Archiv für 4.7.2007

Alan Johnston ist frei

Der BBC-Korrespondent Alan Johnston ist frei.
Ich freue mich so sehr!

BBC TVC mit Plakat von Alan Johnston

Kinder mit Behinderungen nicht unglücklicher als nicht behinderte

Die britische Zeitung „The Independent“ berichtet heute von einer wissenschaftlichen Studie, die ergab, dass Kinder mit Behinderungen nicht weniger glücklich sind als ihre Altersgenossen ohne Behinderung. Befragt wurden 500 Kinder mit Cerebralparese in sieben europäischen Ländern.

Die Studie ergab, dass die Kinder im Vergleich in allen Bereichen – darunter das psychologische Wohlbefinden, die Selbstwahrnehmung und das soziale Umfeld – genauso hohe Werte erzielten wie nicht behinderte Kinder. „The Lancet“ hat die Studie veröffentlicht, also nicht irgendeine Apothekenzeitschrift.

Nun frage ich mich, warum ich diese Meldung online bei deutschsprachigen Medien nirgendwo finde. Wo doch deutsche Wissenschaftsjournalisten normalerweise jedes Heilsversprechen und jede noch so kleine Studie, die mit Behinderung zu tun hat, in epischer Breite in ihren Blättern verkünden – auch wenn die Quelle eine Apothekenzeitschrift ist. Und ausgerechnet so eine Studie aus dem Lancet mit Kindern aus vielen Ländern Europas ist keine Zeile wert? Also die englischsprachigen Medien rund um den Globus, fanden die Studie druckreif.

Bombenstimmung?

Was derzeit in Großbritannien los ist, lässt hier niemanden kalt. Und dennoch musste ich am Wochenende chronisch den Kopf schütteln als ich die London-Korrespondenten der deutschen Fernsehsender sah. Die Stadt sei in heller Aufregung, Menschen hätten Angst mit der U-Bahn zu fahren. Nicht davon stimmte. Ich bin noch am gleichen Tag U-Bahn gefahren. Die war so voll wie immer – mit Londonern und Nicht-Londonern.

Die Menschen reden natürlich über die Anschläge und es gibt erhöhte Sicherheitsvorkehrungen in der ganzen Stadt. Aber viele sind sich einig, dass man jetzt gerade weitermachen muss und sich niemand Angst einjagen lassen soll. Dafür müsse man um so aufmerksamer sein. Und ich glaube, das sind die Leute auch. In meinem Bus hing heute morgen schon ein neuer Hinweis, herrenlose Gepäckstücke zu melden. Auch den Humor haben die Briten nicht verloren. Ein Kollege meinte als er die Bilder vom Picadilly Circus sah: „Also klar ist ja wohl eines: Briten wollten die nicht treffen. Am Picadilly Circus trifft man jeden, aber keine Briten.“

Ich möchte an dieser Stelle mal Konstantin zitieren:
„Dies ist London. Wir haben Erfahrung mit Bomben. Schon vergessen? Und wie jedesmal werden wir damit umgehen, wie es zivilisierte Menschen tun. Wir werden uns um die Verletzten kümmern und um die Toten trauern und die Schuldigen suchen. Und mit jeder neuen verdammten Bombe werden wir uns daran erinnern, dass Toleranz und Offenheit zu den wichtigsten Tugenden gehören. Wir sind stolz darauf Londoner zu sein. Wir werden zusammenhalten.“ Recht hat er!