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Archiv für 21.11.2005

Ab nach Berlin

Bahnhof Hamburg

Terminplanung und Barrierefreiheit 2.0

„Wenn es bei der Yahoo-Veranstaltung keinen Fahrstuhl gibt, habe ich am Donnerstag abend Zeit.“

Frosta-Bistro – ich war da

Der bloggende Tiefkühlwarenhersteller Frosta hat seit heute ein Bistro in der Hamburger Innenstadt – direkt neben dem Rathaus. Da ich heute sowieso in der Stadt unterwegs war, habe ich es gleich getestet und muss sagen, sehr empfehlenswert – wenn man sich nicht an der Stufe vor dem Eingang stört.

Das Bistro ist in einem schönen alten Haus. Die Einrichtung ist mehr als gelungen. Die modernen Holztische und Stühle bilden einen schönen Kontrast zu dem alt-ehrwürdigen Gemäuer. In der Mitte wird gekocht. Vorher kann man sich die Gerichte schon mal ansehen. Es ist Selbstbedienung, bezahlt wird vor dem Essen. Die große Portion kostet 5,50 Euro. Wir aßen grünes Thaicurry und Steakhouse-Pfanne – beides schmeckte großartig. Leider ist die Getränkekarte etwas dünn – das liegt daran, dass Frosta auch im Bistro sein Reinheitsgebot einhalten will. Aber Saft, Cola und Wasser als alkoholfreie Getränke finde ich ein bisschen wenig. Zum Nachtisch haben wir Quark mit Nüssen und Karottenkuchen gegessen sowie zwei Milchkaffee getrunken. Insgesamt hat uns das rund 20 Euro gekostet für zwei Personen – absolut okay für Hamburger Verhältnisse.

Das Personal ist wirklich super nett und zuvorkommend. Alle fragten uns, ob es wirklich schmecke und das tat es. Allerdings waren wir auch die einzigen Gäste – wir konnten uns über mangelnde Aufmerksamkeit also nicht beklagen. :-)

Und wenn die nicht alle so nett gewesen wären, dann hätte ich diesen Blogeintrag mit dem Barrierefreiheitsproblem begonnen. Ich hatte nämlich schon im Frosta-Blog gefragt, ob das Bistro barrierefrei ist, aber keine Antwort bekommen. Ich weiss jetzt auch warum: Das wirklich schöne Bistro hat nämlich leider eine Stufe vor der Tür und die Toiletten sind im Keller. :-( Und das bei einem Restaurant, das im Jahre 2005 – also drei Jahre nach Inkrafttreten des Behindertengleichstellungsgesetz – eröffnet wird. Nach Änderung des Gaststättengesetzes (durch das Behindertengleichstellungsgesetz) sind Restaurantgenehmigungen nämlich von der Barrierefreiheit abhängig (§4 Gaststättengesetz).

Die Stufe wäre wirklich leicht zu entfernen – und das kann man jetzt auch noch nachträglich machen. Übrigens, mein Vorwurf richtet sich weniger an Frosta denn an die Genehmigungsbehörden. Es handelt sich hierbei nämlich um ein Grundproblem in Hamburg und ist nicht nur diesem einen Bistro anzurechnen. Wenn die Behörden die Restaurantbetreiber nicht auf die Idee bringen, einen leicht ansteigenden Eingang statt eine Stufe vor die Tür zu setzen, dann kommen die meisten auch nicht darauf, anders zu planen. Und genau das müsste seit drei Jahren eigentlich passieren.

Fazit Jonettag

Vorweg ein Lob an die Organisation. 400 Journalisten zu bändigen, ist eine Leistung!

Was ich gut fand:

Den Veranstaltungsort, die Eröffnungsrunde, den Workshop zur Magazingründung (der beste Workshop, den ich besuchte), die viele Zeit zwischendurch, um mit vielen neuen aber auch bereits bekannten Leuten zu reden, die Party am Abend zuvor, die netten Gespräche nach dem Kongress, die vielen Blogeinträge.

Was ich weniger gut fand:

Meine Laune, den geschlossene Rollstuhleingang, die Garderobe im Flur (versperrte den Weg zum Fahrstuhl und zur Rollstuhltoilette), ausschließlich Stehtische beim Mittagessen, so manche Zeitgenossen, dass ich 2 1/2 Stunden auf mein Abendessen beim Brauhaus Joh. Albrecht warten musste (ich wurde aber mit einer Notration Müsliriegel versorgt – nochmals Dank an den edlen Spender).

Workshop zum Bloggen

Tafel mit vielen Leuten

Jonet-Kongress

Podium Jonet-Kongress

Kleines Rätsel

In einem Text kommen folgende Passagen und Begriffe vor:

  • Monster
  • bizarre Körperschäden
  • Er ist winzig, kaum 50 Zentimeter hoch. Unter seinem Oberkörper ragen hinten zwei kleine Füße in wollenen Socken heraus, Beine sind nicht zu sehen.
  • Andere bleiben stehen, starren neugierig auf das (…) Bündel Mensch.
  • offen demonstriertes Elend
  • bizarr verwachsenen Gestalt
  • „Elefantenmensch“
  • schwere Deformationen an Körper und Kopf
  • Menschen ohne Arme und Beine, Riesen und Zwerge, unförmig dicke Frauen und von seltenen Hautkrankheiten entstellte Männer
  • Seit (…) gehören deformierte Menschen wieder mehr und mehr zum Alltagsbild
  • Märchenfigur
  • Das verkümmerte linke Bein, beim flüchtigen Hinsehen kaum zu erkennen, hängt steif und waagerecht angewinkelt hinter ihrem Po.
  • Die bucklige 22-Jährige, höchstens 1,10 Meter groß…
  • Das Elend hat Ursachen.
  • Hinzu kommen Geburtsschäden, die nie korrigiert werden…

Stammen diese Passagen…

  • a) aus einem Märchen der Gebrüder Grimm
  • b) aus den Drehbuchanweisungen eines Fantasy-Films
  • c) aus einem Spiegel-Artikel aus dem Jahre 2005
  • d) aus Briefen an den Deutschen Presserat
  • e) aus einem historischen Schreiben aus dem Jahre 1243

?

Die Antwort gibt es hier.

Barrierefreies Internet auf Österreichisch

Monitor steht in der Wüste Schriftzug Das Web muss keine Wüste sein - accessible Media

Österreichische Expertinnen und Experten haben eine Plattform gebildet, mit dem Ziel, die Kräfte für ein barrierefreies Internet zu bündeln. Accessible media – Zugang für alle“ heißt die Organisation und hat mit Eva Papst und Martin Ladstätter schon die Crème de la Crème der österreichischen Behindertenbewegung auf seiner Seite. Viel Erfolg!

(via BIZEPS-INFO)

Taubblinder Diakon bei Kerner

Für alle, die die Sendung (wie ich) nicht gesehen haben: Der taubblinde Diakon Peter Hepp war Mitte Oktober zu Gast bei Kerner. Das ZDF hat jetzt das Interview mit Untertitel und Gebärdensprachdolmetscherin als Stream veröffentlicht. Das ist eine der wenigen Gelegenheiten mal Lormen – das Kommunikationsmittel taubblinder Menschen – zu sehen. Das Interview ist zudem wirklich interessant.

Eines muss Kerner aber noch lernen: Gebärdensprachdolmetscher dolmetschen entweder oder sie beantworten Fragen. Beides auf einmal ist unschön, wie man bei der Frage nach den Politikergebärden sehen kann. Zwischendurch sagt er auch mal „Das müssen wir ja jetzt nicht übersetzen…“, weil er meint, das sei eine Information, die der Gast schon kennt. Aber wie soll dieser wissen, dass das Thema angeschnitten wurde, wenn es nicht übersetzt wird? Daher hat sich der Lormen-Dolmetscher auch nicht irritieren lassen und hat weiter übersetzt. :-)

Google Blogs sind tot

Blogger.com, der Blog-Dienst von Google, ist nicht erreichbar. Kein einziges, der dort gehosteten Blogs, die ich sonst so lese, ist aufrufbar – weder im WWW noch per RSS.

Aber immerhin erscheint jetzt die Meldung, dass der Dienst vom Netz ist:

Blogger Network Outage - We are currently down for network maintenence from 12pm (noon) to 2pm PST.

Auch das Google Watchblog befasst sich mit den Serverproblemen.

Update 23.10 Uhr: Es geht alles wieder.