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Archiv für 28.1.2008

Deutsche Sprache, schwere Sprache

Die Vereinten Nationen haben im vergangenen Jahr eine Vereinbarung über die Rechte von Menschen mit Behinderungen verabschiedet. Das 40 Seiten starke Papier ist jetzt vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales vom Englischen ins Deutsche übersetzt worden –offensichtlich von Menschen, die das Fachvokabular nicht so richtig drauf hatten. Da wurde „Inclusion“ mit Integration übersetzt, „Living independently“ als „unabhängige Lebensführung“ statt als „Selbstbestimmt Leben“ und „accessibility“ mit „Zugänglichkeit“ statt mit „Barrierefreiheit“.

Jetzt gibt es einen Aufschrei und eine Anfrage im Deutschen Bundestag. Ja gut, man muss sich schon fragen, warum im Bundeministerium keine Leute sitzen, die die Fachbegriffe kennen. Der Begriff Barrierefreiheit hat sogar Einzug in die deutsche Gesetzgebung gefunden und ist eindeutig definiert. Auch Integration und Inklusion sind zwei verschiedene Dinge, aber trotzdem lässt mich das irgendwie kalt, weil ich nicht so richtig sehe, was eine korrekte Übersetzung ändern würde. Dennoch halte ich die Konvention für sehr wichtig, aber dass sie konkrete Veränderungen bringt, daran kann ich noch nicht so richtig glauben.

Einspruchsrecht

In England bekommt man ständig Briefe, wenn um die eigene Wohnung herum gebaut wird. Man kann dann beim Council Einspruch gegen die Baumaßnahme einlegen. Ich glaube, ich habe schon 20 dieser Briefe bekommen seit ich hier bin und habe sie mit wenig Interesse gelesen (was interessiert mich der Hausanbau von Nachbar xy?).

Heute teilt mir Greenwich Council mit, dass auf der Halbinsel, auf der wir wohnen, mehr als 200 barrierefreie Wohnungen gebaut werden. Ich bin beeindruckt und mache mir um meine künftige Wohnsituation keine Sorgen mehr.

Die Gaffer von LH4758

Flughafenbus mit Gaffern

Das sind die Gaffer von Lufthansa-Flug 4758 München nach London-Heathrow am 22. Januar. Leider etwas unscharf. Aber mehr gab meine Handykamera auf dem wackeligen Bordrollstuhl nicht her. Aber es kommt ja auf die Geste an. Ich meine damit, sich nicht wehrlos begaffen lassen zu müssen, sondern zurück zu schießen. Miriam Meckel hat mich wahrscheinlich inspiriert.

Es ist nicht das erste Mal, dass ich mich in dieser Situation wiederfinde: Unser Flugzeug hatte eine Außenposition, weil eine Maschine vor uns die Fluggastbrücke gerammt hatte. Während die anderen Passagiere mit dem Flughafenbus zur Maschine gebracht werden, fahre ich mit einem eigenen Wagen und den Assistenzleuten vorher ab. Wäre am Gate eine einigermaßen helle Mitarbeiterin gewesen und wären die Assistenzleute pünktlich gekommen und hätten dann noch einen Hublift benutzt, wäre mir diese Situation erspart geblieben.

Sie trugen mich aber die Treppe hoch, während der Bus mit den anderen Passagieren bereits wartete. Der Bus bekam vor lauter Gafferei fast Schlagseite. Meine Empörung nutzte nichts. Sie gafften weiter. Aber ich erinnerte mich an mein Handy in meiner Jackentasche. Und tatsächlich ist es mir auf den wackeligen Bordrollstuhl gelungen, ein Foto von den Gaffern zu schießen. Nicht scharf, aber es kam mir auf die Geste an. Das nächste Mal wird gezoomt…

DNA to go

Fast könnte man meinen, der DLD habe sich die angebliche Heilung der Welt als roten Faden ausgesucht. Ich befand mich schon auf dem Weg zum Flughafen als beim DLD 23andme vorgestellt wurde, ein amerikanisches Unternehmen, das für rund 1000 Dollar eine Genanalyse anbietet, auch für Europäer. Man schickt seine Speichelprobe in die USA und bekommt eine Genanalyse zurück, mit der man erfahren soll, wie wahrscheinlich es ist, diese oder jene Krankheit zu bekommen. Das Unternehmen nutzt die Daten zudem, um weitere Auswertungen vorzunehmen. Eine der Gründerinnen ist die Frau des Google-Gründers Sergej Brin. Google hat in das Untenehmen investiert.

Dass es einen Markt rund um unsere Gene gibt, hat mir zuletzt dieser Zeit-Artikel vor Augen geführt. Es wäre also falsch zu sagen „Das nutzt eh keiner“. Allerdings tue ich mir dennoch schwer, Menschen zu verstehen, die dieses Angebot wahrnehmen und bejubeln. Manche Reaktionen auf die Bekanntgabe des Services wirken auf mich als hätten Journalisten und andere Kommentatoren im Geschichtsunterricht durchgehend gefehlt. Es geht hier um die Perfektion der Gene des Menschen, die Aufteilung in Spreu und Weizen. Für nichts anderes werden die Daten der Leute, die auch noch dafür bezahlen diese Informationen zur Verfügung zu stellen, genutzt. Da wird über die wirtschaftlichen Hintergründe gejubelt ohne über die ethischen Fragen nachzudenken. Hauptsache, der Rubel rollt.

Was mich zudem besorgt ist die Frage, wie Menschen mit den Ergebnissen umgehen. Es ist immer nur von einer Chance die Rede, die die Leute haben. Was ist das denn für eine Chance, wenn ich weiß, dass ich mit hoher Wahrscheinlichkeit an Alzheimer erkranke? Alzheimer ist nicht heilbar. Und was ist mit dem Recht auf Nichtwissen der nächsten Angehörigen? Wenn sich also die Tochter testen lässt, aber die Mutter auf ihr Recht des Nichtwissens beharrt? Und ist nicht eine Humangenetische Abteilung einer Uniklinik für Familien mit einer Disposition für eine bestimmte Erkrankung eine bessere Anlaufstelle als solch ein Unternehmen?

Ich weiß aber, wer sich ebenfalls über das Angebot freuen wird: Die Versicherungskonzerne. Die minimieren mit Angeboten wie diesen ihre Risiken. Wer weiß, dass er mit einer Wahrscheinlichkeit von 80 Prozent an Alzheimer erkranken wird, darf sich schon mal von dem Gedanken verabschieden, eine private Krankenversicherung oder eine Lebensversicherung zu bekommen. Dafür werden die Versicherungen sicher bald sorgen und die Frage „Haben Sie schon mal einen Gentest vornehmen lassen?“ wird sich bald im Antragsbogen finden. Oder sie zahlen den Gentest gleich selbst, quasi als Prämie für den Versicherungsabschluss (falls er dann anschließend überhaupt zustande kommt).

Mir macht diese Entwicklung Angst. Der größte Wert der Menschheit ist für mich, dass die Menschen so unterschiedlich sind wie sie sind. Was hier aber versucht wird ist, die Menschen nach „gesund“ und „krank“, nach „gut“ und „böse“ einzuteilen und an ihre DNA für wirtschaftliche Interessen zu gelangen. Und dafür sollen die Menschen auch noch selber bezahlen – immer in der Grundannahme, eine gute Prognose zu bekommen. Sonst klappt das ja nicht mit dem Gentest als Statussymbol.

DLD mit Hindernissen

Ich bin seit gestern in München auf dem DLD. War das vor zwei Jahren im Vergleich noch eine schnuckelige kleine Veranstaltung, ist sie jetzt riesig. Ich habe mich sehr gefreut, so viele nette Leute wieder zu treffen. Das war auch der Hauptgrund der Reise. Und das hat auch geklappt.

Aber ich bin dennoch zunehmend genervt, sitze auch gerade im Hotelzimmer, obwohl noch Veranstaltungen laufen. Erstens, die Veranstaltung ist total überfüllt. Das ist für alle nervig, für mich aber sowieso, weil ich nirgendwo durchkomme. Ich versuche gar nicht mehr einen Blick aufs Podium zu bekommen.

Alles fing gestern damit an, dass der Eingang, nicht wie 2006 im Hauptgebäude war, sondern in einem daneben. Ich bat, mir einen anderen Eingang zu öffnen, weil das Nebengebäude x Stufen hat. Niemand fühlte sich zuständig und der Sicherheitsmensch weigerte sich standhaft, die Tür zu öffnen. Ich solle es über den Lieferanteneingang probieren. Am Lieferanteneingang angekommen, wollte man von mir die liefernde Firma wissen. Ich wollte aber ja nur rein. Sie haben mich nach Diskutiererei dann dennoch rein gelassen. Dort angekommen, konnte ich weder die Registrierung noch die Garderobe erreichen. „Sie können ja jemanden losschicken“, sagte man mir. Ich weiß nicht, wieso die Leute immer meinen, dass ich eine Armee an Menschen um mich habe, die für mich sorgen.

Ein Bekannter hat mich dann registriert. Währenddessen stellten sich zwei Mitarbeiter neben mich und redeten über mich als sei ich nicht da. Ich habe sie dann angesprochen, ob sie über mich redeten und ob sie nicht besser MIT mir sprechen möchten. Ich habe dann darum gebeten, die Sicherheitsleute damit vertraut zu machen, dass barrierefreie Eingänge dafür da sind, Rollstuhlfahrer rein zu lassen und nicht weg zu schicken.

Später hat mir dann jemand mein Zeug von der Garderobe geholt. Heute nachmittag war das Mittagessen in Richtung der Garderobe ausgeschildert. Es machte mir nicht den Eindruck als könne ich diesem beiwohnen. Ich habe gar nicht erst versucht den Weg zu finden, sondern bin stattdessen einkaufen gegangen.

Kaum zurück vom Einkaufen bin ich in einen Vortrag der Skiathletin Karina Holekim geraten. Sie sprang von allen möglichen Bergen und fuhr beeindruckend Ski bis sie bei einem Fallschirmsprung 2006 abgestürzt ist. Sie hatte mehr als 20 Brüche an einem Bein und mehrere am anderen davon getragen und war neun Monate in Rehabilitation. Sie erzählte also von ihren Erfahrungen und was sie erlebt hat. Und dann sprach sie davon, dass sie immer dachte, entweder sie lebt oder ist tot, aber niemals etwas zu erleben, was dazwischen ist – im Rollstuhl zu sitzen.

Nur meine gute Kinderstube hat mich davon abgehalten durch den Saal zu rufen „Ich bin nicht tot, auch nicht ein bisschen“. Sie hätte den Ärzten nicht geglaubt, dass sie nicht wieder laufen kann und natürlich kam sie laufend auf die Bühne. Sie wolle den Leuten zeigen, dass man nur an etwas glauben muss blabla.

Es gibt wenige Dinge, durch die ich mich wirklich angegriffen fühle, aber sowas gehört dazu. Ich bin weder tot, auch nicht halb oder zwischen Leben und Tod und ich halte es für Schwachsinn, Menschen zu erzählen, dass sie in solchen Situationen nur richtig glauben und wollen müssen. Das passt aber natürlich prima in die Chakka Chakka-Kultur dieser Zeit.

Schön, dass sie wieder einigermaßen laufen kann und vor allem überlebt hat, aber das gibt ihr nicht das Recht, den Eindruck zu erwecken, dass solch ein Leben inakzeptabel sei. Es ist nicht schlimmer im Rollstuhl zu sitzen als an Krücken zu laufen oder zu humpeln. Es ist nicht einmal schlimm überhaupt im Rollstuhl zu sitzen. Schlimm sind ignorante Menschen und davon bin ich irgendwie in den letzten 24 Stunden definitiv zu vielen begegnet.

Katie darf erwachsen werden

Katie, die fast zum Ashley X-Fall Englands geworden wäre, wird ihre Gebärmutter behalten. Das hat ein Gremium der NHS entschieden. Viele Behindertenverbände jubeln und beispielsweise beim BBC Ouch!-Forum gibt es Einträge wie diesen:

„Personally speaking, and from a severely disabled woman’s point of view who had a life-time of monthlies, I am greatly relieved to see common sense prevail.“

Ich muss sagen, ich bin auch erleichtert. Es hätte mein Bild von Großbritannien sehr ins Wanken gebracht, wenn das genehmigt worden wäre. In einem Land, in der die Selbstbestimmung behinderter Menschen nicht nur auf dem Papier steht, sollte doch auch die körperliche Unversehrtheit behinderter Menschen etwas zählen. Schön, dass das wohl wirklich so ist.

Hell Airways again

Ich habe ja so meine eigenen Erfahrungen mit Jet Airways gemacht. Diese Airline gilt noch als eine der besseren in Indien und ist Kandidat, um Mitglied der Star Alliance zu werden, eine Allianz in der sich auch Lufthansa oder United befinden. Jet Airways fliegt unterdessen auch nach Europa, genauer gesagt, nach London und Brüssel.

Aber trotz dieser Bestrebungen hat Jet Airways überhaupt kein Konzept, behinderte Reisende zu transportieren. Das liegt schon daran, dass sie keine Bordrollstühle haben. Nun haben sie aber eine sehr reiche behinderte Passagierin diskriminiert und diese hat die Aufsichtsbehörden eingeschaltet. Man hatte ihr am Check-In ein Schreiben vorgelegt, auf dem Sie unterschreiben sollte, dass sie die Fluggesellschaft von Haftung jeglicher Art entbindet. Ihr Mann musste sie letztendlich ins Flugzeug tragen. Jet Airways hat sich jetzt entschuldigt, allerdings nur bezogen auf die reiche Businessclass-Reisende. Das Verhalten in diesem Fall (!) sei unangemessen gewesen. Und wer jetzt meint, das sei alles ein rein indisch, kulturell bedingtes Problem, der irrt. Das Geschäft dieser Airline leitet ein Österreicher.

Die ganze Geschichte kann man bei Rolling Rains nachlesen.

Hinweis: Ich bin Trainerin bei Lufthansa Flight Training.

Die Paralympics sind out

Der Leichtathlet Oscar Pistorius erhält keine Starterlaubnis für die Olympischen Spiele in Peking. Pistorius ist unterschenkelamputiert und wollte bei den regulären Olympischen Spielen starten, nicht bei den Paralympics. Die Sporthochschule in Köln hat festgestellt, dass er durch die Prothese Vorteile gegenüber den anderen Sportlern hätte.

Wenn ich von etwas überhaupt keine Ahnung habe, dann ist es vom Laufen. Ich kann nicht beurteilen, ob das schlüssig ist, was die Sporthochschule da behauptet. Dass das Gutachten aber aus einem Land kommt, in dem sich behinderte Sportler einklagen müssen, wenn sie zum Sportstudium an einer normalen Hochschule zugelassen werden wollen, lässt mich ein wenig zweifeln. Aber nun gut…

Offensichtlich haben einige behinderte Menschen keine Lust mehr auf die Paralympics. Ich kann das gut verstehen. Ich habe als Jugendliche Leistungsschwimmen gemacht und habe irgendwann damit aufgehört, weil das der einzige Lebensbereich war, bei dem ich nur mit behinderten Leuten zu tun hatte. Und ich kam mir isoliert vor. Ich hatte mehrheitlich nicht behinderte Freunde und wollte lieber mit denen ins Kino oder Schwimmen gehen als meine Bahnen mit Menschen zu ziehen, mit denen ich nichts gemein hatte außer eine Behinderung.

Es gibt im Behindertensport so genannte Schadensklassen (ja, was ein Wort!). Also wenn jemand blind ist, startet er in einer anderen Klasse als jemand, dem beide Beine fehlen. Das führte dazu, dass ich teilweise in meiner Klasse ganz alleine angetreten bin. Ich hatte eine nicht so gut besetzte Klasse, ich war weiblich und sehr jung. Da blieben nicht viele Konkurrenten.

Irgendwann bin ich bei einem Wettkampf gestartet, in dem es keine Klassen gab und keine zehn Sieger. Man hatte sich ein Bonus- und Malussystem ausgedacht. Es gab nur einen Sieger und seitdem frage ich mich, warum man bei den Wettkämpfen nicht grundsätzlich so ein System einführt. Das geht vielleicht nicht immer, aber bei vielen Sportarten. Schwimmen ist da so ein Beispiel und wahrscheinlich auch Laufen. Und wenn das nicht geht, könnte man die Paralympics und die Olympischen Spiele dennoch zusammen legen und die Wettkämpfe abwechselnd abhalten. Mal startet eine Gruppe behinderter Sportler, mal eine Gruppe nicht behinderter Sportler. Die Spiele zeitlich zu trennen, macht für mich keinen Sinn und ist nichts anderes als Ausgrenzung.

Dann wäre auch das Problem mit den leeren Rängen und des schlechten Sponsorings ein wenig kleiner. Ich finde die Paralympics haben sich überholt. Sonderveranstaltungen für behinderte Menschen sind sowas von out. Und wenn der Behindertensport attraktiver werden will, müssen sie diese Klassen abschaffen. Da blickt doch der Zuschauer gar nicht mehr durch, wenn es x Sieger gibt.

Ich kann Oscar Pistorius verstehen, dass er bei den Olympischen Spielen starten will. Und er hat sicherlich nicht nur finanzielle Gründe.

Interessanter Wandschmuck

Ich war ja heute bei dem Kurs, den ich ja trotz einiger Unwegsamkeiten gebucht habe. Im Weiterbildungszentrum habe ich folgendes Dekorationsstück an der Wand entdeckt:

Plakat aus dem 2. Weltkrieg
Plakatkopie aus dem 2. Weltkrieg mit dem Schriftzug „Hitler will send no warning – always carry your gas mask

Don’t mention the war, habe ich nur gedacht…

Ausländer zahlen Aufpreis und alle Leute sind nicht behindert

Ich hatte gerade ein sehr merkwürdiges Erlebnis. Ich habe gestern abend einen Kurs entdeckt, den ich gerne besuchen würde. Er wird von einer lokalen Bücherei angeboten, die ein umfangreiches Weiterbildungsangebot hat. Vielleicht vergleichbar mit der deutschen Volkshochschule, auch staatlich finanziert.

Ich rief da also an und fragte, ob noch ein Platz frei sei. Der Kurs startet schon morgen. Zu meiner großen Überraschung war ein Platz frei. Dann verlief die Konversation wie folgt:

Mitarbeiterin: Darf ich Sie fragen, ob Sie schon länger als drei Jahre in Großbritannien leben?

[Das fand ich schon einen interessanten Einstieg in das Gespräch!]

Ich: Nein, ich lebe seit einem Jahr in London. Ich komme aus Deutschland.

Mitarbeiterin: Dann müssen Sie einen Aufpreis zahlen. Das Seminar kostet dann 190 Pfund, da ihr Platz nach britischen Bildungsrichtlinien nicht subventioniert wird, sondern Sie Studiengebühren zahlen müssen.

[Das waren dann etwa 150 Pfund mehr als für die Briten.]

Ich: Es kann sich doch wohl nur um einen Scherz handeln. Das ist gegen das Gesetz, was Sie da machen. Ich bin Bürgerin eines EU-Mitgliedstaates und darf zu den gleichen Bedingungen in England studieren und Kurse belegen wie britische Staatsbürger. Kann ich bitte mit Ihrem Vorgesetzten sprechen?

Mitarbeiterin schaltet mich in die Warteschlange. Nach 2 Minuten ist sie wieder dran.

Mitarbeiterin: Sie haben recht, sie müssen nur die normale Kursgebühr zahlen.

Ich: Alles andere würde auch gegen das Gesetz verstoßen.

Mitarbeiterin: Gut. Ich muss zu statistischen Zwecken einen Fragebogen ausfüllen. Ist das in Ordnung?

Ich: Ja.

Mitarbeiterin: Welcher ethnischen Gruppe würden Sie sich zurechnen?

Ich: White Other. [Ich kenne die ankreuzbaren Antworten bei diese Fragebögen schon]

Mitarbeiterin: Würden Sie sich selber als behindert bezeichnen?

Ich: Ja. Ich bin Rollstuhlfahrerin.

Mitarbeiterin: Wie bitte? Was sind Sie?

Ich: Rollstuhlfahrerin.

Mitarbeiterin: Achso, normalerweise sagen die Leute auf diese Frage immer „Nein“.

Stöhnen und Kopfschütteln bei mir. Nachdem ich mich wieder gefangen hatte…

Ich: Sehen Sie mal wie ich Ihre Statistik aufpoliere. Ausländerin und behindert. Dafür müsste ich eigentlich Rabatt kriegen.

Ich hab jetzt irgendwie nicht so ein richtig gutes Gefühl bei dem Kurs…