Archiv für 10.10.2005

Columbus Day Parade

Feuerwehrauto

Polizeimotorraeder

Willkommen in New York

Diesmal ein Willkommens-Eintrag ohne Bild. Ich hatte noch keine Lust, Fotos zu machen, denn bis vor ein paar Stunden hat es hier derart stark geregnet, dass wir einen Musumstag eingelegt haben. War aber auch sehr nett!

Der Flug mit Singapore Airlines war ein Traum, sehr entspannend mit einem irre Filmprogramm. 60 Filme standen Auswahl, dazu ein umfangreiches TV- und Audioprorgramm. Wir sind relativ spontan in die USA geflogen, weil Singapore Airlines ein 99 Euro-Angebot FRA – JFK hatte. Wir fahren am Freitag weiter nach Toronto und kommen vor dem Rückflug wieder hier her zurück.

Achja, und wenn ich Amerikanerin wäre, könnte ich jetzt eine Hand voll Anwälten damit beschäftigen, eine Klage nach amerikanischem Antidiskriminerungsgesetz (ADA) anzustrengen. :-) Trotz vorheriger Reservierung und Hinweis, dass ich Rollstuhlfahrerin bin, war der Transferservice von Supershuttle nicht in der Lage, mir einen barrierefreien Transport anzubieten. Wir sollten mindestens 2 Stunden warten bis sie einen barrierefreien Van besorgt haben. Aber wir haben stattdessen die U-Bahn genommen. Die war total leer. Wir waren offensichtlich die Einzigen, die nichts von der Sperrung der U-Bahn wegen Terroralarms am Times Square wussten. :-) Ich mal gespannt, was Expedia dazu sagt, wenn ich mein Geld für das Shuttle-Voucher wieder haben möchte.

Ab nach New York

Flugzeug
Nicht mit Lufthansa, aber mit Singapore Airlines.

Blinde können alles

Ja, auch Farben ertasten. Das hat die Wettkandidatin am Samstag zur besten Sendezeit bei Wetten, dass…? hervorragend bewiesen. :-) Aber die böse Presse will das einfach nicht glauben. Nur die gute alte Titanic, die Spezialistin im Farben erkennen mit verbundenen Augen, weiß die Leistung der blinden Frau zu schätzen. Oder hat sie sie sogar selbst in die Sendung geschickt?

Aber mal im Ernst: Ich bin selten mit der Bild-Zeitung einer Meinung, aber auch ich glaube, dass die Frau Gottschalk an der Nase herum geführt hat. Ich wusste noch gar nicht, um was es bei der Wette geht, ich hatte gerade erst reingezappt, das stutzte ich schon, weil die Dame einen „Blindenausweis“ vorzeigte, der angeblich bestätigte, dass sie gar nix sieht. Bei dem Ausweis handelte es sich um einen Schwerbehindertenausweis. Amtliche Blindenausweise gibt es nicht. Und es kann auch gut sein, dass der Frau dort ein Grad der Behinderung von 100 bescheinigt wird. Das heißt aber nicht, dass sie keine Farben mehr sehen kann – sicherlich nicht mit dem Glasauge ;-) – aber vielleicht mit dem anderen.

In den USA sagt man „legally blind“ und das ist eine sehr gute Beschreibung. Es gibt Menschen, die können noch bestimmte Dinge (Hell, Dunkel, Farben) sehen, sind aber dennoch gesetzlich blind, weil ihnen dieser Sehrest im Alltag relativ wenig nutzt. Das heißt, sie haben das Merkzeichen „BL“ in ihrem Ausweis. Die Zahl 100 heißt auch nicht, dass jemand gar nix mehr sieht. Kurzum, ich fand das Anfangstheater schon komisch. Und als ich dann sah, was die Frau da machte (nämlich Farben von Hemden ertasten – für alle die es nicht gesehen haben), mit der Nasenspitze zur Hallendecke, dachte ich nur: „Ich möchte nicht in der Haut des betreffenden Redakteurs stecken, der die Wette ausgesucht hat.“ Könnte es nicht sein, dass sie unter der Augenbinde durchgelinst hat? So wie damals der Titanic-Redakteur?

Wenn also eine Redaktion nicht weiß, dass es keinen Blindenausweis gibt, dass ein Grad der Behinderung von 100 nicht immer heißen muss, dass jemand keine Farben erkennt, dann komme ich schon ins Grübeln. Und weiter grübele ich, wenn sich die Kandidatin verteidigt: „Für mich bedeutet diese Fähigkeit mehr Unabhängigkeit. Meine Mutter muss nicht mehr sagen, was ich anziehen kann.“ Ach ja? Weiß sie nicht, dass es Farbtestgeräte gibt, die sogar von der Krankenkasse bezahlt werden? Die sind so groß wie eine Taschenlampe, mal hält sie gegen das Hemd und sie quaken: „Dunkelblau“ oder auch „Hellgrün“. Da muss man nicht 20 Jahre lang trainieren, wie sie meint.

Also irgendwie ist das alles nicht ganz stimmig. Ich kenne keinen einzigen blinden Menschen, der Farben ertasten kann anhand des Gewebes. Ich bin gespannt, ob sie in die Geschichte von Wetten, dass…? eingeht – als zweiter Farbenerkennungs-Betrugsfall.

Fünf Fragen am 5. Oktober

Gimme5

1. Welches ist deine Lieblingsblume?
Sonnenblume.

2. Welches ist deine Lieblingsfrucht?
Mango.

3. Welches ist dein Lieblingsgemüse?
Salat, gerne Römersalat oder Feldsalat.

4. Was wolltest du als Kind nicht essen und magst es heute?
Spinat.

5. Was magst du bis heute nicht?
Rosenkohl.

Warum es nicht taubstumm heißt

Aus den Kommentaren zu „An den Rollstuhl gefesselt“ entnehme ich, dass einige noch nicht wissen, warum man als Journalist besser nicht „taubstumm“ schreibt und auch als Normalsterblicher das Wort gerne aus seinem Wortschatz streichen darf.

Die Gründe:

1. Der gute alte Duden empfiehlt seit vergangenem Jahr im Synonymwörterbuch, „dass die früher übliche Bezeichnung taubstumm durch gehörlos ersetzt werden sollte“.

2. Der Gehörlosenverband München hat auf seiner Internetseite zusammengefasst, warum das Wort „taubstumm“ von Gehörlosen abgelehnt wird: Das Wort „Stumm“ lässt sich etymologisch von dem Wort „Dumm“ herleiten. Daneben ist kein Gehörloser wirklich stumm. Gehörlosen können sprechen, aber nicht hören, was sie sagen. Das heißt, es ist einfach falsch, das Wort zu nutzen.

3. Das Wort „Gehörlos“ betont ein neues Selbstverständnis gehörloser Menschen. Sie bezeichnen sich selbst als gehörlos, nicht als taubstumm. Im Gegenteil, das Wort „taubstumm“ wird als diskriminierend und abwertend empfunden.

Es gibt noch mehr Begriffe zu und über Menschen mit Behinderungen, die einfach falsch und veraltet sind. Welche das sind, kann man im „Buch der Begriffe“ nachlesen. Das Buch kann auch kostenlos bestellt werden.