolle. Auf die Frage war ich gar nicht vorbereitet. Und ich sagte nur „Ich stecke im Fahrstuhl und der Alarm geht nicht.“ „Ich verbinde sie zur Feuerwehr“, sagte der Mensch am anderen Ende. Eine Frau meldete sich. Ich sagte ihr, dass ich im Fahrstuhl stecke und der Alarm nicht funktioniere. Sie fragte nach der Adresse. „Die weiß ich nicht, aber es ist die DLR Station Heron Quays Lift 2.“ Sie wiederholte alles und versprach mir, dass die Feuerwehr sofort kommen werde.
Da Artur in der U-Bahn war (wir wollten uns treffen) schrieb ich ihm eine SMS, dass ich im Fahrstuhl stecke und wo ich zu finden bin. Auch für den Fall, dass die Feuerwehr nicht sofort kommt. Den Rest der Akkuleistung wollte ich mir aufheben.

Irgendwann meldete sich eine Stimme aus der Alarmanlage, aber sie hörte mich nicht. War mir dann aber auch egal. Dir Feuerwehr wusste ja schon bescheid.

Ich war nicht sehr optimistisch, was die Definitionder Feuerwehr von „sofort“ anging, aber nach weniger als 5 Minuten rief jemand was von „Fire Brigade“ in den Schacht rein. Dann sagte einer der Feuerwehrmänner, sie seien jetzt da, aber meine Bergung könne ein wenig dauern, weil der Fahrstuhl genau zwischen den Stationen hänge. Das hatte ich schon befürchtet. Er musste schreien, damit ich ihn verstehen konnte. Er fragte mich, wie viele Leute im Fahrstuhl sind und ich schrie wie verrückt, dass nur ich drin sei und dass ich Rollstuhlfahrerin bin.

Nach einiger Zeit schafften sie es, den Lift sanft nach unten zu befördern und die Türen aufzumachen. Und was mich dann erwartete, damit hätte ich nicht gerechnet. Vor mir standen ein Löschzug mit Blaulicht, davor die Besatzung, die Polizei war unterdessen auch da sowie das Sicherheitspersonal von Canary Wharf und ein Verantwortlicher der DLR.

Feuerwehr

Ich war ein wenig überwältigt von dem Aufgebot, aber eigentlich gefasst. Einer der Feuerwehrmänner fragte mich, ob ich okay sei oder ob ich ärztliche Hilfe brauche. Aber ich war soweit okay, wenn auch ein wenig verärgert über den nicht funktionierenden Alarm.

Der Mann von der DLR fragte mich auch noch prompt, ob ich versucht habe, den Alarm zu drücken. Da bin ich dann doch ein wenig ungehalten geworden. Ich habe ihm gesagt, dass erst niemand geantwortet hat und sie mich dann nicht verstanden haben. Und dass er das System dringend in Ordnung bringen soll. Da haben die Feuerwehrmänner gesagt, dass es gut sei, dass die DLR das mal von ihren Kunden hört.

Und dann musste ich ja auch noch Artur abholen, unten in der U-Bahn. Das bedeutete, ich musste also eine Minute nachdem ich aus Lift Nummer 2 befreit wurde, in den Fahrstuhl gegenüber einsteigen. Erst habe ich noch gezögert und dann dachte ich, ich kann mir jetzt keine Fahrstuhlphobie erlauben. Also bin ich eingestiegen und bin auch danach noch ein paar Mal Fahrstuhl gefahren.

Telekomik

Ich bin auch in England nicht um das Magenta-T herum gekommen und nutze T-Mobile als Handyprovider. Der Grund ist, dass ich gerne mit meinem Handy surfe und T-Mobile mit einem Pfund am Tag für Prepaid-Kunden ziemlich preiswert ist.

Als ich vor mehr als einer Woche aus Deutschland zurückkam, konnte ich vor unserem Haus nicht mehr telefonieren. Ich bekam immer die Meldung „Verbindungsfehler“. Sonst konnte ich überall problemlos telefonieren. Ich rief bei T-Mobile an und dort lief schon ein Band, wenn man zu Hause sein Handy nutze (man kann seinen Postcode angeben und telefoniert dann billiger) käme es derzeit zu Störungen. Sie arbeiten an dem Problem.

Am nächsten Tag war das Problem behoben, aber tritt seitdem immer mal wieder auf. Heute habe ich also T-Mobile angerufen, nachdem ich den ganzen Tag zu Hause nicht erreichbar war und auch nicht telefonieren konnte. Der nette Schotte beim T-Mobile-Support hatte auch schon eine Lösung parat. Ihm war das Problem bekannt. Er ging mit mir durch die Menüs des Handys und ließ mich UMTS abschalten. Dann rief er mich an und siehe da, es funktionierte. Das präsentierte er mir dann sogleich als Lösung. Er dachte offensichtlich, ich habe gar nicht gerafft, was er mich da anweist zu tun. Ich sagte ihm, dass das keine Lösung ist, weil ich 1. UMTS nutze und 2. Web and Walk und dies auch zu Hause tun möchte und das auch die letzten 10 Monate wunderbar funktioniert hat. Da war er baff. Morgen soll ich nun seine Kollegen von der Technik anrufen. Er kenne nur diesen Weg der Problembehandlung. Na prima!

iTunes und meine Lebenswirklichkeit

Unternehmen wie Apple sind ja angeblich gewappnet für die Globalisierung. Ich möchte da Zweifel anmelden, denn Apple kommt im Fall von iTunes nicht einmal mit meiner bescheidenen Lebenssituation zurecht.

Ich habe vor ein paar Tagen Karten für das Herbert Grönemeyer-Konzert in London gekauft. Diese habe ich telefonisch bestellt und per Post erhalten. Bei den Tickets lag ein iTunes-Gutschein. Diesen wollte ich gerade einlösen und bekam den Hinweis, dass der Gutschein nur für den britischen iTunes-Store gültig ist (macht ja auch Sinn bei Herbert Grönemeyer – haha). Also bin ich in den britischen iTunes-Store, um den Gutschein einzulösen. Dort war zwar der Gutschein gültig, aber man sagte mir, mein Account sei nur für den deutschen Shop nutzbar. Soll ich mir jetzt für den britischen iTunes-Store einen neuen Account zulegen? Was sagt denn das DRM von iTunes dazu? Und warum muss man im Internet als internationales Unternehmen eigentlich ein Pass und ein Visum verlangen? So komme ich mir nämlich gerade vor. Die Barrieren beim internationalen Onlineeinkauf sind in dem Fall ja fast höher als bei Überqueren der Schengengrenze. Jedenfalls auf Kundenseite. Sonst hat Apple ja keine Probleme, was die Verfügbarkeit meiner Daten international angeht.

Das Geheimnis britischer Ampelanlagen

Ich habe mich in London schon länger gewundert, warum es nur so wenige akustische Ampeln gibt. Auf der einen Seite, sind überall Noppen auf dem Boden, damit sich blinde Menschen orientieren können. Nur über die Straße kommen sie nicht. Es passte irgendwie nicht ganz zusammen. Nun bin ich dahinter gekommen. Es gibt eine nicht hörbare Möglichkeit für blinde Menschen mitzukriegen, ob die Ampel rot oder grün ist.

Das hier ist ein normales Tableau, wie es an jeder Ampel in London zu finden ist. Fußgänger müssen das Signal so gut wie immer anfordern.

Ampel

Unter dem Tableau gibt es allerdings einen kleinen Kegel. Wenn es grün ist, dreht der sich. Blinde Menschen können also ertasten, ob es rot oder grün ist. Ich habe in den vergangenen Tagen Stichproben gemacht, den Kegel gibt es an jeder Ampel, wenn ihn nicht irgendwer abgerissen hat.

Kegel unter der Ampelschaltung