Archiv für 21.1.2005

Planetopia

Planetopia hat sich in der Blogger-Szene keine Freunde gemacht. „Planetopia lügt“, meinte der Schockwellenreiter.

Doch Planetopia ist noch nicht ganz verloren. Sie suchen neue Redakteure. Blogger aller Länder bewerbt Euch! :-)

Fünf Fragen am 20. Januar

Gimme5

1. Hast Du ein Auto? Wenn ja was für eins?
Einen Audi A3.

2. Wieviele Autos hattest Du in Deinem Leben schon?
Zwei. Den Audi und vorher einen Golf II.

3. Hat Dich Dein Auto schonmal im Stich gelassen?
Einmal? X Mal. Aber ich belästige Euch jetzt nicht mit meinen Auto-Geschichten.

4. Ist Dein Auto getunt?
Wenn ich jetzt genau wüsste, was getunt ist… Ist Handgas auch schon Tuning? :-)

5. Welches ist das schrecklichste Auto, das du je gefahren hast?
Alle amerikanischen und kanadischen Mietwagen. Am schlimmsten war der Chevrolet Monte Carlo, der zwar ein schlechtes Handgas und mäßig funktionierende Bremsen hatte, dafür aber richtig viel Power unter der Haube. Da weiß man dann, was vorausschauendes Fahren bedeutet.

Datenschutz und amerikanische Fluggesellschaften

Cory Doktorow hat einen Platin-Status bei American Airlines. Das rettete ihn auch nicht vor den vielen Fragen der Sicherheitsleute am Londoner Flughafen. Darüber hat er sich jetzt bei der Fluggesellschaft sehr lesenswert beschwert. Ich bin schon sehr auf die Antwort gespannt.

(via Lummaland)

Versöhnung mit Vodafone

Seit heute bin ich mit Vodafone versöhnt. Also fast zumindest. Schuld daran ist mein Glück im Spiel. Ja, ich gehöre zu den Menschen, die sowohl Glück im Spiel als auch in der Liebe haben. Ich habe schonmal ein Handtuch gewonnen, ein Lexikon, 10 Kinokarten, 15 Euro bei der Aktion Mensch und ein paar Birkenstock. Ich gebe zu, es hat mein Vermögen nicht sehr aufgestockt, aber immerhin. Heute kam zur Freude über den Gewinn auch noch eine gewisse Portion Genugtuung hinzu.

Aber vielleicht erzähle ich die Geschichte mal von vorne. O. wollte mir zu Weihnachten eine UMTS/GPRS/WLAN-Karte von Vodafone schenken. Zum ersten Mal habe ich bei Vodafone also nicht im Internet, sondern im Laden eingekauft. Als ich die Karte ausprobierte, funktionierte alles – außer die WLAN-Funktion. Nach stundenlangem Rumprobieren habe ich die Hotline angerufen. Immer wieder haben wir was neues versucht, aber die Karte fand das Netzwerk nicht. Nach x Telefonaten und einer verzweifelten Hotline sind wir nach einem versauten Wochenende auf die Idee gekommen, dass wir die falsche Karte haben müssen. Und tatsächlich: Obwohl wir die Bedienungsanleitung für eine UMTS/GPRS/WLAN-Karte in den Händen hielten, hatte die Karte keine WLAN-Funktion.

Also hat O. den Händler auf den Fehler hingewiesen. Der bestritt erst einmal, dass er uns eine WLAN-Karte verkaufen wollte. Okay, kann passieren. Missverständnis. Für die UMTS/GPRS/WLAN-Karte wollte er aber einen saftigen Preis haben. Ich bat Vodafone um Hilfe. Den Vertrag wollte er auch erst nicht rückgängig machen.

Vodafone bestätigte mir, dass das nicht der Vodafone-Preis für die Karte sei. Aber auch die Hotline hatte zuerst wenig Durchblick in ihrem eigenen Preisdschungel. Irgendwann geriet ich an Frau H. Frau H. kannte sich mit den Preisen aus und versprach mir, die Angelegenheit mit dem Shop zu klären. Doch der Shop wollte nicht. Obwohl ihn Vodafone angewiesen hatte, mir die richtige Karte zu einem vernünftigen Preis zu verkaufen, beharrte er auf seiner Preisforderung. Wieder Anruf bei Frau H. Sie entschuldigte sich wieder (es war bereits das vierte Telefonat). Sie werde das klären.

Der Händler habe veraltete Daten in seinem Verkaufssystem. Am Montag werde man ihm einen Mitarbeiter vorbeischicken. Dann werde ich die Karte bekommen. Es passierte nix. Am Mittwoch rief der Händler an und verlangte wieder den alten Preis. Ich sagte ihm, dass ich unter diesen Voraussetzungen von dem Kaufvertrag zurücktrete. Er willigte ein. Ich rief Frau H. an und sagte ihr, dass ich den Vertrag kündige, um ihn im Internet zu vernünftigen Preisen neu abzuschließen. Am Tag danach gab mir der Händler tatsächlich mein Geld zurück. Auch die Gutschrift für den Vertrag traf bei mir ein. Ich war dennoch recht verärgert über das Hickhack und die verlorene Zeit. Deshalb hatte ich nicht sofort im Internet eine neue Karte bestellt.

Heute war ich auf einer Cebit Preview. Dort stellen Unternehmen vorab ihre Cebit-Neuigkeiten vor. Im Anschluss gab es eine Verlosung. Und wer hat gewonnen? Ich. Und was? Eine UMTS-Karte von Vodafone. Ob sie WLAN hat, weiß ich noch nicht. Sie hatten die Karte gerade nicht verfügbar, aber sie rufen mich an. :-)

Die Welt ist klein…

…und die Gehörlosen-Welt noch viel kleiner. :-)

Ich habe einen gehörlosen Freund auf den Blogeintrag von Dirk zu seinem verspäteten Flug aufmerksam gemacht.

Gestern bekam ich den Link dann schon per Rundmail des Gehörlosenverbandes. Und heute meldet sich doch tatsächlich der gehörlose Fluggast bei Dirk! und erzählt in den Kommentaren wie die Geschichte wirklich abgelaufen ist. Das Internet bringt Menschen zusammen, die sonst nie miteinader kommuniziert hätten. Es begeistert mich immer wieder…

Tagebuch

Ich habe gerade mein Tagebuch aus dem Jahr 1992 gelesen. Damals war ich 15 und hatte schon eine – sagen wir mal – interessante Sicht auf viele Dinge. Interessant ist aber: die Grundhaltung ist geblieben.

Und erschreckend viele Dinge sind so eingetreten, wie ich sie mir mit meinem Teenager-Geist ausgemalt habe. Interessant fand ich auch, dass ich trotz aller – teilweise extremen – Schwierigkeiten, die ich hatte, immer an mich geglaubt habe. Und ich wusste immer, wer gut und wer nicht gut für mich ist. Ganz vieles könnte ich immer noch unterschreiben. Egal wie verzweifelt ich war, am Ende eines Eintrags steht immer etwas Vorausschauendes oder zumindest etwas, das auf konstruktiven Trotz schließen lässt. :-)

Eigentlich schade, dass ich als Kind und Jugendliche so selten Tagebuch geführt habe.

Fliegen mit Behinderung

Ich könnte Romane darüber schreiben, wie Fluggesellschaften mit behinderten Reisenden umgehen. Man müsste mal herausfinden, wie viele Verspätungen im Zusammenhang mit behinderten Reisenden entstehen. Nicht, weil die behinderten Reisenden so lahm sind, sondern weil die Fluggesellschaften nicht auf ihre Bedürfnisse eingehen. Ich habe schon öfter mehr als eine Dreiviertelstunde nach der Ankunft im Flugzeug auf den Service gewartet, der mich mit dem Bordrollstuhl aus dem Flugzeug holt – besonders lustig ist das bei Linienmaschinen, die dann ihren Slot für den Weiterflug verpassen.

Beim Flug von Dirk! war es ein gehörloser Passagier, der eine Verspätung verursacht hat – und das obwohl er Germanwings darauf hingewiesen hat, dass er Durchsagen nicht hören kann.

Vielleicht ist es ganz gut, wenn immer mehr behinderte Reisende unterwegs sind und auch mal die ein oder andere Verspätung verursachen. Das kostet die Fluggesellschaften nämlich Geld und vielleicht überlegen sie sich dann, ihren Service für behinderte Kunden dem amerikanischen und kanadischen Standard anzupassen. Dann würde ich auch bei längeren Flügen in die USA oder Kanada wieder mit einer deutschen Airline fliegen. Versprochen!

T-Punkt

Nach Jahren war ich heute das erste Mal wieder in einem T-Punkt. Für die Bearbeitung brauchte die Verkäuferin meine Kundennummer, die ihr das Computersystem nicht verraten wollte. Sie schlug mir vor, kommende Woche noch einmal vorbei zu kommen. Ich lehnte ab und bot ihr an, ihr die Kundennummer telefonisch durchzugeben. „Wir sind telefonisch nicht zu erreichen“, antwortete sie…. Und die Kinder des Schusters gehen barfuß.

Fünf Fragen am 13. Januar

Gimme5

1. Hast du schonmal eine Sternschnuppe gesehen?
Ja, schon öfter. Nein, meine Wünsche gingen nicht in Erfüllung. Schön wars trotzdem.

2. Hast du Angst vor schwarzen Katzen oder Freitag dem 13.?
Nein. Außerdem ist heute Donnerstag.

3. Bist du sonstwie abergläubisch?
Nein. Aber Horoskope lese ich trotzdem gerne – immer in Gedanken an die netten Volo-Kollegen in anderen Redaktionen dieser Welt.

4. Glaubst du ans Schicksal?
Dass etwas vorher bestimmt ist und so? Nee, daran glaube ich nicht. Das Leben ist wie es ist.

5. Bei was hattest du riesiges Glück?
Ich finde, ich hatte bis jetzt ziemlich viel Glück im Leben. Ich habe einen tollen Mann an meiner Seite, ich habe meinen Traum, Journalistin zu werden, verwirklichen können, ich habe genug Power und Organisationstalent mitbekommen, um ein selbstbestimmtes Leben führen zu können, auch wenn noch so viele Leute meinen, das in Frage stellen zu müssen. Und überhaupt war ich schon oft zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Zu viel Glück ist aber auch nicht gut. Man muss ja im Leben auch noch selbst was erreichen. :-)

Barrierefreiheit – Nur Fliegen ist schöner

Eigentlich wollte ich am Samstag am Presserechtsseminar des Netzwerk Recherche teilnehmen. Das klappt nun nicht. Warum? Weil die Evangelische Medienakademie in Berlin, so wie viele andere journalistische Bildungseinrichtungen auch, nicht barrierefrei ist. Man würde mich die Treppen hoch und runter tragen, bot man mir an. Sicherlich gut gemeint, aber für mich keine Option.

Ich hasse es, getragen zu werden. Wenn es brennt, lasse ich gerne mit mir reden. :-) Aber nicht, wenn es nur eine Frage der Organisation ist. „Es war aber schon einmal eine Rollstuhlfahrerin im Haus. Die haben wir hochgetragen“, sagte man mir ganz vorwurfsvoll. Ich kenne das Argument. Auch an der Uni wollte man mich immer wieder aufs Tragen verweisen, statt den Hörsaal zu tauschen. Problematisch dabei ist, dass es immer irgendeinen ominösen Rollstuhlfahrer vor mir gab, den man bereits hundert Mal in den 15. Stock getragen hat. Okay, ich übertreibe, aber mir die Entscheidung zu überlassen, was ich mir zumute und was nicht, auf die Idee kommen nur wenige.

Rollstuhl ist nicht gleich Rollstuhl und nur weil sich angeblich ein Rollstuhlfahrer tragen lässt, kann man das nicht als Lösung für alle anderen ansehen.

Während meines Studiums ist ein Rollstuhlfahrer in einem Hörsaal mit Stufen tödlich verunglückt. Meist schaut man mich dann ganz verwundert an, wenn ich die Geschichte erzähle. Ja, wer die Treppe runter fällt, bricht sich manchmal auch das Genick. Nicht, dass ich Angst vor dem Tragen habe, aber es zeigt vielleicht, dass Tragen nicht wirklich eine Alternative ist und nicht so leicht, wie sich das die meisten vorstellen. Jeder Rollstuhl ist anders, nicht jede Treppe dafür geeignet. Zudem möchte ich mich – und das hat bei mir höchste Priorität – selbstbestimmt und eigenständig bewegen können. Das ist auch heutzutage kaum ein Problem, setzt aber voraus, dass man erkennt, dass nicht die behinderten Menschen „das Problem“ verursachen, sondern die eigenen baulichen Unzulänglichkeiten.

Vielleicht nimmt die Medienakademie meine Absage zum Anlass, nicht die Rollstuhlfahrer auf das Tragen zu verweisen, sondern zu überlegen, wie sie ihre Stufen loswerden. Hilfsbereitschaft ersetzt keine Barrierefreiheit. Das dachte man in den 80er Jahren als Tragen von Rollstuhlfahrern von so manchen Pädagogen als sozialpädagogische Maßnahme angesehen und so gegen Fahrstühle in Schulen argumentiert wurde. Das ist kein Witz, das habe ich selbst zu hören bekommen. Ich will aber gar keine sozialpädagogische Maßnahme sein. Ich will einfach ins Gebäude rein.

Das Netzwerk Recherche habe ich gebeten, ihre Veranstaltungen zukünftig in barrierefreien Räumlichkeiten abzuhalten. Es ist alles eine Frage der Recherche nach barrierefreien Räumen. :-) Wie war das noch mit dem Tropfen und dem Stein?