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Archiv für 30.6.2005

Gekommen um zu bleiben

Ab morgen steht „Redakteurin“ auf meiner Visitenkarte. Ansonsten wird sich wahrscheinlich gar nicht so viel ändern.

Ich habe in den vergangenen zwei Jahren viel erlebt, war bei Terminen mit Helmut Schmidt, Helmut Kohl und Gerhard Schröder. Als die Tragödie von Beslan über die Bildschirme flimmerte, war ich im Vermischten. Und als es bei Opel und Karstadt kriselte, konnte ich das in der Wirtschaft mitverfolgen. In Hamburg erlebte ich den Abgang von Ronald Schill, teilte mir mit Christopher Reeve den Rollstuhlplatz bei den World Awards und war am Abend der Bürgerschaftswahl im Congress Center. In Berlin überzeugte ich die Bundestagspressestelle, auch mir einen Journalistenausweis für den Bundestag auszustellen und lachte über so manche Hostess, die meinte, ich wolle doch sicher nicht zur Pressekonferenz und hätte mich in der Tür geirrt. Nicht nur ich habe viel gelernt, auch so manche Menschen, denen ich auf Terminen begegnet bin, konnten vielleicht ein wenig was dazu lernen. :-)

Ersatzhaltestelle nur für Nichtbehinderte

Mein Auto ist in der Werkstatt, deshalb bin ich heute mit dem Bus in die Redaktion gefahren. Das gestaltet sich etwas schwierig, weil der Mittelweg in Hamburg derzeit nur in eine Richtung befahren werden kann. Die Hamburger Hochbahn leitet daher die Busse über die Rothenbaumchaussee um und hat in einer Seitenstraße eine Ersatzhaltestelle eingerichtet. Ich stieg am Hauptbahnhof in den Bus und wollte an dieser provisorischen Haltestelle aussteigen. Daher drückte ich den Rollstuhlknopf, damit mir der Fahrer an der Haltestellte stoppt und mir die Rampe ausklappt. Der Bus hielt dort zwar, aber der Fahrer bewegte sich nicht.

Ich rief also durch den Bus, dass ich bitte aussteigen möchte. Keine Reaktion. Ich schrie etwas lauter und der Fahrer kam zu mir nach hinten, um mir mitzuteilen, dass ich da nicht aussteigen könne. Ich schaute raus: Es war genug Platz für die Rampe da, der Bürgersteig war breit genug für die Rampe und mich. Kurzum, ich verstand das Problem nicht. „Das ist doch eine Haltestelle, oder nicht?“, fragte ich. „Ja, aber nur eine Ersatzhaltestelle“, belehrte mich der Fahrer. Er wisse nicht, ob er mich da raus lassen dürfe, weil ich ja über die Straße müsse. „Ich bin schon volljährig“, sagte ich ihm sichtlich amüsiert. Ich wollte nicht zur nächsten Haltestelle mitfahren, um dann den ganzen Weg zurück zu fahren. Er klappte die Rampe dann doch aus. Aber nicht ohne mir vorher zu sagen, dass er jetzt nicht wisse, ob er nicht doch Ärger bekommt, weil er mich alleine auf die Straße gelassen hat. Ich wundere mich, dass er nicht an den Ärger gedacht hat, den ich ihm gemacht hätte, wenn er mich nicht rausgelassen hätte.

Update: Auch das Hamburger Abendblatt hat Verbesserungsvorschläge, was die Kundenfreundlichkeit bezüglich der Ersatzhaltestelle Mittelweg abgeht.

Fettes Brot

Geheimkonzert im alten Jachtclub Finkenwerder

Fettes Brot auf der Bühne

Fettes Brot mit Fans im Vordergrund

Zwei Bandmitglieder von Fettes Brot

Mehr Fotos gibt es bei N-Joy.

Willkommen in London

Wachen in Uniform auf Pferden

Big Ben

Camden Town - altes Haus mit vielen Menschen an der Schleuse

Schleuse mit Rundbrücke in Camden Town

Bei der Handgepäckkontrolle

…oder warum es an einem internationalen Flughafen sinnvoll ist, Personal zu haben, das zumindest Grundkenntnisse der englischen Sprache beherrscht:

Mitarbeiterin: „Können Sie bitte Ihre Tasche aufmachen. Da ist eine Flasche drin.“
Asiatische Passagierin schaut fragend, öffnet dann die Tasche und holt eine Flasche heraus, in der Miniaturpflanzen wachsen.
Mitarbeiterin: „Was ist in der Flasche?“
Passagierin: „It’s a gift.“
Mitarbeiterin aufgeregt zum Kollegen: „Kannst Du mal bitte kommen. Die Frau hat Gift dabei.“

Barrierefreies Internetcafé

Internetcafe mit einem Platz für Rollstuhlfahrer
Gesehen am Flughafen München

Ich würde nie…

Allianz Arena

…zum FC Bayern München gehen. Also, ich meine fast nie. Ein Spiel habe ich auch nicht gesehen, nur die Kabine. :-)

Bayern Kabine

Bayern Kabine

Willkommen in München

Flughafen München

Kundenbeschwerden nutzen

Dass sich manche Unternehmen im Umgang mit Bloggern schwer tun, wissen wir spätenstens seit Jamba & Co. Dass das aber nicht Schule machen muss, zeigt ein Softwarehersteller, der sich bei dem geplagten Kunden und Blogger direkt via Kommentar im Blog entschuldigt.

Kampagnen

Ich habe so meine Probleme mit diversen Aktionen, die so einige Behindertenverbände starten. Insbesondere dann, wenn sie auf Mitleid setzen. Mitleid und gleichberechtigte Teilhabe schließen sich nämlich aus.

Nun habe ich von einer weiteren Aktion zum Erhalt / Wiedereinführung des Blindengeldes gelesen, die ich grenzwertig finde. Schon der Titel „Blinde Schicksale“ lässt mir das Blut in den Adern gefrieren.

„Stellvertretend für die ca. 12000 blinden Bürger in ganz Niedersachsen werden fünf Schicksale von blinden Menschen (…) verlesen. (…) Nach dem Verlesen werden die Schicksale, die in Blindenschrift in entsprechenden Kartons verpackt sind, auf Schubkarren von schwarz gekleideten Männern mit Zylinder zum Sozialministerium gefahren. Begleitet wird dieser “Trauerzug” von drei Musikern, den Street Paraders.“

Aha, jetzt wird Blindheit schon in die Nähe des Todes gerückt – und das vom Blinden- und Sehbehindertenverband. Liebe Leute, ich bin auch gegen die Abschaffung des Blindengeldes – aber nicht um jeden Preis. Ich halte auch viel von öffentlichkeitswirksamen Aktionen, aber bitte ohne dieses mitleidsvolle Gehabe. Und Behinderung mit dem Tod gleichzusetzen, finde ich mehr als gewagt – auch ohne Blindengeld.

Die Niedersachsen werden ihr Blindengeld nicht wiederkriegen so lange sie auf diese Mitleidstour durchs Land ziehen. Man muss den Leuten viel mehr erklären, dass es um gleichberechtigte Teilhabe am Leben geht und dass das bei blinden Menschen nun einmal mehr Geld kostet als bei Sehenden. Mit Schicksal hat die Abschaffung des Blindengeldes nämlich nichts zu tun. Das war politischer Wille – nicht zuletzt einer bloggenden Ministerin.